Hells Angels Jo´burg: „No place for kaffir“

Rechtsextremismus-Vorwürfe bei den Höllenengeln Johannesburgs

(2010sdafrika-Redaktion)

In der Vergangenheit berichtete „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ in einem Artikel über die deutsch-südafrikanischen Hells Angels-Beziehungen, wonach deutsche Rocker maßgeblich am Aufbau der Strukturen des südafrikanischen Ablegers beteiligt waren. Seither erreichten die 2010sdafrika-Redaktion zahlreiche Informationen zu und von den Hells Angels, wobei die Mehrheit der Anfragen auf den Wahrheitsgehalt hin nicht ausreichend verifiziert werden konnten.

© Screenshot zu den Hells Angels, Charter Johannesburg (Quelle: YouTube)

Neuerdings sind Vorwürfe aufgetaucht, dass das Charter der Hells Angels in Johannesburg einen Lebensmittelpunkt für jene Bürger darstellt, die mit dem neuen Südafrika des „African National Congress (ANC)“ überhaupt nicht einverstanden sind. Es geht konkret um das Verhältnis zur schwarzen Mehrheitsgesellschaft. Ein anonymer Hinweis an die 2010sdafrika-Redaktion verweist auf die hohe Affinität der Höllenengel Johannesburgs zu rechtsradikalem Gedankengut, zur Zustimmung mit dem einstigen Regime der Apartheid und zur ablehnenden Haltung gegenübern schwarzen Mitbürgern.

No place for kaffir“ findet als Grundlage für das Club-eigene Zusammenleben große Beachtung, heißt es dem anonymen Hinweis zufolge. „Kaffir“ ist einer auf die Beleidigung ausgerichteter Begriff aus dem Rassismusjargon und vergleichbar mit dem Wort „Nigger“. Insbesondere zum Zeitpunkt der Ermorderung des Führers der rechtsextremen „Afrikaner Weerstandsbeweging (AWB)“, Eugène Terre’Blanche, im April 2010, soll es innerhalb des Charters Jo´burg zu hitzigen Debatten mit teils volksverhetzerischen Aussagen gekommen sein. In einem am 29. März 2009 auf YouTube veröffentlichten Video der Hells Angels Jo´burg anlässlich des Poker Run´s, ist in den Sequenzen um 0:33min und 1:25min die bewusste Einblendung eines Hakenkreuzes zu sehen (siehe u.a. Video). In einer kürzeren Fassung von 2008 wiederholt sich die Hakenkreuz-Abbildung erneut. Hätten die Hells Angels in der größten Metropole Südafrikas Probleme mit rechtsradikalem Gedankengut, so wäre dieses Hakenkreuz gewiss nicht gefilmt worden.

Hells Angels des Charters Jo´burg mit rechtsextremer Affinität?

Einzelne Mitglieder der Hells Angels Jo´burg sind in der Vergangenheit mit Aktivitäten aufgefallen, die der Organisierten Kriminalität (OK) zugeordnet werden. Am 08. November 2002 wurden vier Höllenengel im Alter zwischen 30 – 45 Jahren verhaftet, denen der illegale Handel mit Drogen vorgeworfen wurde. Die südafrikanische Polizei SAPS stellte damals schon fest, dass die Hells Angels äußerst „kriminell“ im „transnationalen Kontext“  agieren, wie dies von der 2010sdafrika-Redaktion am 24. März 2010 vermutet wurde. Zum damaligen Zeitpunkt kooperierte die Polizei Südafrikas mit den Kollegen in Kanada, Australien und den Niederlanden.

Die Hells Angels Südafrikas haben auf die Vorwürfe der 2010sdafrika-Redaktion bisweilen nicht reagieren wollen. Solange die Höllenengel keine Stellungnahme in Erwägung ziehen wollen, bleiben die Vorwürfe bestehen.

news24.com berichtet über Verhaftung von Hells Angels-Mitgliedern in Johannesburg:

http://www.news24.com/SouthAfrica/News/Hells-Angels-members-arrested-20021109

2010sdafrika-Redaktion berichtet über die deutsch-südafrikanische Hells Angels-Bruderschaft:

https://2010sdafrika.wordpress.com/2010/03/24/deutsch-sudafrikanische-hells-angels-bruderschaft/

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