Bundeswirtschaftsminister Rösler in Südafrika

Mehr Kooperation und weniger Korruption & weniger Bürokratie und mehr Mittelstand

(Autor: Ghassan Abid)

In südafrikanischen Wirtschaftskreisen wird Deutschland gerne als „Gigant am Kap“ bezeichnet. Diese Metapher beschreibt den Geltungsrang deutscher Unternehmen für die südafrikanische Volkswirtschaft. Dr. Philipp Rösler, Bundeswirtschaftsminister und FDP-Parteivorsitzender, verfasste einen am 5. Oktober 2012 veröffentlichten Gastbeitrag für die Pretoria News und griff diesen Status quo auf. Er untermauert den Wunsch eines Ausbaus der deutsch-südafrikanischen Wirtschaftsbeziehungen. Am 4. Oktober 2012 hielt sich Rösler anlässlich des 60. Geburtstags der AHK Südliches Afrika, welche nach eigenen Angaben über 500 Mitglieder zählt, am Kap auf.

© Dr. Philipp Rösler (hier Archivbild), Bundeswirtschaftsminister und FDP-Parteivorsitzender, hielt sich am 4. Oktober 2012 in Südafrika auf. Er fordert mehr Wirtschaftskooperation zwischen Deutschland & Südafrika und weniger Bürokratie und Korruption. Vor allem die Probleme des deutschen Mittelstands hat er angesprochen. (Quelle: flickr/ INSM)

© Dr. Philipp Rösler (hier Archivbild), Bundeswirtschaftsminister und FDP-Parteivorsitzender, hielt sich am 4. Oktober 2012 in Südafrika auf. Er fordert mehr Wirtschaftskooperation zwischen Deutschland & Südafrika und weniger Bürokratie und Korruption. Vor allem die Probleme des deutschen Mittelstands hat er angesprochen. (Quelle: flickr/ INSM)

Bundeswirtschaftsminister Rösler kam zu Gesprächen mit Vertretern der Regierung in Pretoria zusammen, unter anderem mit Vizepräsident Kgalema Motlanthe. Im Anschluss fanden mehrere Unternehmensbesuche statt. Angesprochen wurden das Rohstoffvorkommen des Landes, die Erneuerbaren Energien und der Forschungsstandort Südafrika. Ebenso wurde die Konkurrenz mit China dahingehend thematisiert, dass Deutschland nur mit qualitativ hochwertigen Produkten auf Dauer erfolgreich sein kann.

Aus Wirtschaftskreisen wurde bekannt, dass Rösler die Schwierigkeiten von mittelständischen Unternehmen angesprochen hat, etwa im Hinblick auf die immense Bürokratie am Kap. Ebenso stelle die langsame und ineffektive Dienstleistungserbringung südafrikanischer Behörden ein Problem dar. Darüber hinaus kritisierte der FDP-Politiker in 4-Augen-Gesprächen die vielerorts existierende Korruption, welche sich als ein grundsätzliches Risiko für deutsche Unternehmer erweist. Hingegen bekräftigte der Bundeswirtschaftsminister die fortwährende Erfordernis der Qualifikation von Arbeitnehmern im Rahmen von beruflichen Weiterbildungen. Der Tourismus und die Automobilbranche fanden in den Gesprächen die meiste Beachtung, heißt es aus Pretoria. Inwieweit die gegenwärtige Minenkrise in Südafrika angesprochen wurde, ist nicht bekannt.

Über 600 deutsche Unternehmen sind zurzeit in Südafrika tätig, welche 90.000 unmittelbare Arbeitsplätze geschaffen haben. Südafrika ist mit einem Bruttoinlandsprodukt von 294 Milliarden Euro für das Jahr 2011 der wichtigste Handelspartner Deutschlands auf dem schwarzen Kontinent. In einem Interview vom 18. Juni 2012 mit Andreas Wenzel, Generalsekretär der Wirtschaftsinitiative SAFRI, wird auf die lange Tradition deutsch-südafrikanischer Wirtschaftsbeziehungen verwiesen. Die deutsche Wirtschaft ist gegenwärtig damit bemüht, an den offiziellen deutsch-südafrikanischen Regierungsgesprächen teilzunehmen. Bisher findet die Binationale Kommission unter Ausschluss der Wirtschaft statt. Probleme aus der Sicht von Wirtschaftsrepräsentanten seien neben der komplizierten Visavergabe zur Einreise südafrikanischer Geschäftspartner im Schengenraum, auch Forderungen der Regierung in Pretoria, wonach in der Automobilbranche vor allem deutsche Zulieferbetriebe stärker als bisher in südafrikanische Produktionsstätten investieren sollen.

3 Antworten zu “Bundeswirtschaftsminister Rösler in Südafrika

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  3. Tja, das ist mal wieder so richtiges hochnäsiges Imperialistengequatsche irgendwoe. Zum einen haben wir in Deutschland selber auch reichlich Korruption, sie wird eben nur besser verschleiert und dann schläft man eben mal bei Freunden und so. Zum anderen was sollen die Südafrikaner nun mit diesen schlauen Aussagen anfangen? Sagen wir schaffen morgen die Korruption ab und machen alle Menschen fröhlich und mittelständig?
    Was eine überflüssige Aussage und sowas ist Minister in Deutschland, ich konnte ihn eh nie ab.
    Solche Leute fahren in unserm Namen durch die Weltgeschichte undverbreiten ganz gönnerhaft Weisheiten. Um seine Probleme weiss Südafrika selbst, nach Lösungen ist gefragt, nicht nach altklugem geschwaller…….

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