Jüdisch, schwul und YouTuber

Südafrikaner Troye Sivan startet mit Single „Happy Little Pill“ weltweit durch – auch in Deutschland

(Autor: Ghassan Abid)

Troye Sivan ist mit Abstand der erfolgreichste YouTuber aus Südafrika. Vor wenigen Monaten gelang dem in Australien lebenden Johannesburger der große Durchbruch, nachdem ihm ein Plattenvertrag angeboten wurde. Seither läuft sein Song „Happy Little Pill“ die Radiosender rauf und runter – auch in Deutschland. Doch wer ist der Newcomer, der in seinen YouTube-Videos ziemlich zerbrechlich und teilweise melancholisch wirkt? Die deutsche Presse hat ihn bislang weitgehend ignoriert.

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© Troye Sivan ist neunzehn Jahre alt und ein erfolgreicher Internetstar. Sein gleichnamiger YouTube-Kanal wurde bereits 128 Millionen Mal aufgerufen. Der Südafrikaner startet derzeit als Musiker durch. Mit seiner Single „Happy Little Pill“ gelang ihm im Sommer 2014 der internationale Durchbruch – auch in Deutschland. (Quelle: Instagram)

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Oscar Pistorius – between anger and opinions

A Nation without empathy? A frightening thought

(Author: Norah Ngobeni)

Throughout Oscar Pistorius’ verdict and sentencing, I was saddened and alarmed at how vindictive and opinionated we can be as a society. Most of us had something to say on the subject either through the social media, print, radio and television as well as to friends, family and colleagues, anyone who could listen including strangers. In between our anger and opinions as well as playing judge, we sometimes failed to reflect on other issues pertinent to the case.

Mike Mackay

© The Oscar Pistorius’ verdict shows how vindictive the South African society is. Anyone is judging on social media. But this situation could be a danger for the community. Citizens failed to reflect on other issues pertinent to the case. (Source: flickr/ Mike Mackay)

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Ein Rivaldo für Bafana Bafana

Fußballtrainer Ephraim „Shakes“ Mashaba setzt auf junge Spieler wie Rivaldo Coetzee – mit Erfolg

(Autor: Johannes Woywodt)

Er wollte bereits alles hinschmeißen und den Trainer bitten, ihn nicht aufzustellen. Die Nacht zuvor hatte er nicht schlafen können, so groß war seine Aufregung. Dazu die nicht verschwinden wollende Nervosität. Was würde passieren, wenn er einen schweren Fehler macht – bei seinem Länderspieldebüt. Ausgerechnet auch noch auswärts im Hexenkessel von Pointe Noire mit seiner bekannten aufgeladenen Stimmung. Überhaupt, was hatte sich Coach Ephraim „Shakes“ Mashaba dabei gedacht, ihn gleich in die Startelf zu befördern. Ihn, Rivaldo Coetzee aus Kakamas aus dem Northern Cape, 17 Jahre alt und Verteidiger von Ajax Cape Town.

Bafana Bafana

© Bafana Bafana erlebt durch Fußballtrainer Ephraim „Shakes“ Mashaba einen Wandel. Die Mannschaft überzeugt in den Qualifikationsspielen für den Afrika-Cup 2015. Allerdings möchte Mashaba keinen kurzfristigen Erfolg, sondern eine nachhaltige Entwicklung mit dem Ziel sich für die WM 2018 in Russland zu qualifizieren. Dabei setzt er auch auf junge Spieler. (Quelle: Chris Kirchhoff/ MediaClubSouthAfrica.com)

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Kap-Kolumne: Fünf Jahre Knast für „Blade Runner“

Oscar Pistorius nimmt’s gefasst

(Autor: Detlev Reichel ist der Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals. Als Missionskind, Sozialist und einstiger Westberliner Anti-Apartheids-Aktivist berichtet er aus und zu Südafrika.)

Diesmal verlässt Oscar Pistorius den Gerichtssaal über die Treppe nach unten in die Wartezellen für Häftlinge und nicht, wie zuvor, durch die Tür auf dem Weg nach Hause ins Domizil seines Onkels Arnold in Waterkloof. Der „Blade Runner“ und gefallene Held der Nation ist zu fünf Jahren Gefängnis ohne Bewährung verurteilt worden. Er nahm die Strafverkündung gefasst entgegen. Am 12. September war Pistorius der fahrlässigen Tötung der jungen Reeva Steenkamp für schuldig befunden worden. Der Ausnahme-Sportler hatte sie in den frühen Morgenstunden des 14. Februar 2013 durch die Tür der heimischen Toilette erschossen. Er habe sie mit einem Einbrecher verwechselt.

Pistorius

© Der „Blade Runner“ ist zu fünf Jahren Gefängnis ohne Bewährung verurteilt worden. Er nahm die Strafverkündung gefasst entgegen. Die Staatsanwaltschaft hat nun vierzehn Tage Zeit, Berufung gegen das Urteil einzulegen. Hingegen verzichtet die Verteidigung auf dieses Rechtsmittel. (Quelle: flickr/ Mat Williams)

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Südafrikas wunderschöne Natur

Eindrücke vom Westkap. Das Paradies auf Erden in einer eindrucksvollen Fotosammlung

(2010sdafrika-Redaktion)

Dass Südafrika ein wunderschönes Land ist, dürfte den meisten Reisenden längst bekannt sein. Nicht ohne Grund hat sich der Staat im südlichen Afrika zu einem beliebten Ziel internationaler Touristen entwickelt. Doch wer noch nicht am Kap war, den werden die nachfolgenden Bilder zum Träumen, Staunen und Entspannen verleiten. Mit freundlicher Genehmigung des Fotografen Hans-Jürgen Kurz aus Niedersachsen bildet die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ die eindrucksvolle Fotosammlung zur Schönheit des Westkaps ab. Meer, Strand und Berge machen Lust, diese Region zu erkunden.

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© Das Westkap in Bildern. (Quelle: Hans-Jürgen Kurz)

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Schwulsein im Islam – geht das?

Für den Imam Muhsin Hendricks aus Südafrika ist Homosexualität keine Sünde und keineswegs haram 

(Autor: Ghassan Abid)

Homosexualität ist in vielen Teilen dieser Welt geächtet und strafbar. Vor allem in islamischen Staaten stellt eine homosexuelle Identität ein Tabu dar, begründet durch das islamische Recht. Sexuelle Handlungen mit Gleichgeschlechtlichen sind ähnlich wie der Ehebruch, Alkoholismus oder Austritt aus dem Islam eine schwerwiegende Sünde, so mehrere Überlieferungen – den Hadithen. Doch aus Südafrika kommt Widerstand. Imam Muhsin Hendricks, der selbst schwul ist, hält Homosexualität mit dem Islam für vereinbar. Mit seiner Queer-Position stellt er sich ins Abseits. Eine intrareligiöse Debatte ist von den meisten Würdenträgern nicht erwünscht.

Muhsin Hendricks

© Muhsin Hendricks ist einer der wenigen schwulen Imame weltweit. Der Kapstädter setzt sich dafür ein, dass die Homosexualität im Islam nicht mehr als Sünde angesehen wird. Seiner Meinung nach toleriere der Koran das Schwulsein. Doch die Mehrheit der islamischen Gelehrten widerspricht dieser Auffassung. Einige renommierte Geistliche fordern weiterhin die Todesstrafe für Schwule. (Quelle: Privat)

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Massenkarambolage in Südafrika

Lkw rast nahe Alberton in über fünfzig Autos. Mehrere Tote und Verletzte auf der Bundesstraße N12

(2010sdafrika-Redaktion)

Heute ereignete sich auf der N12 nahe der Stadt Alberton in der Gauteng-Provinz eine Massenkarambolage. Ein Lastkraftwagen raste in mehrere Autos. Über fünfzig Fahrzeuge wurden beschädigt. Dutzende Verletzte lagen schreiend auf der Straße. Blut klebte an den Wracks. Mindestens vier Autofahrer starben. Der Fahrer des Lkws wird für den Unfall verantwortlich gemacht. Er ist bereits festgenommen worden und wird noch verhört.

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© Über fünfzig Autos sind auf der Bundesstraße N12 nahe der Stadt Alberton beschädigt worden, nachdem ein Lastwagen ungebremst in die Menge fuhr. Mindestens vier Menschen starben. Mit weiteren Toten ist zu rechnen. Südafrika steht unter Schock. (Quelle: Twitter)

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Vom Hells Angels-Fall zum Pistorius-Urteil

Im Interview mit Dr. Erik Kraatz, Privatdozent und Anwalt von der Kanzlei Dr. Schulte und Partner

(Autor: Ghassan Abid)

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© Dr. Erik Kraatz, Privatdozent und Anwalt von der Berliner Kanzlei Dr. Schulte und Partner, bewertete für die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ zum Einen das Pistorius-Verfahren und zum Anderen das sogenannte Hells Angels-Urteil. Bei beiden Strafverfahren lassen sich Gemeinsamkeiten erkennen. (Quelle: Privat)

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Herrn Dr. Erik Kraatz, Privatdozent und Anwalt von der Kanzlei Dr. Schulte und Partner. Als Strafrechtler haben Sie das Verfahren gegen Oscar Pistorius aufmerksam beobachtet. Der Paralympics-Star wurde am 12. September wegen fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen. Ab morgen geht es um das Strafmaß. Teilen Sie die Ansicht von Richterin Thokozile Masipa, wonach kein Tötungsvorsatz vorlag?

Antwort: Diese Ansicht teile ich nicht. Dies liegt insbesondere daran, dass die Richterin in ihrer Urteilsbegründung davon sprach, eine „Tötungsabsicht“ hinsichtlich der Tötung von Reeva Steenkamp habe nicht vorgelegen. Für eine Tötung reicht meines Erachtens auch in Südafrika ein einfacher Tötungsvorsatz, der bei Schüssen durch eine geschlossene Badezimmertür ohne Frage, wer dort sei, in Kenntnis der Anwesenheit von Reeva im Apartment – auch wenn Pistorius sie angeblich im Bett wähnte – durchaus bejaht werden kann. Denn angesichts der gesamten Umstände, auch angesichts der Existenz eines Sicherheitsdienstes, an dem man erst einmal vorbei musste und dem Fehlen früherer Einbrüche, kann es kaum zweifelhaft sein, dass er zumindest in Kauf genommen hat, Reeva tödlich zu treffen.

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Xavier Naidoo unter medialem Beschuss

VOX-Sender hält an Musiker mit Südafrika-Wurzeln fest, trotz negativer Berichterstattung

(2010sdafrika-Redaktion)

Xavier Naidoo hat seine familiären Wurzeln in Südafrika. In Kapstadt leben bisweilen einige Familienangehörige des Mannheimers. Für die VOX-Sendung „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ ging er in die Heimat seiner Eltern. Die einstige Apartheid hat das heutige Denken des Sängers geprägt, der nach eigenen Aussagen mit offenen Augen durch die Welt geht. Umso weniger überraschend ist, dass Naidoo kürzlich vor dem Kanzleramt und Bundestag einen politischen Wandel befürwortet. Die Medien nehmen den Systemkritiker unter Beschuss.

arno & die morgencrew

© Xavier Naidoo hat seine Wurzeln in Südafrika. Die Ungerechtigkeiten der Apartheid haben sein heutiges politisches Denken geprägt. Aktuell steht der Musiker unter Beschuss, nachdem er die Nähe zu den Reichsbürgern gesucht hat und die Souveränität Deutschlands anzweifelt. Ungeachtet dessen wird der VOX-Sender auf Anfrage der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ die Zusammenarbeit mit dem Künstler fortsetzen. (Quelle: flickr/ arno & die morgencrew)

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Mode-Kolumne „HOW TO STYLE Südafrika“

Im Portrait: Wetive Nkosi, Designerin aus Johannesburg

(Autorin: Natalia Bobrich)

Unterstützt durch:TOM TAILOR_CASUAL_Logo_blau (2)

Eigentlich ist Wetive Nkosi Soziologin. Seit Kurzem gehört sie aber zu den begabtesten Jungdesignerinnen der angesagten Fashionszene Südafrikas. Ihre Liebe zur Mode präsentierte sie auf der Fashionweek in Johannesburg. Ihre Karriere begann während des Soziologiestudiums. Die selbstgefertigten Designs fanden rege Beachtung bei den Mitstudenten und bald darauf designte sie die schönsten Stücke für ihre Kommilitonen. Auf dem SewAfrica Fashion College perfektionierte Nkosi ihre Designs. 2012 war sie eine der Gewinnerinnen bei Fasttrack, einer Plattform, die talentierten Designern die Möglichkeit bietet gleich neben den ganz Großen zu starten. Ihre Kollektion ist einfach: Simpel und einzigartig mit Inspirationen der eleganten afrikanischen Frau.

Wetive Nkosi

© Wetive Nkosi, Fashion Designerin aus Johannesburg. (Quelle: Simon Deiner/ SDR Photo)

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Wildkatzen-Kolumne

Katzenarten aus Südafrika: Leopard

(Autorin: Andrea C. Schäfer berichtet in ihrer Kolumne über gefährdete Katzenarten in Südafrika. Die Tierpsychologin arbeitet als freiwillige Mitarbeiterin auf der Katzenauffang- und -zuchtstation Daniell Farm, auf welcher sich Gäste über die wilden Katzen hautnah informieren lassen können.)

Der Leopard (Panthera pardus) ist für mich der effektivste Jäger unter den großen Katzen, denn er hat mehrere Möglichkeiten, sein Überleben zu sichern. Er jagt hauptsächlich nachts und hat nur in Löwen- oder Hyänenrudeln direkte Konkurrenz. Als strikter Einzelgänger kann er jede Form von Beute, auch kleine Tiere wie zum Beispiel Hasen, nutzen.

Leopard

© In dieser Ausgabe der Wildkatzen-Kolumne behandelt Autorin Andrea C. Schäfer den Leoparden.

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Bücher braucht das Land

Kulturministerium Südafrikas kündigt umfangreiche Investitionen im landesweiten Bibliothekenbau an

(2010sdafrika-Redaktion)

Als der südafrikanische Bücherrat SABDC, eine Nichtregierungsorganisation zur Förderung des Lesens, eine Studie herausgab, wonach lediglich 14 Prozent aller Südafrikaner aktive Bücherleser sind, nur 5 Prozent der Eltern ihren Kindern etwas vorlesen und 51 Prozent aller Haushalte über kein einziges Buch verfügen, war die Sprachlosigkeit der Lesenden besonders groß. Nun hat die Regierung umfangreiche Investitionen angekündigt. Die Menschen sollen Bücher lesen.

talkingdoguk

© Südafrikas Bürger sollen nach dem Willen des Kulturministeriums öfters ein Buch in den Händen halten. Denn nur 14 Prozent aller Südafrikaner sind aktive Bücherleser. Der Bau mehrerer Bibliotheken in strukturschwachen Regionen soll zur Erhöhung der Leserquote beitragen. Rund 216 Millionen Euro stehen für dieses Regierungsprogramm zur Verfügung. (Quelle: flickr/ talkingdoguk)

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