Exklusiv: Der Südafrika-Kontaktmann der NPD

Die engen Kontakte zwischen NPD-Bundesparteivorstand Jens Pühse und Dr. Claus Nordbruch.

(Autoren: Ghassan Abid, 2010sdafrika-Redaktion)

Dr. Claus Nordbruch, der deutsch-österreichische Publizist in Südafrika, rückt erneut in den Fokus der medialen Berichterstattung. Nicht nur seine revisionistisch-rechtsextremen Publikationen fielen auf, sondern auch seine aktive Partizipation beim geplanten Fluchtversuch des NSU-Trios Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe. Ferner hat Dr. Nordbruch den ehemaligen V-Mann des Thüringer Verfassungsschutzes, Tino Brandt, sowie den Rechtsextremen André Kapke zum „Ermittlungsgespräch“ persönlich am Kap empfangen.

Weitere Recherchen ergaben, dass Dr. Nordbruch nun auch direkte Verbindungen zum NPD-Bundesvorstand in Berlin unterhielt und womöglich weiterhin unterhält. Insbesondere steht der ehemalige Bundeswehroffizier, so die Information, in unmittelbarem Kontakt mit NPD-Vorstand Jens Pühse, derzeitiger Geschäftsführer der Partei.

© Jens Pühse, Bundesgeschäftsführer der NPD und Mitwirkender beim parteinahen rechtsextremistischen Verlag Deutsche Stimme (DS). Pühse soll enge Verbindungen zum in Südafrika lebenden Publizisten Dr. Claus Nordbruch unterhalten. Dr. Nordbruch verfasste im Auftrag der NPD die Publikation „Verfassungsschutz: Wie verhalte ich mich, wenn Geheimdienstagenten versuchen mich anzusprechen?“. (Quelle: Marek Peters/ Wikimedia)

© Jens Pühse, Bundesgeschäftsführer der NPD und Mitwirkender beim parteinahen rechtsextremistischen Verlag Deutsche Stimme (DS). Pühse soll enge Verbindungen zum in Südafrika lebenden Publizisten Dr. Claus Nordbruch unterhalten. Dr. Nordbruch verfasste im Auftrag der NPD die Publikation „Verfassungsschutz: Wie verhalte ich mich, wenn Geheimdienstagenten versuchen mich anzusprechen?“. (Quelle: Marek Peters/ Wikimedia)

Der in Wilhelmshaven geborene Pühse wird zum harten Kern der rechtsextremistischen Szene in Deutschland hinzu gezählt. Er ist nicht nur im NPD-nahen Verlag Deutsche Stimme (DS) in Riesa tätig, sondern auch bei der NPD für die Organisation von Parteiveranstaltungen zuständig. Über die publizistische Schiene soll die Verbindung zwischen Dr. Nordbruch und Pühse entstanden sein. Die Beziehungen zwischen beiden Rechtsextremen gelten als eng, heißt es.

So eng, dass Dr. Nordbruch von Pühse gebeten wurde, die NPD-Publikation „Verfassungsschutz: Wie verhalte ich mich, wenn Geheimdienstagenten versuchen mich anzusprechen?“ vom Januar 2009 zu verfassen. Während im Vorwort Pühse auf die Notwendigkeit der Abwehr einer NPD-Infiltrierung durch V-Leute hinweist, widmet sich Dr. Nordbruch den Aufgaben & Strukturen der Verfassungsschutzämter von Bund und Länder. Mit Praxisbeispielen versucht dieser die Tricks und Gefahren einer Anwerbung durch Verfassungsschutzbeamte zu erläutern. Zum Ende der Publikation beharrt der NPD-Kontaktmann in Südafrika auf den „Schutz der Gemeinschaft“ und den Willen, „dem Verfassungsschutz keine Chance“ zu geben.

Ein Jahr später, im April 2010, veröffentlichte der NPD-Bundesverband einen von Dr. Nordbruch verfassten Artikel unter dem Titel „Begräbnis von Eugene Terre’Blanche: Größte Versammlung weißer Menschen im »Neuen Südafrika«“. Es kann hierbei der Eindruck entstehen, als hätte Dr. Nordbruch bei der Beerdigung des rechtsextremen AWB-Führers in Ventersdorp persönlich teilgenommen. Zwei Tage zuvor bekundete der damalige NPD-Parteivorsitzende, Udo Voigt, sein Bedauern mit den Worten: „Dieser Mord ist ein Ritual des schwarzen Rassismus. Eugène Terre’Blanche wurde ermordet, weil er ein Bure war, der für die Gerechtigkeit und die Freiheit focht.

Wie neuerdings erfahren, werden Dr. Claus Nordbruch und seine Aktivitäten nicht nur vom Bundesamt für Verfassungsschutz in Köln, sondern auch vom Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) der Freien und Hansestadt Hamburg beobachtet. Es ist anzunehmen, dass diese Person mit seinen vielfältigen Kontakten zur Rechten Szene in die heute in Betrieb genommene Rechtsextremismusdatei RED aufgenommen wird. Erschreckend erweist sich hingegen die Tatsache, dass die renommierte Buchladenkette Lehmanns, so die Information eines Users, via dem hauseigenen Internet-Buchshop die Publikationen des Rechtsextremen zum Kauf anbietet.

2010sdafrika-Exklusiv-Interview mit Jürgen Maurer, BKA-Vizepräsident:

https://2010sdafrika.wordpress.com/2012/09/11/sudafrika-ermittlungen-des-bundeskriminalamtes/

4 Antworten zu “Exklusiv: Der Südafrika-Kontaktmann der NPD

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  4. In dem Fall kann man leider nichts machen. Haben die aber auch schlau gemacht sich nach Südafrika abzusetzen und von dort aus zu operieren. Naja…wer es braucht. Ich bin der Meinung, dass die NPD niemals an Macht gewinnen werden. Da können sie machen, was sie wollen.

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