Mbongeni Buthelezi – South African artist

Mit Abfällen aus Townships ausdrucksfähige Kunst schaffen – ´Made in South Africa´

(Autor: Ghassan Abid)

Mbongeni Richman Buthelezi, 1965 in Newcastle/ Südafrika geboren, ist Johannesburger Künstler.  Er zählt zu diejenigen, die soziale Missstände in Südafrika thematisieren und mit künsterlischen Ideen kombinieren, um auf diesem Wege eine öffentliche Diskussion in Gang zu setzen. Ungeachtet dessen, unterscheidet sich jeder Künstler in der Umsetzungsform. Buthelezi entschied sich hierbei für die Methode „Müll ist Kunst“, in welcher er für seine künstlerische Arbeit Abfälle aus den Townships benutzt. Besonders natürliche Formen und Landschaften bedienen sich seinem großem Interesse. Zudem unterhält Mbongeni Buthelezi zahlreiche Kontakte nach Deutschland, sodass das Südafrika-Portal erfreut ist, ihn zu interviewen.

2010sdafrika-Redaktion: Mbongeni Richman Buthelezi, wir freuen uns Sie bei „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ interviewen zu dürfen. In Ihrer Arbeit verwenden sie Abfall, um Kunst zu schaffen. Welche Bedeutung hat der Müll für Sie dabei?

Antwort: Seit fast zwanzig Jahren verwende ich Plastik als Medium meiner Botschaft.

2010sdafrika-Redaktion: Was möchten Sie mit Ihrer Kunst ausdrücken?

Antwort: Durch meine Kunst wollte ich schon immer Hoffnung vermitteln. Sehen Sie, ich komme aus einem Land (Südafrika), wo es sehr viel Hoffnungslosigkeit gibt, einfach aufgrund unserer Geschichte. Durch die Apartheid kam es zu vielen Ungerechtigkeiten und Aufspaltungen unter den Südafrikanern. Die Menschen verloren die Hoffnung auf eine Änderung dieser Situation. Sie waren hoffnungslos hinsichtlich Politik, Gesellschaft und anderen Gebieten. Ich glaube, dass einige Menschen irgendwann nicht mehr daran geglaubt haben, jemals ein besseres und würdiges Leben zu führen. Deshalb bin ich der Überzeugung, dass ich mit meiner Arbeit Hoffnung spende, damit die Menschen realisieren, dass man so viele Möglichkeiten hat aus dem Nichts zu einem besseren Leben zu gelangen. Das bedeutet einfach, dass man durch Kunst in der Lage ist, sein Leben zu verändern sowie zum Wohle der Welt etwas Positives beizutragen und dabei noch seinen Abgang durch Recycling aufrichtig zu gestalten.

2010sdafrika-Redaktion: Uns ist Ihre Zusammenarbeit mit deutschen Institutionen zu Ohren gekommen, wie z.B. „Kunst: Raum Sylt-Quelle“, „Atelierhaus Höherweg e.V.“ oder „Galerie Seippel“. Was ist der Grund für diese enge Verbindung und wie würden Sie diese beschreiben?

Antwort: Neben den eben von Ihnen genannten Institutionen habe ich außerdem mit dem „Museum for African Art“ in New York sowie der „National Cultural Foundation“ in Barbados zusammengearbeitet. Meinen ersten Kontakt mit Deutschland hatte ich, als ich eine Professorin der Universität Bielefeld traf, Dr. Irene Below, die mich an das Atelierhaus Höherweg in Düsseldorf vermittelte. Sie organisierte mir für vier Monate eine Unterkunft, sodass ich Bekanntschaft mit vielen deutschen Künstlern machte: Ansgar Skiba, Klaus Klinger, Catharina Grosse und viele mehr. Skiba stellte mir Dr. Ralf Seippel von der Gallerie Seippel in Köln vor. Seitdem sind er und ich enge Freunde und wir haben in Südafrika in einer „Two Man Show“ und in der Gallerie Seippel unsere Ausstellung gezeigt.

2010sdafrika-Redaktion: Sie sind viele Male in Deutschland gewesen. Welche Eindrücke haben Sie von Deutschland als Land und vielleicht von deutschen Künstlern gewinnen können?

Antwort: Genau, ich bin schon oft in Deutschland gewesen und habe wirklich so viel von deutscher Kunst und deutschen Künstlern gelernt. Wichtige Eigenschaften sind zum Beispiel „Engagement, Ernsthaftigkeit und Leidenschaft“. Ich glaube, diese sind der Schlüssel zum Erfolg; ohne sie hat man keine Chance im Kunstgeschäft.

2010sdafrika-Redaktion: Die Stadtverwaltung von Johannesburg versucht Kunst dazu zu nutzen, um die Lebensbedingungen in den Problemgebieten zu verbessern. Was denken Sie darüber bzw. sind Sie selber sogar involviert?

Antwort: Dies ist ein guter Zug und ein positiver Schritt in die richtige Richtung. Doch ist es zum jetzigen Zeitpunkt noch zu wenig, um große Auswirkungen zu erzielen. Ja, ich bin bzw. war involviert in einem Projekt, welches das neue Bus Terminal betraf, jedoch nicht darüber hinaus. Ich glaube auch, dass man nicht voreingenommen sein sollte stets die gleichen Künstler für jedes Projekt auszuwählen. Johannesburg hat so viele gute Künstler, aber es fallen immer wieder die gleichen Namen. Damit habe ich ein Problem. Außerdem weiß ich nicht, unter welchen Gesichtspunkten diese Künstler ausgewählt werden, um bestimmte Kunstprojekte zu betreiben  – nicht nur für die Stadt sondern für das gesamte Land. Ich bin mir auch nicht sicher, von wem die Künstler von diesen Projekten informiert werden.

2010sdafrika-Redaktion: Sie sind ein Vertreter der afrikanischen Kunst im Interesse der schwarzen Bevölkerung. Wie würden Sie die südafrikanische Kunst kategorisieren und hat die Regenbogennation eine nationale Kunsttradition?

Antwort: Ich würde mir selber nicht erlauben Kunst zu kategorisieren, weil ich immer geglaubt habe, dass Kunst immer Kunst bleiben wird und jeder ein Recht darauf hat, diese zu kritisieren, anzuerkennen und zu würdigen. ,,Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters“.

2010sdafrika-Redaktion: Mbongeni Richman Buthelezi, Künstler aus Johannesburg, herzlichen Dank für das Interview!

Mbongeni Buthelezi´s Werke in der Seippel Galerie Köln Johannesburg:

http://www.seippel.eu/cologne/buthelezi.php

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VIRTUELLE GALERIE/ VIRTUAL GALLERY

Nachstehend sind einige Kunstwerke von Mbongeni Buthelezi abgebildet. Die 2010sdafrika-Redaktion möchte sich ganz herzlich bei der  Seippel Galerie Köln Johannesburg für die Bereitstellung dieses Bildmaterials bedanken!

Given below are arts of Mbongeni Buthelezi. The 2010sdafrika-editorial staff want to thank the Seippel Gallery Cologne Johannesburg for providing us these graphical material!

© Mbongeni Buthelezi, 3 Boys, 2009, plastic on plastic, 186 x 272 cm, courtesy of Seippel Gallery Cologne, Johannesburg

© Mbongeni Buthelezi, Church, 2008, sepia, plastic on plastic, 370 x 244 cm, courtesy Seippel Gallery Cologne Johannesburg

© Mbongeni Buthelezi, For sale, 2008, plastic on plastic, 370 x 244 cm, courtesy of Seippel Gallery Cologne Johannesburg

© Mbongeni Buthelezi, Hulaa Hoop I, 2007, plastic on plastic, 275 x 185 cm, courtesy Seippel Gallery Cologne Johannesburg

© Mbongeni Buthelezi, Imizwa yami, my feelings, ( Black and white series), 2007, plastic on plastic, 140 x 78 cm, courtesy Seippel Gallery Cologne Johannesburg

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To create with waste from townships expressive artworks – ´Made in South Africa´

(Editor: Ghassan Abid)

Mbongeni Richman Buthelezi, born 1965 in Newcastle/ South Africa, is an artist from Johannesburg. He is counting to these artists, who are thematise social drawbacks in South Africa and combining these with artistic ideas, for generating a public conversation.  However, each one is distinguishable by the kind of implementation. Buthelezi decided to use the method „waste is art“, by utilizing refuse from the townships for his artistic works. Especially organic bodies and landscapes are in his great interest. Additionally, Mbongeni Buthelezi is maintaining various relations to Germany, so that the German gateway to South Africa is happy to interview him.

2010sdafrika-editorial staff: Mbongeni Richman Buthelezi, we are happy to interview you on „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste„. In your work you are using waste for making arts. Which significance is waste taking in your profession as artist?

Anwer: For almost twenty years I’ve been using plastics as my medium of expression to conveying message.

2010sdafrika-editorial staff: How do you would like to describe the message of your work?

Anwer: The message I“ve always wanted to put across with my work is the one of „hope“. Look, I’m from a country (SouthAfrica) where  there is a lot of hopelessness simply because of the history where we are coming from. Apartheid created a lot of injustices and divisions amongst South Africans and therefore people lost a lot of hope in the process. People lost hope in almost everything politically, socially and otherwise. I believe at some point people never thought that  they will ever be able to leave  a better and descent one day. I therefore believe that my work gives hope in the sense that somehow some people realize that  there is so much that one can do from nothing to change his life for the better. This simply means that through art one can be able to change his life and be able to contribute to the world in a positive way and yet make a fair and descent leaving for himself through recycling.

2010sdafrika-editorial staff: We have taken notice of your cooperation with German institutions, such as „Kunst:Raum Sylt-Quelle“, „Atelierhaus Höherweg e.V.“ or „Galerie Seippel“. Why are you working so closely with German counterparts and how would you like to describe this cooperation?

Anwer: Besides the institutions you have mentioned I“ve also worked with the Museum for African Art in New York as well as the National Cultural Foundation in Barbados, just to name a few. My first contact with Germany was when I met a professor from the University of Bielefeld , Dr Irene Below and she is the one who brought me into contact with Atelierhaus Höherweg in Dusseldorf. She organized a residency for me for four months and thats how I came into contact with a lot of people German artists Ansgar Skiba, Klaus Klinger, Catharina Grosse and many more. Skiba introduced me to Dr Ralf Seippel of the Gallery Seippel in Köln/ Cologne and we have since became very good friends and we have even shown together in South Africa in a „Two Man Show“ and gallery Seippel ,our gallery.

2010sdafrika-editorial staff: You have been many times in Germany. Which impressions do you have taken from Germany as a country and maybe from German arts?

Anwer: I“ve been to Germany many times, yes its true and I have learned so much from German art and artists. For example, one important lesson is „commitment, seriousness and passion“ I believe these are the key ingrediences to any successfull artist, you loose this points you mare out in the arts business.

2010sdafrika-editorial staff: The Municipality of Johannesburg is trying to use arts for improve the life conditions in the problem areas of this city. How would you evaluate these efforts or are you involving in this really interesting project?

Anwer: This is a very positive move and good step towards the right direction but its too little at this point to make a meaniful impact. Yes I am or was involved in one project that involved the new bus terminals and nothing more.  I also believe that people shouldnt be biased and use the same artists for every project. Johannesburg have so many good artists but the same names are being used over and over again, for me this is a problem. I also don“t know what is the criteria that is being used to select artists to do certain projects not only for the municipality but for the entire country. I am also not too sure how are artists get informed about such projects and by who.

2010sdafrika-editorial staff: As a representative of African Arts you are targeting „black interests“. How do you would like to specify South African art and does the rainbow nation has a national art tradition?

Anwer: I wouldnt really allow myself to categorise art and put certain labels on it because I have always believed that art will remain art and everyone has a right to critic, aknowledge and appreciate. “ The beauty of it lies on the eyes of the beholder‘.

2010sdafrika-editorial staff: Mbongeni Richman Buthelezi, artist from Johannesburg, thank you very much for the interview!

Mbongeni Buthelezi´s arts at Seippel Gallery Cologne Johannesburg:

http://www.seippel.eu/cologne/buthelezi.php

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