Archiv der Kategorie: Literatur und Wissenschaft [Literature and Science]

Hierunter fallen die Aspekte Fachbuch, Autor, Buchhandel, Bibliothek, Universität, Forschungsarbeit- und ergebnisse, Experiment, Technologie, Wissenstransfer, wissenschaftliche Disziplinen, akademische Zusammenarbeit, Institut, Wissenschaftspolitik, Raumfahrt und andere.

Wildkatzen-Kolumne

Katzenarten aus Südafrika: Falbkatze/ Afrikanische Wildkatze

(Autorin: Andrea C. Schäfer berichtet in ihrer Kolumne über gefährdete Katzenarten in Südafrika. Die Tierpsychologin arbeitet als freiwillige Mitarbeiterin auf der Katzenauffang- und -zuchtstation Daniell Farm, auf welcher sich Gäste über die wilden Katzen hautnah informieren lassen können.)

Der Ursprung unserer zahmen Samtpfoten bewohnt alle Gegenden Afrikas außer den Regenwald. Unsere Hauskatzen stammen von der nordafrikanischen Unterart der Falbkatze (Felis silvestris lybica) ab. Im alten Ägypten haben die Menschen schnell die Vorteile der kleinen Mäusejäger erkannt, die Getreidespeicher und Siedlungen von Schädlingen befreiten. Da Falbkatzen wenig scheu sind, lernten sie die Vorzüge menschlicher Nähe zu schätzen und haben sich gewissermaßen selbst domestiziert. Zahme Katzen konnten sich einfacher vermehren, zumal sie damals verehrt und versorgt wurden.

© In dieser Ausgabe der Wildkatzen-Kolumne behandelt Autorin Andrea C. Schäfer die Falbkatze/ Afrikanische Wildkatze.

© In dieser Ausgabe der Wildkatzen-Kolumne behandelt Autorin Andrea C. Schäfer die Falbkatze/ Afrikanische Wildkatze.

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Experten bewerten Südafrika als Krisenstaat

„Die soziale Sprengkraft kann sich manifestieren“, warnt Professor Robert Kappel vom GIGA-Institut

(Autor: Ghassan Abid)

Am vergangenen Donnerstag, den 23. Januar 2014, lud das Forschungsinstitut GIGA German Institute of Global and Area Studies die Öffentlichkeit zur Veranstaltung „Südafrika – auf dem Weg in die große Krise?“ ein. Professor Robert Kappel vom GIGA und Professor Ulf Engel von der Universität Leipzig – beide als Südafrika-Experten bekannt – beurteilten die politische und wirtschaftliche Lage am Kap mit Kurzvorträgen. Im Anschluss folgte eine Fragerunde durch das Publikum. Das Ergebnis war erwartungsgemäß mehr als beunruhigend. Südafrika ist längst zu einem Krisenstaat geworden.

    © Am vergangenen Donnerstag, den 23. Januar 2014, sprachen die beiden Südafrika-Experten Professor Robert Kappel vom GIGA-Institut und Professor Ulf Engel von der Universität Leipzig über den Krisenstaat im südlichen Afrika. Auch der Moderator und Südafrika-Experte Dr. Gero Erdmann bemängelte die aktuellen Entwicklungen am Kap.

© Am vergangenen Donnerstag, den 23. Januar 2014, sprachen die beiden Südafrika-Experten Professor Robert Kappel vom GIGA-Institut und Professor Ulf Engel von der Universität Leipzig über den Krisenstaat im südlichen Afrika. Auch der Moderator und Südafrika-Experte Dr. Gero Erdmann bemängelte die aktuellen Entwicklungen am Kap.

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Straßenkampf um Nelson Mandela in Berlin

Streit um Platzbenennung vor Humboldt-Forum. Mandelas Name droht missbraucht zu werden

(Autor: D. Tamino Böhm)

Kurz nach dem Tod Nelson Mandelas am 5. Dezember in Johannesburg verkündete die “Stiftung Zukunft Berlin“, sie möchte den Platz vor dem geplanten Humboldt-Forum nach dem Freiheitskämpfer benennen lassen. Was auf den ersten Blick nach einer Ehrung des ersten Präsidenten Südafrikas aussieht, ist nicht weniger als ein Schlag ins Gesicht aller Menschen, die sich gegen Rassismus, Kolonialismus und Ausbeutung zur Wehr setzen, allen voran Nelson Mandela.

    © Das Humboldt-Forum in Berlin soll ein Treffpunkt von Wissenschaft, Kultur und Politik sein. Die zuständige "Stiftung Zukunft Berlin" beabsichtigt den Platz vor dem Forum in Nelson Mandela Platz zu benennen. Allerdings fürchten Kritiker einen Namensmissbrauch. Denn einige im Forum gezeigte Exponate wurden während des Kolonialismus mit bizarren Mitteln erworben.

© Das Humboldt-Forum in Berlin soll ein Treffpunkt von Wissenschaft, Kultur und Politik sein. Die zuständige “Stiftung Zukunft Berlin” beabsichtigt den Platz vor dem Forum in Nelson Mandela Platz zu benennen. Allerdings fürchten Kritiker einen Namensmissbrauch. Denn einige im Forum gezeigte Exponate wurden während des Kolonialismus mit bizarren Mitteln erworben.

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Wildkatzen-Kolumne

Katzenarten aus Südafrika: Löwe

(Autorin: Andrea C. Schäfer berichtet in ihrer Kolumne über gefährdete Katzenarten in Südafrika. Die Tierpsychologin arbeitet als freiwillige Mitarbeiterin auf der Katzenauffang- und -zuchtstation Daniell Farm, auf welcher sich Gäste über die wilden Katzen hautnah informieren lassen können.)

Der Löwe ist die größte Katze Afrikas und die einzige, die im Rudel lebt. Mehrere Weibchen, meist Schwestern oder nahe Verwandte, leben mit einem Männchen oder mehreren Löwenbrüdern zusammen. Während alle anderen Katzen nur solche Tiere jagen, die sie alleine erlegen können, wagen sich Löwen auch an größere Beute heran. So können die großen Katzen sogar Gnus, Büffel oder junge Giraffen und Elefanten erlegen. Meist haben mehrere Weibchen gleichzeitig Junge. So können sie ihre Kinder gemeinsam aufziehen.

© In dieser Ausgabe der Wildkatzen-Kolumne behandelt Autorin Andrea C. Schäfer den Löwen.

© In dieser Ausgabe der Wildkatzen-Kolumne behandelt Autorin Andrea C. Schäfer den Löwen.

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Interview mit Kirchenrechtler Thomas Schüller

“Ihre Erkenntnisse zum Südafrika-Aufenthalt von Tebartz-van Elst sorgten für Aufsehen”

(Autor: Ghassan Abid)

© Thomas Schüller ist Professor für Kirchenrecht an der Universität Münster und kennt den Limburger Bischof Tebartz-van Elst persönlich. Die eigenen redaktionellen Erkenntnisse zum Südafrika-Aufenthalt des Bischofs schockierten den ehemaligen persönlichen Referenten des Limburger Bischofs Franz Kamphaus. (Quelle: Universität Münster)

© Thomas Schüller ist Professor für Kirchenrecht an der Universität Münster und kennt den Limburger Bischof Tebartz-van Elst persönlich. Die eigenen redaktionellen Erkenntnisse zum Südafrika-Aufenthalt des Bischofs schockierten den ehemaligen persönlichen Referenten des Limburger Bischofs Franz Kamphaus. (Quelle: Universität Münster)

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Herrn Thomas Schüller, Professor für Kirchenrecht an der Universität Münster und ehemaliger persönlicher Referent des ehemaligen Limburger Bischofs Franz Kamphaus. Haben Sie zuallererst vielen Dank für das Interview! Inwieweit haben Sie den aktuellen Limburger Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst persönlich kennengelernt?

Antwort: Von 2008 bis Anfang 2009 habe ich Bischof Tebartz-van Elst als Leiter der Abteilung Kirchliches Recht im Bischöflichen Ordinariat Limburg kennengelernt.

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Wildkatzen-Kolumne

Katzenarten aus Südafrika: Schwarzfußkatze

(Autorin: Andrea C. Schäfer berichtet in ihrer Kolumne über gefährdete Katzenarten in Südafrika. Die Tierpsychologin arbeitet als freiwillige Mitarbeiterin auf der Katzenauffang- und -zuchtstation Daniell Farm, auf welcher sich Gäste über die wilden Katzen hautnah informieren lassen können.)

Die Schwarzfußkatze ist die kleinste Katze Afrikas! Selbst erwachsene Kater haben höchstens 2 Kilogramm Gewicht – und sind etwa so groß wie ein Erdmännchen. Ihr Name kommt von ihren schwarz gefärbten Fußsohlen. Katzen sind Zehengänger, somit reicht der „Fuß“ bis zum Sprunggelenk. Die kleine Katze lebt in trockenen Gegenden, also in der Kalahari und der weniger bekannten Halbwüste „Karoo“. Die Landschaft ist karg, es wächst wenig Gras; dafür jedoch Dornbüsche, Kakteen und Dickblattgewächse.

© In dieser Ausgabe der Wildkatzen-Kolumne behandelt Autorin Andrea C. Schäfer die Schwarzfußkatze.

© In dieser Ausgabe der Wildkatzen-Kolumne behandelt Autorin Andrea C. Schäfer die Schwarzfußkatze.

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„Ich gebe keine Interviews“

J. M. Coetzee, Südafrikas führender Dichter, las auf dem Internationalen Literaturfestival Berlin vor

(Autoren: Johanna Hecht, Ghassan Abid)

© J.M. Coetzee trat als Südafrikas führender Schriftsteller am 10. September 2013 auf dem Internationalen Literaturfestival Berlin auf. "SÜDAFRIKA - Land der Kontraste" war vor Ort und beobachtete das literarische Spektakel im Herzen der Bundeshauptstadt. (Quelle: Jerry Bauer)

© J. M. Coetzee trat als Südafrikas führender Schriftsteller am 10. September 2013 auf dem Internationalen Literaturfestival Berlin auf. “SÜDAFRIKA – Land der Kontraste” war vor Ort und beobachtete das literarische Spektakel im Herzen der Bundeshauptstadt. (Quelle: Jerry Bauer)

John Maxwell Coetzee ist mit Abstand der populärste Schriftsteller Südafrikas, der dem Medienrummel alles andere als aufgeschlossen ist. Interviews gibt er selten. Auch eine diesbezügliche Anfrage von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ wurde negativ erwidert. Der Kapstädter, der sich von der Öffentlichkeit abschirmt, ist ein gefragter poetischer Zeitgenosse in der internationalen Literaturszene. Zweimal erhielt er den Booker Price und einmal den Literaturnobelpreis in 2003. Am 10. September 2013 trat Coetzee auf dem Internationalen Literaturfestival Berlin (ilb) auf.

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„Versöhnung ist ein nie endender Prozess“

Im Interview mit Antjie Krog, Schriftstellerin und Journalistin

(Autor: Ghassan Abid)

© Antije Krog zählt zu den führenden Schriftstellern in Südafrika. Ihre literarischen Werke zur Aufarbeitung der Apartheid machten die in Kapstadt lebende Autorin international bekannt. Im Vorfeld ihres Auftritts auf dem "Internationalen Literaturfestival Berlin" stand Krog für ein Interview mit "SÜDAFRIKA - Land der Kontraste" zur Verfügung. (Quelle: Krzysztof Zielinski)

© Antije Krog zählt zu den führenden Schriftstellern in Südafrika. Ihre literarischen Werke zur Aufarbeitung der Apartheid machten die in Kapstadt lebende Autorin international bekannt. Im Vorfeld ihres Auftritts auf dem “Internationalen Literaturfestival Berlin” stand Krog für ein Interview mit “SÜDAFRIKA – Land der Kontraste” zur Verfügung. (Quelle: Krzysztof Zielinski)

Deutsche Interview-Zusammenfassung:

Antjie Krog zählt zu den führenden Schriftstellern Südafrikas. Die in Kapstadt lebende Autorin ist international für ihre Analysen des Lebens in Südafrika bekannt. Sie beleuchtet nicht nur die Lebenswirklichkeit der weißen, sondern auch die der schwarzen Bevölkerung. In ihrem bislang populärsten Buch „Country of My Skull” befasste sie sich mit der Aufarbeitung der Apartheid im Rahmen der Wahrheits- und Versöhnungskommission. Sie hält fest, dass die Versöhnung ein nie endender Prozess ist.

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Deutsches Architekturprojekt in Südafrika

Im Interview mit Bernadette Heiermann, Architektin und RWTH-Mitarbeiterin

(Autor: Ghassan Abid)

© Bernadette Heiermann, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Gebäudelehre und Grundlagen des Entwerfens an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen.

© Bernadette Heiermann, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Gebäudelehre und Grundlagen des Entwerfens an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen.

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Frau Bernadette Heiermann, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Gebäudelehre und Grundlagen des Entwerfens an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen. Welche Aufgaben hat die Baukunst zu erfüllen?

Antwort: Behutsamen Umgang mit dem Ort, seiner Geschichte und Identität, mit dem Raumprogramm und seinen Anforderungen, Konstruktion und Materialisierung, Schönheit und Poesie.

Im Zusammenhang mit unseren Gebäuden in Südafrika bedeutet dies, dass wir im Rahmen unserer Möglichkeiten Konstruktionen und Materialien verwenden, die lokal und nachhaltig sind. Wir beziehen Nutzer und Anwohner in Planung und Realisierung mit ein. Wir schaffen Räume, die möglichst mehrere Nutzungen erlauben und durch ihre Schönheit die Nutzer glücklich machen.

© Isometrie des von der RWTH Aachen gebauten Kindergartens „Hamlet Crèche“ in Südafrika. (Quelle: RWTH Aachen)

© Isometrie des von der RWTH Aachen gebauten Kindergartens „Hamlet Crèche“ in Südafrika. (Quelle: RWTH Aachen)

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Südafrika in außenpolitischer Verantwortung

Im Interview mit Klaus A. Hess, Verleger und Chefredakteur des Magazins afrikapost

(Autor: Ghassan Abid)

© Klaus A. Hess, Verleger und Chefredakteur des Magazins afrikapost.

© Klaus A. Hess, Verleger und Chefredakteur des Magazins afrikapost. (Quelle: Klaus A. Hess)

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf SÜDAFRIKA Land der Kontraste Herrn Klaus A. Hess, Verleger und Chefredakteur des Magazins afrikapost. Seit 1972 befassen Sie sich mit dem afrikanischen Kontinent. Wie erleben Sie Afrika, wenn Sie in die 70er-Jahre zurückblicken und gleichzeitig auf die heutige Entwicklung schauen?

Antwort: Vor 40 Jahren war die Apartheid in Südafrika noch ein großes Thema, in Afrika fanden Stellvertreter-Kriege statt zwischen den Weltmächten Sowjetunion und USA im Rahmen des weltweiten “Kalten Krieges” der beiden westlich-demokratischen und östlich-kommunistischen Blöcke. In den jungen Staaten wurden verschiedene politische und soziale Modelle probiert, die leider oft nicht zur Entwicklung zugunsten der Bevölkerung führten, sondern zu Umstürzen und Bürgerkriegen. In der Weltpolitik und Weltwirtschaft spielte Afrika praktisch keine eigene Rolle.

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Land Brandenburg als Partner Südafrikas

Im Interview mit Ralf Christoffers, Wirtschaftsminister des Landes Brandenburg

(Autor: Ghassan Abid)

© Ralf Christoffers, Minister für Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg, hielt sich im Mai 2013 auf einer Arbeitsreise in Südafrika auf. Er führte Gespräche mit Politikern, Unternehmern und Vertretern der Wissenschaft. (Quelle: MWE Brandenburg)

© Ralf Christoffers, Minister für Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg, hielt sich im Mai 2013 auf einer Arbeitsreise in Südafrika auf. Er führte Gespräche mit Politikern, Unternehmern und Vertretern der Wissenschaft. (Quelle: MWE Brandenburg)

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ ganz herzlich Herrn Ralf Christoffers, Minister für Wirtschaft und Europaangelegenheiten das Landes Brandenburg. Vor kurzem hielten Sie sich anlässlich einer Arbeitsreise erstmalig in Südafrika auf. Welche persönlichen Eindrücke bringen Sie von Land und Leute mit?

Antwort: Auch wenn wir auf unserer Reise kaum Zeit hatten uns umzusehen, haben wir doch festgestellt, dass Südafrika ein landschaftlich sehr reizvolles Land ist. Bei unseren Gesprächen mit Politikern, Unternehmen und Vertretern der Wissenschaft ist deutlich geworden, Südafrika ist auch ein Land, das vor großen Herausforderungen steht. Die Folgen der Apartheid sind bis heute spürbar. Die wichtigsten Aufgaben, die zu bewältigen sind, liegen sicherlich in der Vermittlung von Bildung und in der Verbesserung der Infrastruktur. Ein weiteres zentrales Thema ist, das Land in die wirtschaftliche Stabilität zu führen. Ich habe einen hohen Respekt vor denjenigen, die sich diesen Aufgaben stellen.

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Südafrika-Lyrik am Sonntag

Ingo Baumgartner mit seinem Gedicht “Soweto” – der letzte Teil

(Autor: Ingo Baumgartner)

© Baumgartners Südafrika-Gedicht:Soweto. (Quelle: flickr/ zug55)

© Baumgartners Südafrika-Gedicht: Soweto. (Quelle: flickr/ zug55)

Soweto

Soweto, tristes Ausgedinge,
Verbannung in die Ärmlichkeit,
Ist Hölle, festgezurrte Schlinge,
Doch trotzdem voller Heiterkeit.
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Touristen schaudern, ziehen weiter,
Vergessen bald die Elendsstadt,
Wo manche Karriereleiter
Nach zweitem Schritt ein Ende hat.
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Doch dringen auch aus Hütten Lieder,
Das Wellblech sperrt den Ton nicht ein.
Aus Müll und Unrat wächst der Flieder,
Ein Mädchen rollt den Murmelstein.
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Man spürt die Hoffnung in den Mienen,
Es wird im Plaudern oft gelacht.
Das Volk wünscht Weichen in die Schienen,
Die Leute einst für sie erdacht.
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Soweto wird mit Arg betrachtet,
Denn niemand schätzt der Weißen Rat.
Die Siedlung, die noch immer schmachtet,
Erhebt sich aber schon zur Tat.

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Anmerkung der Redaktion: Dieses Gedicht ist das letzte literarische Werk Baumgartners. Das Team von “SÜDAFRIKA – Land der Kontraste” bedankt sich ganz herzlich beim Österreicher, der uns 23 Wochen lang an seiner Leidenschaft für Südafrika teilhaben ließ. Wir wünschen dir, lieber Ingo, ALLES GUTE für den weiteren Lebensweg!!!

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© Ingo Baumgartner

© Ingo Baumgartner

Ingo Baumgartner ist pensionierter Volksschuldirektor aus der Umgebung von Salzburg. Der Österreicher hat eine große Vorliebe für die Lyrik. Seine Erkundungsreisen durch Südafrika haben die Dichtung geprägt. An 23 Sonntagen wird jeweils ein Südafrika-Gedicht Baumgartners auf “SÜDAFRIKA – Land der Kontraste” veröffentlicht.