Monatsarchiv: September 2010

Direktor des Bundesrates im Interview

Bilaterale Zusammenarbeit zwischen Länderkammern – eine Bestandsaufnahme

(Autor: Ghassan Abid)

Es ist längst bekannt, dass der Bundesrat enge Beziehungen zu seinem südafrikanischen Counterpart, dem National Council of Provinces (NCOP), unterhält. Schon bei der institutionellen Schaffung des NCOP wirkte der Bundesrat in beratender Funktion mit. Umso mehr freuen wir uns – als „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ – dass Herr Dirk Brouër, bis heute noch Direktor des Bundesrates, mit diesem Interview quasi seine letzte Amtshandlung ausübt. Die 2010sdafrika-Redaktion weiß dies zu schätzen und bedankt sich hierfür ausdrücklich bei Herrn Brouër und der Pressestelle des Bundesrates!

2010sdafrika-Redaktion: Im Frühjahr dieses Jahres erhielt die Länderkammer Besuch von einer Delegation des südafrikanischen National Council of Provinces (NCOP), angeführt vom NCOP-Vorsitzenden Herrn Mninwa Johannes Mahlangu. Was war Inhalt ihrer Konsultationen?

© Dirk Brouër, Direktor des Bundesrates

Antwort: Der NCOP-Vorsitzende, der in Begleitung von fünf weiteren Delegierten südafrikanischer Provinzen nach Deutschland gekommen war, nutzte die Gelegenheit, sich intensiv mit den föderalen Strukturen der Bundesrepublik zu befassen. So bereiste er die Heimat von Bundesratspräsident Jens Böhrnsen, die Freie Hansestadt Bremen, sowie die Länder Sachsen-Anhalt und Berlin. Dort führte er hochrangige politische Gespräche auf der Bundes-, Landes- und der Kommunalebene.

Mit den Themen „duales Ausbildungssystem“, „erneuerbare Energien“ sowie „Forschungskooperationen mit Südafrika“ setzte er weitere Schwerpunkte und besuchte ausgewählte Projekte. Dabei informierte er sich unter anderem über das Ausbildungssystem in einem großen Unternehmen, die Arbeitsmöglichkeiten von Menschen mit Behinderungen und die Energiegewinnung durch Windkraft. In einem glaziologischen Labor erlebte die Delegation Klimageschichte hautnah.

Im Vorfeld der damals anstehenden Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika tauschte er sich zudem über die Erfahrungen der deutschen Sicherheitsbehörden mit sportlichen Großereignissen aus.

2010sdafrika-Redaktion: Mit dem Ende der Rassentrennungspolitik à la Apartheid erforderte die Demokratisierung Südafrikas auch institutionelle Reformen. Während der Verfassungsgerichtshof Südafrikas das Bundesverfassungsgericht als Vorbild genommen hatte, erhielt die südafrikanische Länderkammer NCOP umfangreiche Beratungsleistungen aus dem Umfeld des Bundesrates. Wer initiierte eigentlich diesen Prozess und wie verlief dieser?

Antwort: Die Initiative ging von südafrikanischer Seite aus, insbesondere von Akteuren der verfassunggebenden Versammlung. Das Interesse ergab sich zwangsläufig aus den Überlegungen, im Zuge der Verteilung von Zuständigkeiten auf mehrere staatliche Ebenen die Provinzen in angemessener Weise an der nationalen Politik zu beteiligen. Dabei ging es nicht darum, sich den deutschen Bundesrat zum Vorbild zu nehmen, sondern anhand seiner Strukturen und Abläufe die geeignete südafrikanische Antwort zu geben. Dies war dann der National Council of Provinces, mit seinen Gemeinsamkeiten, aber auch seinen Unterschieden zum Bundesrat.

© Arbeitstreffen zwischen Mitgliedern des NCOP und Bundesrates vom Februar 2010 (Quelle: Bundesrat)

Der Bundesrat war an diesem Austausch auf Mitglieder- und Mitarbeiterebene beteiligt. Dies geschah durch Teilnahme an Symposien, durch bilaterale Mitarbeiteraustauschprogramme und zahllose weitere formelle wie informelle Kontakte, die bis zum heutigen Tage anhalten. So lässt sich auch ein Bogen schlagen vom Besuch des damaligen Bundesratspräsidenten Teufel im November 1996 in Südafrika bis zum jüngsten Besuch des NCOP-Vorsitzenden Mahlangu im Frühjahr in Deutschland.

2010sdafrika-Redaktion: Wie gestaltet sich die gegenwärtige Zusammenarbeit? Oder anders gefragt: Wo ergeben sich Synergieeffekte und wo bestehen nach wie vor Handlungsnotwendigkeiten bei der interparlamentarischen Kooperation zwischen Bundesrat und NCOP?

Antwort: Die gegenwärtige Zusammenarbeit zwischen Bundesrat und NCOP gestaltet sich gut und hat bereits seit 1996 Tradition. Abgeordnete des NCOP besuchen regelmäßig den Bundesrat, um mit dessen Mitgliedern zum Meinungs- und Erfahrungsaustausch zusammenzutreffen. Auch auf Arbeitsebene gibt es zahlreiche Kontakte. Mitarbeiter der Verwaltung des NCOP kommen zu Informationsbesuchen nach Berlin; ein Mitarbeiter des Bundesrates hat kürzlich als Referent am „2010 Consultative Seminar“ des South African Legislative Sector teilgenommen und ich selbst stehe in meiner Eigenschaft als Direktor des Bundesrates in regelmäßigem Kontakt zu meinem südafrikanischen Kollegen.

In Zukunft sollten wir darauf achten, den derzeit bereits gut funktionierenden Informationsaustausch zwischen unseren beiden Häusern aufrecht zu erhalten und gegebenenfalls noch zu verbessern. Das Wissen um die Interessen und Bedürfnisse des anderen ist ein wichtiger Baustein bei der Gestaltung der Zusammenarbeit. Neben der Kooperation in den interparlamentarischen Gremien, müssen die bilateralen Kontakte weiterhin gefördert werden. Zudem wünsche ich mir einen Ausbau der informellen bzw. persönlichen Kontakte zwischen Bundesrat und NCOP.

2010sdafrika-Redaktion: Mehrere Länder sind unterschiedlich stark in Südafrika mit entwicklungs- und handelspolitischen Projekten engagiert. Beispielsweise unterhält Bayern mit Gauteng sowie Western Cape, Baden-Württemberg mit Kwazulu-Natal, Nordrhein-Westfalen mit Mpumalanga, Sachsen mit Free State und Niedersachsen mit Eastern Cape enge Partnerschaften. Andere Länder, wie Brandenburg oder Schleswig-Holstein, betreiben hingegen kaum Kontaktpflege nach Südafrika.

Wie würden Sie diese starke Diskrepanz begründen und sind Sie nicht der Meinung, dass der Bundesrat als Vertretung der Länder hierbei eine koordinierende und zentrale Funktion einnehmen sollte bzw. könnte?

Antwort: Die Tatsache, dass sich nur einige Länder bei entwicklungs- und handelspolitischen Projekten in Südafrika engagieren bzw. entsprechende Partnerschaften pflegen hat unterschiedliche Ursachen und darf auf keinen Fall als Desinteresse verstanden werden. Fast alle deutschen Länder haben Kontakte ins Ausland. Ausschlaggebend dafür, zu welchen Staaten oder Regionen diese erfolgen, sind zunächst die wirtschaftlichen und strukturellen Gegebenheiten des jeweiligen Landes. Viele Partnerschaften beruhen auch auf langjährigen persönlichen Kontakten oder haben historische Wurzeln. Zudem verfügen die großen Flächenländer im Bereich der zwischenstaatlichen Kooperation – allein schon personell – über viel weitergehende Möglichkeiten als die kleineren Länder oder die Stadtstaaten.

Der Bundesrat kann allein schon aufgrund seiner verfassungsrechtlichen Stellung im Hinblick auf das Engagement der Länder in Südafrika keine koordinierende Funktion wahrnehmen. Die Länder wirken über den Bundesrat bei der Gesetzgebung und Verwaltung des Bundes und in Angelegenheiten der Europäischen Union mit – so will es das Grundgesetz. Aufgrund der Eigenstaatlichkeit der Länder ist es diesen – in gewissen durch die Verfassung aufgezeigten Grenzen – möglich, internationale Kontakte entsprechend ihren Anliegen und Interessen zu pflegen. Zu welchen Staaten und Regionen bzw. in welchem Umfang dies geschieht, muss jedem Land selbst überlassen bleiben. Eine koordinierende Rolle des Bundesrates wäre möglicherweise sogar kontraproduktiv.

Der Bundesrat wird allerdings im Rahmen der interparlamentarischen Beziehungen weiterhin seinen Mitgliedern die Möglichkeit geben, Kontakte nach Südafrika zu knüpfen und so den Grundstein für die Begründung neuer Partnerschaften zwischen deutschen Ländern und südafrikanischen Provinzen zu legen.

© Bundesrat wird Arbeitsbeziehungen mit NCOP intensivieren (Quelle: Bundesrat)

2010sdafrika-Redaktion: Welche konkreten partnerschaftlichen Vorhaben zwischen Bundesrat und National Council of Provinces stehen für die Zukunft an?

Antwort: Wir wollen versuchen, die bereits bestehenden guten Arbeitsbeziehungen und den wechselseitigen Erfahrungsaustausch noch weiter zu verbessern. Dabei besteht auch ein besonderes Interesse des NCOP an den Auswirkungen der beiden letzten Reformen im deutschen Föderalismus.

2010sdafrika-Redaktion: Haben Sie persönliche Erlebnisse in Südafrika machen dürfen bzw. was würde Sie an Südafrika besonders interessieren?

Antwort: Ja, ich war selbst zweimal in Südafrika und war sowohl von der landschaftlichen Schönheit als auch von der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes sehr angetan. Besonders beeindruckt hat mich bei meinem ersten Besuch die wunderbare Gastfreundschaft, die ich durch den Präsidenten Mahlangu genießen durfte, als ich zum 10-jährigen Jubiläum des National Council of Provinces 2007 in Cape Town war.

Ich verspreche, dass ich Südafrika auch in meinem Ruhestand in Zukunft besuchen und dabei auch die weitere wirtschaftliche und politische Entwicklung des Landes beobachten werde.

2010sdafrika-Redaktion: Mit welchen drei Schlagwörten würden Sie die bisherige Kooperation zwischen beiden Länderkammern bewerten?

Antwort: Die Zusammenarbeit zwischen dem NCOP und dem Bundesrat in Schlagworten zusammenzufassen, ist schwierig. Am ehesten treffen, glaube ich, die folgenden drei Feststellungen zu:

– partnerschaftlich

– freundschaftlich und fröhlich

– zukunftsweisend für andere.

2010sdafrika-Redaktion: Dirk Brouër, bis zum heutigen Tage noch Direktor des Bundesrates und ab morgen Direktor a.D., wir wünschen Ihnen für den Ruhestand alles Gute und bedanken uns recht herzlich für das Interview!


2010sdafrika-Artikel zum Treffen zwischen Bundesrat und NCOP vom März 2010:

https://2010sdafrika.wordpress.com/2010/03/05/bundesrat-empfangt-parlamentarier-sudafrikas/

University of Cape Town mit interparlamentarischer Analyse zu NCOP und Bundesrat:

http://www.publiclaw.uct.ac.za/usr/public_law/Building/Chapter 4.pdf

Mbongeni Buthelezi – South African artist

Mit Abfällen aus Townships ausdrucksfähige Kunst schaffen – ´Made in South Africa´

(Autor: Ghassan Abid)

Mbongeni Richman Buthelezi, 1965 in Newcastle/ Südafrika geboren, ist Johannesburger Künstler.  Er zählt zu diejenigen, die soziale Missstände in Südafrika thematisieren und mit künsterlischen Ideen kombinieren, um auf diesem Wege eine öffentliche Diskussion in Gang zu setzen. Ungeachtet dessen, unterscheidet sich jeder Künstler in der Umsetzungsform. Buthelezi entschied sich hierbei für die Methode „Müll ist Kunst“, in welcher er für seine künstlerische Arbeit Abfälle aus den Townships benutzt. Besonders natürliche Formen und Landschaften bedienen sich seinem großem Interesse. Zudem unterhält Mbongeni Buthelezi zahlreiche Kontakte nach Deutschland, sodass das Südafrika-Portal erfreut ist, ihn zu interviewen.

2010sdafrika-Redaktion: Mbongeni Richman Buthelezi, wir freuen uns Sie bei „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ interviewen zu dürfen. In Ihrer Arbeit verwenden sie Abfall, um Kunst zu schaffen. Welche Bedeutung hat der Müll für Sie dabei?

Antwort: Seit fast zwanzig Jahren verwende ich Plastik als Medium meiner Botschaft.

2010sdafrika-Redaktion: Was möchten Sie mit Ihrer Kunst ausdrücken?

Antwort: Durch meine Kunst wollte ich schon immer Hoffnung vermitteln. Sehen Sie, ich komme aus einem Land (Südafrika), wo es sehr viel Hoffnungslosigkeit gibt, einfach aufgrund unserer Geschichte. Durch die Apartheid kam es zu vielen Ungerechtigkeiten und Aufspaltungen unter den Südafrikanern. Die Menschen verloren die Hoffnung auf eine Änderung dieser Situation. Sie waren hoffnungslos hinsichtlich Politik, Gesellschaft und anderen Gebieten. Ich glaube, dass einige Menschen irgendwann nicht mehr daran geglaubt haben, jemals ein besseres und würdiges Leben zu führen. Deshalb bin ich der Überzeugung, dass ich mit meiner Arbeit Hoffnung spende, damit die Menschen realisieren, dass man so viele Möglichkeiten hat aus dem Nichts zu einem besseren Leben zu gelangen. Das bedeutet einfach, dass man durch Kunst in der Lage ist, sein Leben zu verändern sowie zum Wohle der Welt etwas Positives beizutragen und dabei noch seinen Abgang durch Recycling aufrichtig zu gestalten.

2010sdafrika-Redaktion: Uns ist Ihre Zusammenarbeit mit deutschen Institutionen zu Ohren gekommen, wie z.B. „Kunst: Raum Sylt-Quelle“, „Atelierhaus Höherweg e.V.“ oder „Galerie Seippel“. Was ist der Grund für diese enge Verbindung und wie würden Sie diese beschreiben?

Antwort: Neben den eben von Ihnen genannten Institutionen habe ich außerdem mit dem „Museum for African Art“ in New York sowie der „National Cultural Foundation“ in Barbados zusammengearbeitet. Meinen ersten Kontakt mit Deutschland hatte ich, als ich eine Professorin der Universität Bielefeld traf, Dr. Irene Below, die mich an das Atelierhaus Höherweg in Düsseldorf vermittelte. Sie organisierte mir für vier Monate eine Unterkunft, sodass ich Bekanntschaft mit vielen deutschen Künstlern machte: Ansgar Skiba, Klaus Klinger, Catharina Grosse und viele mehr. Skiba stellte mir Dr. Ralf Seippel von der Gallerie Seippel in Köln vor. Seitdem sind er und ich enge Freunde und wir haben in Südafrika in einer „Two Man Show“ und in der Gallerie Seippel unsere Ausstellung gezeigt.

2010sdafrika-Redaktion: Sie sind viele Male in Deutschland gewesen. Welche Eindrücke haben Sie von Deutschland als Land und vielleicht von deutschen Künstlern gewinnen können?

Antwort: Genau, ich bin schon oft in Deutschland gewesen und habe wirklich so viel von deutscher Kunst und deutschen Künstlern gelernt. Wichtige Eigenschaften sind zum Beispiel „Engagement, Ernsthaftigkeit und Leidenschaft“. Ich glaube, diese sind der Schlüssel zum Erfolg; ohne sie hat man keine Chance im Kunstgeschäft.

2010sdafrika-Redaktion: Die Stadtverwaltung von Johannesburg versucht Kunst dazu zu nutzen, um die Lebensbedingungen in den Problemgebieten zu verbessern. Was denken Sie darüber bzw. sind Sie selber sogar involviert?

Antwort: Dies ist ein guter Zug und ein positiver Schritt in die richtige Richtung. Doch ist es zum jetzigen Zeitpunkt noch zu wenig, um große Auswirkungen zu erzielen. Ja, ich bin bzw. war involviert in einem Projekt, welches das neue Bus Terminal betraf, jedoch nicht darüber hinaus. Ich glaube auch, dass man nicht voreingenommen sein sollte stets die gleichen Künstler für jedes Projekt auszuwählen. Johannesburg hat so viele gute Künstler, aber es fallen immer wieder die gleichen Namen. Damit habe ich ein Problem. Außerdem weiß ich nicht, unter welchen Gesichtspunkten diese Künstler ausgewählt werden, um bestimmte Kunstprojekte zu betreiben  – nicht nur für die Stadt sondern für das gesamte Land. Ich bin mir auch nicht sicher, von wem die Künstler von diesen Projekten informiert werden.

2010sdafrika-Redaktion: Sie sind ein Vertreter der afrikanischen Kunst im Interesse der schwarzen Bevölkerung. Wie würden Sie die südafrikanische Kunst kategorisieren und hat die Regenbogennation eine nationale Kunsttradition?

Antwort: Ich würde mir selber nicht erlauben Kunst zu kategorisieren, weil ich immer geglaubt habe, dass Kunst immer Kunst bleiben wird und jeder ein Recht darauf hat, diese zu kritisieren, anzuerkennen und zu würdigen. ,,Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters“.

2010sdafrika-Redaktion: Mbongeni Richman Buthelezi, Künstler aus Johannesburg, herzlichen Dank für das Interview!

Mbongeni Buthelezi´s Werke in der Seippel Galerie Köln Johannesburg:

http://www.seippel.eu/cologne/buthelezi.php

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VIRTUELLE GALERIE/ VIRTUAL GALLERY

Nachstehend sind einige Kunstwerke von Mbongeni Buthelezi abgebildet. Die 2010sdafrika-Redaktion möchte sich ganz herzlich bei der  Seippel Galerie Köln Johannesburg für die Bereitstellung dieses Bildmaterials bedanken!

Given below are arts of Mbongeni Buthelezi. The 2010sdafrika-editorial staff want to thank the Seippel Gallery Cologne Johannesburg for providing us these graphical material!

© Mbongeni Buthelezi, 3 Boys, 2009, plastic on plastic, 186 x 272 cm, courtesy of Seippel Gallery Cologne, Johannesburg

© Mbongeni Buthelezi, Church, 2008, sepia, plastic on plastic, 370 x 244 cm, courtesy Seippel Gallery Cologne Johannesburg

© Mbongeni Buthelezi, For sale, 2008, plastic on plastic, 370 x 244 cm, courtesy of Seippel Gallery Cologne Johannesburg

© Mbongeni Buthelezi, Hulaa Hoop I, 2007, plastic on plastic, 275 x 185 cm, courtesy Seippel Gallery Cologne Johannesburg

© Mbongeni Buthelezi, Imizwa yami, my feelings, ( Black and white series), 2007, plastic on plastic, 140 x 78 cm, courtesy Seippel Gallery Cologne Johannesburg

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To create with waste from townships expressive artworks – ´Made in South Africa´

(Editor: Ghassan Abid)

Mbongeni Richman Buthelezi, born 1965 in Newcastle/ South Africa, is an artist from Johannesburg. He is counting to these artists, who are thematise social drawbacks in South Africa and combining these with artistic ideas, for generating a public conversation.  However, each one is distinguishable by the kind of implementation. Buthelezi decided to use the method „waste is art“, by utilizing refuse from the townships for his artistic works. Especially organic bodies and landscapes are in his great interest. Additionally, Mbongeni Buthelezi is maintaining various relations to Germany, so that the German gateway to South Africa is happy to interview him.

2010sdafrika-editorial staff: Mbongeni Richman Buthelezi, we are happy to interview you on „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste„. In your work you are using waste for making arts. Which significance is waste taking in your profession as artist?

Anwer: For almost twenty years I’ve been using plastics as my medium of expression to conveying message.

2010sdafrika-editorial staff: How do you would like to describe the message of your work?

Anwer: The message I“ve always wanted to put across with my work is the one of „hope“. Look, I’m from a country (SouthAfrica) where  there is a lot of hopelessness simply because of the history where we are coming from. Apartheid created a lot of injustices and divisions amongst South Africans and therefore people lost a lot of hope in the process. People lost hope in almost everything politically, socially and otherwise. I believe at some point people never thought that  they will ever be able to leave  a better and descent one day. I therefore believe that my work gives hope in the sense that somehow some people realize that  there is so much that one can do from nothing to change his life for the better. This simply means that through art one can be able to change his life and be able to contribute to the world in a positive way and yet make a fair and descent leaving for himself through recycling.

2010sdafrika-editorial staff: We have taken notice of your cooperation with German institutions, such as „Kunst:Raum Sylt-Quelle“, „Atelierhaus Höherweg e.V.“ or „Galerie Seippel“. Why are you working so closely with German counterparts and how would you like to describe this cooperation?

Anwer: Besides the institutions you have mentioned I“ve also worked with the Museum for African Art in New York as well as the National Cultural Foundation in Barbados, just to name a few. My first contact with Germany was when I met a professor from the University of Bielefeld , Dr Irene Below and she is the one who brought me into contact with Atelierhaus Höherweg in Dusseldorf. She organized a residency for me for four months and thats how I came into contact with a lot of people German artists Ansgar Skiba, Klaus Klinger, Catharina Grosse and many more. Skiba introduced me to Dr Ralf Seippel of the Gallery Seippel in Köln/ Cologne and we have since became very good friends and we have even shown together in South Africa in a „Two Man Show“ and gallery Seippel ,our gallery.

2010sdafrika-editorial staff: You have been many times in Germany. Which impressions do you have taken from Germany as a country and maybe from German arts?

Anwer: I“ve been to Germany many times, yes its true and I have learned so much from German art and artists. For example, one important lesson is „commitment, seriousness and passion“ I believe these are the key ingrediences to any successfull artist, you loose this points you mare out in the arts business.

2010sdafrika-editorial staff: The Municipality of Johannesburg is trying to use arts for improve the life conditions in the problem areas of this city. How would you evaluate these efforts or are you involving in this really interesting project?

Anwer: This is a very positive move and good step towards the right direction but its too little at this point to make a meaniful impact. Yes I am or was involved in one project that involved the new bus terminals and nothing more.  I also believe that people shouldnt be biased and use the same artists for every project. Johannesburg have so many good artists but the same names are being used over and over again, for me this is a problem. I also don“t know what is the criteria that is being used to select artists to do certain projects not only for the municipality but for the entire country. I am also not too sure how are artists get informed about such projects and by who.

2010sdafrika-editorial staff: As a representative of African Arts you are targeting „black interests“. How do you would like to specify South African art and does the rainbow nation has a national art tradition?

Anwer: I wouldnt really allow myself to categorise art and put certain labels on it because I have always believed that art will remain art and everyone has a right to critic, aknowledge and appreciate. “ The beauty of it lies on the eyes of the beholder‘.

2010sdafrika-editorial staff: Mbongeni Richman Buthelezi, artist from Johannesburg, thank you very much for the interview!

Mbongeni Buthelezi´s arts at Seippel Gallery Cologne Johannesburg:

http://www.seippel.eu/cologne/buthelezi.php

Fashion and Lifestyle Column by Sam Pegg

Fashion and Lifestyle Column from Cape Town started

The German gateway to South Africa, SÜDAFRIKA – Land der Kontraste, is happy to welcome in our German-South African team top model Sam Pegg as our Columnist for Fashion and Lifestyle.
Each month, Sam from Cape Town will let us participate in her life and South African lifestyle.
Take part and enjoy!
September Edition, Part I:

I am Sam Pegg……Sam I am… me, moi, …model ……..photographer…..actress…national of my ………and your shores….   I travelled, modelled and shot in most of the world, over……….. And here I rest…Cape Town….I am….

Welcome to paradise and the jungle…babeeeeeeeeeeeeeeeeeeeey…this place boggles my mind…..Cape Town in a movie set of location and flair….I mean this place is biatchin……

Ok ……..the whales are out at the moment and let me tell you there is something so beautiful about watching the hugest mammals re creating….they are daunting…. HUGE and ……..wowwwwwwwww… ok I spotted them in Glencaine , Hermanes and Kommetjie…..ok, I was minding my own biz, like I do… by the way…the long beach guest house in Kommetjie, is just a fab gem….I mean really …if I was a small company with an klein budget, I would stay there…they have everything …drivers, cars, access to fab boats….even baby sitters [I loved that!!] …..ok and beaucoup oysters and bubbles on arrival….maybe just for moi..Hmmm…

© Langebaan strandlooper 2010 t m harsant

© Langebaan strandlooper bar 2010 T M Harsant

Ok round 2….the flowers on the west coast are out…maaaa dolllllll…. ok I love Langebaan…Kraal bay…..Geelbek restaurant for west coast /Malay cuisine…..the church in Churchhaven……. I could get married in it, it is soooooooo pretty…ok……. maaaaaaaaaaaybe….. then there are my great friends, Dee and Janice…Dee had been instrumental in two restaurants and more…. in Langebaan, that today hold her great, food foundation, structures and conservation in this ‘bay’…pearly and Friday island [ask for the fillet with mustard or pepper sauce…yummmmm]…there guest house, Jades, is great and serves the bay well. I get the penthouse room and just roll with it…..the west coast, the all…windsurf, kite surf and all the other stuff, surf…… I…..ok….. the water in the national park, kraal bay side is sooooooooooooooooooo warm and I play island girl , island girl [the flowers are out in the park now and there is sooooooo much wild life, worth a visit!!] and I swim in warm lagoon water temps….ok!!! And this is the best break from the city [1hr drive] you can get …when the party/shoot gets toooooooooooooooooooooo much! …… Warm salt water, a detox must….helllllo!

© Standlooper 2010

© Standlooper langerbaan main resturant T M Harsant 2010

Then there is the famous strandlooper restaurant on the beach in Langebaan….my best. Janice and her ex started it 18 years ago and there has been little changes to the recipes since it opened…dude…you eat with mussel shells as your cutlery and the seafood and fire bakes breads and comfiture just keeps coming…alllllllllllllllllllll sea food you wish…like in stages…. and barbecued to perrrrrfection…I have never tasted anything like this..It is a set cover price and then just chow down as they say, here in Cape Town… eat my dear, eat!

Castings are picking up and the fashion location destination is opening its eyes…..come on African summer…..


I LOVE YOU ALL MORE THAN ALL THE WORLD….GOD BLESS YOU ALL AND KEEP YOU


Love always, Sam Pegg

 

Click on the following link for the

Fashion and Lifestyle Column by Sam Pegg

http://www.ecohealth.co.za/http://www.mylife.org.za/

http://www.sampegg.com/ http://www.universalcosmetics.co.za/

Wandern in Kapstadt – und dann ein Braai mit Bad‎

Ein Reisebericht zu Kapstadt – Teil 2

(Autorin: Annemarie Köster)

Zwischen meinem Sprachschulaufenthalt 2004 und der anschließenden 4-Tage-Tour ‎entlang der Garden Route lagen zwei Tage, die meine Mitschülerin und ich nicht ‎einfach so „verschenken“ wollten. Dazu kommt man zu selten nach Kapstadt. Das ‎Ausflugsprogramm der Schule war aber so vielseitig, daß es gar nicht so einfach war, ‎noch etwas Spektakuläres zu finden.‎

© Wander-Foto

Wir waren beide begeisterte Wanderer und so machten wir einer Freundin, die einige ‎Zeit in Kapstadt lebte und als Tourguide ausgebildet war den Vorschlag, mit uns zu ‎wandern.‎

Außer auf den Fußweg von Claremont nach Kirstenbosch (wo man im Botanischen ‎Garten herrlich wandern kann) und einen Spaziergang von Rondebosch zum Rhodes ‎Memorial habe ich mich aus Sicherheitsgründen allein oder zu zweit nie ins offene ‎Gelände gewagt. ‎

Ganz anders unser Ausflug in Silvermine mit der Freundin, ihren Söhnen und einem ‎einheimischen jungen Mann. Schon auf der Hinfahrt gab es viel zu sehen. Kleine ‎Echsen, die sich auf Steinen sonnten und ein herrlicher Ausblick bis zum Meer.‎

Das Auto wurde auf einem bewachten Parkplatz abgestellt und dann ging es auf ‎zwar unbefestigten aber doch recht glatten Wegen durch ein Gebiet mit einer ‎wundervollen Vegetation. Jede Menge Blumen, Gräser, Büsche in allen Farben und ‎eine herrliche Sicht auf die Umgebung. Es waren eine ganze Menge Wanderer ‎unterwegs, auch allein. Einige hatten ihre Hunde (oder auch Hündchen) dabei. Der ‎Weg schlängelte sich durchs Gelände – keine großen Steigungen oder Gefälle – um ‎einen Wasserfall herum, zu dem wir aber an diesem Tag nicht hinabgestiegen sind. ‎Es sah so aus, als würde der Weg nur oberhalb des Wasserfalls vorbei führen, so ‎daß man das Wasser gar nicht hätte fallen sehen. Das muß ich beim nächsten Mal ‎unbedingt herausfinden.‎

© Wander-Foto

Irgendwann hatten wir genug und gingen zurück zum Auto. Eine kurze Fahrt über ‎den Ou Kaapse Weg und schon waren wir auf der anderen Seite auf dem nächsten ‎bewachten Parkplatz. Hier wurde nun alles ausgepackt, was man zu einem Braai ‎braucht. Wir beluden uns mit den Kühltaschen, der Kohle und dem Grillrost und ‎stiefelten los. Bereits nach wenigen Metern kamen wir zu einem kleinen See, um den ‎Holzstege herum führten. Und plötzlich waren rechts und links die herrlichsten Braai-‎Plätze aus Natursteinen am Ufer und am Hang verteilt, abgetrennt durch Bäume und ‎Büsche. Wir suchten uns ein lauschiges Plätzchen im Schatten und die Jungs legten ‎los. Es dauerte nicht lange, da waren Steaks und Boerewors, Hühnerbeinchen und ‎gefüllte Baguettes, Weißkrautsalat mit Möhren, Nudelsalat, Tomaten und Zwiebeln ‎auf unseren Tellern und Getränke aus der Kühltasche in den Bechern. ‎

Inzwischen waren auch einige der benachbarten Braai-Plätze besetzt, zumeist von ‎Familien aus mehreren Generationen. Beim Händewaschen im See habe ich es ‎dann gesehen: Der See war nicht nur am gegenüber liegenden kleinen Sandstrand ‎zum Baden geeignet, nein, auch auf unserer Seite planschte man eifrig im Wasser. ‎Besonders den Kindern hat es Spaß gemacht. Wir konnten nur bedauern, keine ‎Badesachen mitgenommen zu haben.‎

Braai in Silvermine – das ist Erholung pur. Ich kann es nur vermuten aber ich glaube, ‎daß meine Mitschülerin und ich die einzigen Touristen dort waren. Wie hieß es schon ‎in der Maggi-Reklame? „Das machen wir bald mal wieder“.‎

Weitere Reiseberichte von Annemarie Köster hier abrufbar.

Südafrika nach der Fußballweltmeisterschaft – Quo vadis?

Experten ziehen in der Brandenburgischen Landeszentrale ein Fazit zur ´Regenbogennation´

(Autorin: Annalisa Wellhäuser)

Im August 2010 fand in der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung in Potsdam eine Veranstaltung zum Thema „Südafrika nach der Fußballweltmeisterschaft“ statt. Die politische und soziale Situation des letzten WM-Gastlandes stand im Mittelpunkt der Diskussion.

Neben Bärbel Möller als Moderatorin, standen als Referenten Gerd Rüdiger Stephan, ehemaliger Leiter der Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS) im südlichen Afrika, sowie Dr. Klaus Freiherr von der Ropp von SA Consulting Potsdam, dem Publikum für Fragen zur Verfügung.

© v.l.: Gerd Rüdiger Stephan, Dr. Bärbel Möller und Dr. Klaus Freiherr von der Ropp

Gerd Rüdiger Stephan betonte zunächst die positiven Entwicklungen Südafrikas seit Apartheidsende, welche trotz der großen Probleme nicht vergessen werden dürften. Im Gegensatz zu anderen afrikanischen Staaten seien dank der progressiven Verfassung des Landes die bisherigen Wahlen stets demokratisch und fair abgelaufen. Zudem habe Südafrika bis 2005 ein Wirtschaftswachstum von 5 Prozent zu verzeichnen und besitze eine relativ stabile Währung. Grund dafür seien unter anderem der Rohstoff-Reichtum und der produktive Tourismussektor.

Als Erfolg bezeichnete er ausserdem die diesjährige Fußballweltmeisterschaft. Entgegen aller Befürchtungen sei es weder während der WM, noch nach Abflauf dieses Großspektakels zu Unruhen gekommen. Auch die Investitionen in den Ausbau der Infrastruktur würden nach dem Ende der WM dem Lande nachhaltig zugute kommen. Interessant erweist sich dessen Feststellung, dass die aktuellen Probleme in Südafrika gewisse

Parallelen zur ehemaligen DDR aufweisen. Arbeitslosigkeit, die riesige Diskrepanz zwischen Arm und Reich, die zunehmende Inflation und somit drastischer Preisanstieg der Grundnahrungsmittel – all dies bedinge den „sozialen Zündstoff“. In Südafrika löste diese explosive Stimmung umfrangreiche Streiks und sogar tödliche Ausschreitungen aus, welche sich 2008 gegen afrikanische Einwanderer in den Townships richteten. Gewaltverbrechen wie Mord, Totschlag, Raub und Vergewaltigung gehören zudem zum südafrikanischen Alltag.

Die Aufklärungsrate bezifferte Stephan allerdings mit nur 13 Prozent; eine erschreckende Statistik. Bestehende Energieprobleme, verursacht durch unregelmässige oder ausgebliebene Wartungen in Kraftwerken, sei ein weiteres Faktum zu den aktuellen Herausforderungen dieser jungen Demokratie. Der Strom werde manchmal für Stunden abgeschaltet, sodass Notstromaggregate genutzt werden müssen, mit der Konsquenz eines extremen Energiepreisanstieges.

Als weiteres Problem nannte er die abnehmende Qualität des Schul-und Gesundheitssystems. Zwar genießen die Patienten einen hohen Versorgungsstandard, dennoch sind die meisten Bürger hierbei ausgeschlossen. Hinzu kommt die Aidsrate, die dritthöchste weltweit. Zu bemängeln sei auch das gegenwärtige politische System Südafrikas, mit dem damaligen unter Korruptionsverdacht stehenden Präsidenten Jacob Zuma sowie die schwache Rolle der Opposition gegenüber der Regierungspartei ANC. Summa summarum sind in Südafrika positive und negative Entwicklungen zu beobachten, beendete der ehemalige RLS-Leiter im südlichen Afrika auf diesem Wege dessen soziopolitische Analyse.

Dr. Klaus Freiherr von der Ropp schloss sich der Position Stephans bezüglich der ,,scheinbaren Parallelität zwischen Südafrika und dem Deutschland von 1989“ an. Allerdings sei eine demokratische Struktur, wie es sie in Deutschland gibt, in Südafrika „überhaupt nicht“ vorhanden.

Zur Weltmeisterschaft sagte er, diese sei eine ,,hervorragende Leistung“, da es zu keinen Aufständen gekommen ist. Dies sei nämlich vor allem der internationalen Unterstützung zu verdanken, besonders die der Amerikaner und Briten. Er warf allerdings die interessante Frage auf, ob die während der WM herrschende Stabilität und Sicherheit auch von Dauer sein kann. Denn in jeglichen Verwaltungsbereichen mangele es nach wie vor an qualifizierten und erfahrenen Fachkräften. So gelinge es der Polizei weiterhin nicht, die hohe Kriminalität zu bekämpfen und Verbrechen aufzuklären. Auch der Zoll in Südafrika erfordere enorme Anstrengungen. Durch den ,,löchrigen“ Zoll drückten illegale Importe aus China die lokale Produktion, verstärkt durch mangelnde Kontrolle an den Außengrenzen. Beides führe zu mehr Arbeitslosen sowie zur Abwanderung von Fachkräften ins Ausland. Korruption spiele hierbei auch eine große Rolle, so Dr. von der Ropp.

Weiterhin würden Trink-und Abwassersysteme sowie Kraftwerke nicht mehr ordnungsgemäß gewartet. Die Folge seien kontaminiertes Wasser, Stromausfälle und Strompreiserhöhungen, wie es Gerd Rüdiger Stephan bereits angemerkt hat. Der Grund für die nicht funktionierenden Verwaltungsbereiche sei die nach Apartheidsende eingeführte Affirmative Action Policy, welche die Einbindung der bisher benachteiligten Mehrheit vorsieht. Diese sei aber in der Realität nicht umzusetzen. Denn die Mehrheit der schwarzen Südafrikaner erfuhr während der Apartheid nicht die nötige Ausbildung und Berufserfahrung. Hingegen wurden fachkundige Afrikaaner, also holländischstämmige (weiße) Südafrikaner, im Gegenzug entlassen. Der einzige Bereich, in welchem die Affirmative Action noch keinen Einzug erhalten hat, sei die Finanzverwaltung und Zentralbank. Dr. von der Ropp betonte, dass diese Tatsachen in Südafrika einfach totgeschwiegen würden.

Zum Schluss seines Vortrages plädierte der Vertreter von SA Consulting Potsdam die Einsetzung eines funktionierenden Beamtenapparates. Er habe die Hoffnung, dass Präsident Zuma dies erkennt und berufserfahrene, fachkundige Afrikaaner einstellen würde. Zudem sollten die Afrikaanssprachigen sowie die indischstämmigen Südafrikaner ein Minderheitenschutz genießen.

Überwacht könnte dieses System durch die Briten, bedingt durch den hohen Anteil britischstämmiger Südafrikaner. Deutschland hingegen werde hierbei keine bedeutende Rolle einnehmen können, denn schließlich, so Dr. von der Ropps weiter, habe sich die Bundesregierung auch in der Vergangenheit stets zurückgehalten.

Das Publikum fand ein großes Interesse an der Veranstaltung der Brandenburgischen Landeszentrale. Während der Diskussion eröffneten sich den Teilnehmern stets Fragen nach den Lösungsmöglichkeiten der Regierung unter Präsident Jacob Zuma. Wie solle der Präsident die bestehenden Probleme im Lande lösen, besprach das Publikum im direkten Gespräch mit den Referenten diese komplexe Fragestellung. Fest stand, dass Zuma als Person sowie dessen Handlungen bei den Veranstaltungsteilnehmern umstritten war.

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2010sdafrika-Artikel bei der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung  veröffentlicht:

http://www.politische-bildung-brandenburg.de/programm/veranstaltungen/2010/aug18_bericht.html

Graffiti in South Africa

Von Behörden in Deutschland und Südafrika abgelehnt, aber bei Jugendlichen beliebt

(Autor/ Editor: Ghassan Abid)

Nichts ist in der Kunstszene so ähnlich stark umstritten, wie Graffiti. Die einen bewerten Graffiti als verunstaltende Schriftzüge im öffentlichen Raum, die anderen erkennen hierbei eine kreative Gestaltungsform. Ob es sich bei Graffiti um Vandalismus oder Kunst handelt, obliegt weiterhin dem jeweiligen Betrachter und kann nicht abschließend bewertet werden. Fest steht nur, dass Graffiti weltweit präsent ist, auch in Südafrika.

© SPLITPIECE I

„Falko Starr“ ist ein bekennender Graffiti-Künstler aus Kapstadt, mit freundschaftlichen Kontakten nach Deutschland. Schon 1988, also während der Rassentrennungspolitik im Südafrika der Apartheid, entdeckte er seine Vorliebe für Graffiti. Man begann in den 80er Jahren Graffiti-Motive aufs Papier zu übertragen. „Es existierte keine Graffiti-Szene“, betont Falko die Anfänge dieser Bewegung. Man wusste während der Apartheid nur sehr wenig über Hip Hop bzw. Graffiti, weil Südafrika von der Außenwelt abgeschnitten war und kulturelle Einflüsse aus dem Ausland nicht ins Landesinnere vordrangen.

Graffiti im heutigen Südafrika erfreut sich jedoch vor allem bei Jugendlichen einer großen Beliebtheit, welche mit großem Interesse diesbezügliche Trends in Europa mitverfolgen und teilweise übernehmen. Immer mehr Graffiti-Künstler versuchen sogar afrikanische Elemente in ihren Gestaltungen einzubauen, um dem „South African graffiti“ eines Tages eine eigene Identität verschaffen zu können. Ähnlich wie in Deutschland, so Falko, beginnt man als Graffiti-Liebhaber mit einem „Bombing“, dem schnellen und großangelegten illegalen Besprühen auf Zügen, Wänden oder anderen öffentlichen Objekten.

© SPLITPIECE II

Interessant ist der Umstand, dass Graffiti in Kapstadt und Johannesburg zunehmend für kommerzielle Zwecke genutzt wird. Ferner erfährt die Szene in Kapstadt ihre schnellste Entwicklung, während in Durban, einer Küstenstadt im Osten des Landes, diese noch relativ klein und am Wachsen ist. Im Rahmen der Vorbereitungen zur WM 2010 sind allerdings alle besprühten Flächen in Durban nun übermalt worden, sodass diese Bewegung im östlichen Südafrika wohl länger unbedeutend bleiben wird.

Der Graffiti-Künstler beklagt sich aber über das Anti-Graffiti-Gesetz in Kapstadt, wonach ein Sprühen im öffentlichen Raum nur mit einer Genehmigung durch die Stadtverwaltung zulässig ist. Sollte man diese Regelung nicht beachten, kann dieses harte Konsequenzen mit sich ziehen. Er selber habe von einer 45 jährigen Frau erfahren, welche zum „Saubermachen“ von Wänden und einer Strafe von über 7.000 US-Dollar verdonnert wurde. Will heißen – die Behörden haben massive Probleme mit unerlaubten Graffiti, ähnlich wie in Deutschland.

Gegenwärtig tritt Falko mit einem eigenen Graffiti-Konzept auf, namens SPLITPIECE, welches dem Portal „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ exklusiv hier vorgestellt wird.

Verschiedene Graffiti werden wie Puzzleteile zusammengesetzt. Have fun, be cool! (;


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Exclusive Interview with graffiti artist Falko Starr

2010sdafrika-editorial staff: We would like to welcome Falko Starr, graffiti artist from Cape Town, thank you very much! Which reasons has allowed you to participate in graffiti scene?

Answer: I started in, 1988, an era when its was still apartheid. The scene was non-existant. There were a few guys who did graffiti but it was making pieces only on paper. Pieces on walls where done very few and far between.

I got into the scene, 1989, by meeting KING JAMO ( zulu nation king of south africa) who said that they needed graffiti artists to help with this `new` movement called the Universal Zulu Nation (a organization started in New York). I was very new to HipHop back then and found it was perfect for me to get into graffiti and the whole culture.

We did not really know about the `real writing culture` because of our political system. Information from the outside world was very little and we had almost no outside influences that came to our country to show/teach/eduate us about hip hop from the rest of the world.

2010sdafrika-editorial staff: What is making South African graffiti so special?

Answer: At the moment graffiti here is pretty much the same as around the world. The kids here basically follow whatever trends are happening in Europe. There are some, very few, artists who are trying to use african elements in their art but styles/pieces are more common.

© Graffiti Künstler/ artist Falko Starr

2010sdafrika-editorial staff: Many graffiti artists in Germany are spraying their pictures and logos on not allowed areas and objects, like trains or house walls. How it is in South Africa?

Answer: Graffiti scenes are the same anywhere in the world. There are different mentalities and a huge variety of philosophies about what is good, bad, right, wrong, commercial, sell out and hardcore.

Here, in certain cities there is more bombing than legal work but in Cape Town it is balanced. Bombing is an important part of the culture and I think most, not all, writers do it in the beginning of their graff lives.

2010sdafrika-editorial staff: Which status is the graffiti scene taking in South Africa and in which cities are which trends available?

Answer: Here in South Africa, it is generally welcomed by most people.

Cape Town And Johannesburg are the two cities where its used a lot for commercial needs.

Cape Town`s bombing scene is never the same from year to year. There are times when there are hundreds painting to times when there are only a hand full.

Durban is considered the smallest of scenes and cities in S.Africa. Bombing used to be really big in this city but with the soccer world cup they have cleaned everything.

2010sdafrika-editorial staff: Is the government supporting the graffiti scene, for example by offering spraying spaces?

Answer: In Cape town, and here only, a graffiti by-law was introduced. The law basically makes all graffiti illegal unless you get council permission first. Recently, the only wall of fame was raided and closed. The graffiti scene was told that they can only paint the area once they have requested for permission. This was a legal area for almost ten years.

At the raid, a local resident was arrested for protesting the raid. She is a 45 year old woman. They want to make an `example` out of her and want to prosecute her for cleaning the whole wall of fame. Estimated cost is about $7000(US).

So to answer you question: NO!

2010sdafrika-editorial staff: Where and on what do you have already sprayed?

Answer: Over the years, graffiti has created the opportunity for Falko to tour Sweden, Germany, France, Switzerland, Kenya and Greece. Highlights include; participating in the 50th Anniversary of the United Nations, creating murals for the build-up to the Olympics 2004 in Greece, and establishing a line of communication between artists in Kenya, England and South Africa through his “Lines of Attitude” project.

2010sdafrika-editorial staff: Which of your graffiti is for which reason the best one?

Answer: At the moment I`m busy with a graffiti concept called SPLITPIECE. This is the best work I`ve done by far. Not only for work but for the concept. I am the only one doing it in the world.

2010sdafrika-editorial staff: Are you in contact to German graffiti artists and what are you knowing about the graffiti scene in Germany?

Answer: My first magazine I ever gio, and still have, was a TUFF STUFF in 1992, in this magazine I saw a few writers that a bit ( lol) but it was one one first inspirations. Spraycan art also made me like lotsa writers from around the world but the fisrt writer I ever met was a German called Seemso in 1991. We have become good friends since then and he was the first writer to do a whole car here in South Africa. He also helped with development of the bombing scene. In 1998 Loomit, Esher and Can2 came down to SA. Within two weeks they destroyed and decorated equally. With saying this we became aquaitances.

Other writers/painters I`ve either stayed with or painted with is Seak, Daim, Kent and quite a few others that have come here to paint.

2010sdafrika-editorial staff: Which dreams would you like to realized?

Answer: Would like to do my splitpieces worlwide!!!

2010sdafrika-editorial staff: Falko Starr, graffiti artist from Cape Town, thank you very much!

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2010sdafrika-Artikel auf Schueler.CC (Newspoint.CC) veröffentlicht:

http://www.newspoint.cc/artikel/Lifestyle/Graffiti_in_Suedafrika_66072.html