Wissenschaftsstandort Südafrika

Forscher erhoffen sich Antworten auf die Entstehung des Universums und einen Kontakt zu Aliens

(Autor: Ghassan Abid)

In Großbritannien debattiert, in den Niederlanden beschlossen, für Südafrika sowie weitere Staaten des südlichen Afrikas entschieden und unter der Einbindung von Australien bzw. Neuseeland. So kann die komplizierte Entwicklung Ende Mai 2012 beschrieben werden, als die SKA Organisation dem Bau von weiteren Radioteleskop-Schüsseln in Südafrika und Australien zugestimmt hat.

© Die SKA Organisation hat sich beim SKA-Projekt schwerpunktmäßig für Südafrika entschieden. Geplant sind nun der Bau von 64 Antennen des Typs „MeerKat“ in der Halbwüste Karroo. (Quelle: Dr Nadeem Oozeer/ SKA South Africa)

© Die SKA Organisation hat sich beim SKA-Projekt schwerpunktmäßig für Südafrika entschieden. Geplant sind nun im Jahr 2016 der Bau von 64 Antennen des Typs „MeerKat“ in der Halbwüste Karroo. Nach Abschluss dieser ersten Phase folgen weitere solcher Antennen. (Quelle: Dr Nadeem Oozeer/ SKA South Africa)

Die Gesamtheit dieser Anlagen mit einer Fläche von einem Quadratkilometer wird als Square Kilometre Array (SKA) bezeichnet, welche zu 70 Prozent in Südafrika aufgebaut wird. In Südafrika selbst stehen bereits sieben Radioantennen des Typs „Kat-7“. Nun geht es um die Realisierung von 64 Antennen des Typs „MeerKat“ in der ersten Phase im Jahr 2016. Jede Einzelne ist so groß wie ein dreistöckiges Haus, die insgesamt aus tausenden Einzelantennen bestehen. Es heißt, so zumindest die Information der SKA Organisation, dass die Anlage50-mal empfindlicher und 10.000-mal schneller“ als bisherige Projekte dieser Art sein wird. Weitere Antennen folgen in der anschließenden zweiten und dritten Phase.

Die National Research Foundation, als unabhängige und regierungsnahe Fördergesellschaft Südafrikas, ist Mitglied der SKA-Organisation. Darüberhinaus befinden sich mit Dr. Phil Mjwara und Dr. Bernie Fanaroff zwei Südafrikaner im „Board of Directors“, dem obersten Entscheidungsgremium dieser zwischenstaatlichen Institution.

© Die SKA Organisation erhofft sich nicht nur weitere Anworten zur Entstehung des Universums, sondern auch Beweise für außerirdisches Leben. Sollten Signale aus dem Weltall empfangen werden, so deutet dies auf die Existenz von fremden Wesen. (Quelle: Dr Nadeem Oozeer/ SKA South Africa)

© Die SKA Organisation erhofft sich nicht nur weitere Anworten zur Entstehung des Universums, sondern auch Beweise für außerirdisches Leben. Sollten Signale aus dem Weltall empfangen werden, so deutet dies auf die Existenz von fremden Wesen hin. (Quelle: Dr Nadeem Oozeer/ SKA South Africa)

Die SKA-Planungen liefen bereits im Jahr 2005 an, welche 2016 mit den Baumaßnahmen umgesetzt werden sollen. Die komplette Inbetriebnahme der wissenschaftlichen Arbeiten ist jedoch erst 2024 vorgesehen. Dieses Forschungsprojekt wird rund 1,5 Milliarden Euro kosten, wobei zusätzliche Wartungskosten von rund 200 Millionen Euro pro Jahr auftreten könnten. Die genaue Höhe der Beteiligung Südafrikas ist bisweilen nicht bekannt.

In der Halbwüste Karroo ist der Bau dieser gigantischen Anlage vorgesehen. Die Wüste bietet sich aufgrund der geringen Frequenzstörungen und größtenteils unbebauten Fläche als optimales Terrain. Die Teleskopanlage soll noch tiefer ins Weltall blicken können. Die Forscher erhoffen sich neue Erkenntnisse über die Entstehung des Universums und weitere Antworten zum Urknall. Ebenso erhofft man sich, dies ist von der Presse weitgehend ausgeblendet worden, erste Hinweise zu einem möglichen Leben im Weltall – einen Kontakt zu Außerirdischen, heißt es im „Fact sheet for journalists“ der SKA-Organisation.

Animationsvideo zum SKA-Projekt

Australien, Kanada, China, Italien, die Niederlande, Neuseeland, Großbritannien und schließlich Südafrika gehören der SKA Organisation an. Deutschland wird sich erst seit der Eröffnung der „Deutsch-Südafrikanischen Jahres der Wissenschaft 2012/2013“ im April 2012 in der SKA Organisation mit finanziellen Zuschüssen beteiligen. Eine Vollmitgliedschaft steht zurzeit nicht zur Disposition. In Chile, in den USA und in den Niederlanden stehen bereits große Teleskopanlagen.

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