Izikhokho Show – Comic aus Südafrika

Folge: „Jesus is a Shangaan“. Liegt eine Bantu-Diskriminierung und Blasphemie vor?

(Autoren: 2010sdafrika-Redaktion, Ghassan Abid)

Bei der „Izikhokho Show“ handelt es sich um eine südafrikanische Zeichentrick-Kollektion, die wöchentlich durch die Johannesburger Firma Mdu Comics produziert wird. Diese zeichnet sich durch die bewusste Einbindung lokaler Sprachen & Traditionen aus, welche in provokativer Art und Weise bestimmte Sachverhalte thematisiert.

© Ein schwarzer Jesus ist geschockt, nachdem ihm ein Arzt bescheinigt, dass er DNA der Bantu-Ethnie Shangaan besitze. Liegt hier eine Diskriminierung der Volksgruppe Shangaan und Blasphemie vor? (Quelle: YouTube/ Mdc Comics)

© Ein schwarzer Jesus ist geschockt, nachdem ihm ein Arzt bescheinigt, dass er DNA der Bantu-Ethnie Shangaan besitze. Liegt hier eine Diskriminierung der Volksgruppe Shangaan und Blasphemie vor? (Quelle: YouTube/ Mdc Comics)

Die Hauptrolle im Comic „In Heaven“ (zu Deutsch: Im Himmel) spielt ein schwarzer Jesus, der der Regierungspartei ANC angehört. In der aktuellsten Folge „Jesus is a Shangaan“ wird dem Sohn Gottes durch einen Arzt seine Zugehörigkeit zur Ethnie Shangaan bescheinigt. Die Shangaan stellen eine Bantu-Ethnie im südlichen Afrika dar, welche im heutigen Mosambik, Simbabwe und im nördlichen Südafrika beheimatet ist. Skurrill im Clip ist die Reaktion Jesus, der mit großem Entsetzen auf diese ethnische Bestimmung reagiert, niedergeschlagen ist und sich dann abschrubbt, als müsste er einen Schandfleck beseitigen. Zu guter Letzt ist Jesus sogar bereit, sein Leben durch einen Suizid zu beenden. Seine Selbstmordabsicht wird Gott mittels eines von Jesus verfassten Briefes kundgetan; im christlichen Südafrika ein äußerst kritischer Zeichentrick.

Izikhokho Show: „Jesus is a Shangaan“

2 Antworten zu “Izikhokho Show – Comic aus Südafrika

  1. die südafrikaner und ihre fremdenangst. da scheint die apartheid ihre opfer nachhaltig manipuliert zu haben. traurig….

  2. Ja, diese kleinen Zeichentrickfilme sind heftig. Sie greifen reale Empfindlichkeiten der suedafrikanischen Gesellschaft auf. Der oben besprochene „Shangaan-Jesus“ spielt, m.E., auf die Fremdenangst (Xenophobia) an, die sich in einigen Townships manifestiert hat. Oder, wem das zu politisch ist, der Comicstrip spitzt einfach bestehende (Vor)Urteile ueber bestimmte, andere Volksgruppen zu. So wie beispielsweise in Deutschland die Ostfriesen-Witze. Obendrein duerfte allein schon die Darstellung eines schwarzen Jesus fuer Aufgeregtheit in manchen calvinistischen (weissen) Koepfen sorgen.
    Comics sind nicht unbedingt Satire, koennen es aber sein. Satire spitzt zu, provoziert und uebertreibt, ist schrill und zuweilen auch blasphemisch und sogar ungerecht. Ihr Ziel ist es u.a. Denkvorgaenge anzuregen, verkrustetes, eingefahrenes Denken aufzubrechen.
    Wie sagte der grosse deutsche Schriftsteller, Journalist und Satiriker, Kurt Tucholsky: Was darf Satire? Alles!

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