Steuereinnahmen-Plus von 6 Milliarden Euro

Lediglich 4,5 der 13,7 Millionen registrierten Steuerzahler sind leistungsfähig und zahlen auch

(Autor: Ghassan Abid)

Das südafrikanische Finanzministerium und die ihr unterstehenden Finanzämter, letztere im „South African Revenue Service (SARS)“ zusammengefasst, vermeldeten in dieser Woche ein stolzes Steuerplus von 6 Milliarden Euro für das Jahr 2011. FinanzministerPravin Gordhan nahm für das zurückliegende Jahr demnach insgesamt rund 742,6 Milliarden Rand, also 66 Milliarden Euro, ein. Dies entspricht einem Zuwachs von 3,9 Milliarden Rand mehr, als in der Prognose vom Februar 2012 ursprünglich erwartet. Während in den Vorjahren die Steuern um jeweils 4 Prozent zulegten, wird der letzte Zuwachs mit 10 Prozent beziffert.

    © Die südafrikanische Finanzbehörde „South African Revenue Service (SARS)“ vermeldet für das Jahr 2011 ein Steuerplus von 6 Milliarden Euro. Vor allem bei der Einkommens- und Körperschaftssteuer konnten Zuwächse im jeweils zweistelligen Prozentbereich erzielt werden. Dennoch zeigt sich, dass die Mehrheit der knapp 2 Millionen Unternehmen und 13,7 Millionen registrierten Südafrikaner aufgrund fehlender Leistungsfähigkeit keine Steuern zahlt. (Quelle: TheBizSense)

© Die südafrikanische Finanzbehörde „South African Revenue Service (SARS)“ meldet für das Jahr 2011 ein Steuerplus von 6 Milliarden Euro. Vor allem bei der Einkommens- und Körperschaftssteuer konnten Zuwächse im jeweils zweistelligen Prozentbereich erzielt werden. Dennoch zeigt sich, dass die Mehrheit der knapp 2 Millionen Unternehmen und 13,7 Millionen registrierten Südafrikaner aufgrund fehlender Leistungsfähigkeit keine Steuern zahlt. (Quelle: TheBizSense)

Vor allem bei der Einkommenssteuer (Personal Income Tax (PIT)) und der Körperschaftssteuer (Company Income Tax (CIT)) waren Mehreinnahmen von jeweils 10 bis 15 Prozent zu beobachten. Die Einnahmen aus der PIT, die von den Löhnen der Arbeitnehmer abgezogen werden, umfassen für das Steuerjahr 2011 rund 250 Milliarden Rand. Ebenso zogen die Einkünfte aus der Mehrwertsteuer VAT um 4 Prozent an.

Der Zoll konnte ebenfalls einen Anstieg an Einnahmen verbuchen, der für 2011/12 mit 26 Prozent und somit 34 Milliarden Rand veranschlagt wird. Hingegen sanken die Einnahmen aus der Börsensteuer (Capital Gains Tax (CGT)) von 9,1 Milliarden Rand im Jahr 2010/11 auf 6,8 Milliarden Rand im Jahr 2011/12.

Südafrikas Politik hielt in der Vergangenheit mehrfach fest, dass die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 die negativen Effekte der Weltwirtschaftskrise weitgehend abfederte, sodass die Wirtschaft des Landes besser erholt sei als die anderer Staaten. Ebenso werden Modernisierungsmaßnahmen innerhalb der südafrikanischen Finanzverwaltung als Grund für das Plus angeführt. Allerdings dürfte die aktuelle Minenkrise die künftigen Steuerausschichten deutlich dämpfen.

Die SARS verfolgt seit einiger Zeit das ehrgeizige Ziel, wonach jeder Arbeitnehmer am Kap zu Steuern herangezogen werden sollte, sofern er leistungsfähig bzw. steuerpflichtig ist. Bisher ist nicht jeder registriert. Dem 5. SARS-Statistikbericht ist nämlich zu entnehmen, dass bislang 13,7 Millionen Südafrikaner als mögliche Steuerzahler registriert sind. Doch nur 4,5 Millionen Bürger zahlen tatsächlich Steuern, davon 40,2 Prozent aus der Provinz Gauteng.

Ebenso ist bei den Unternehmen – zum Stichtag 31. März 2012 um die 2,030 Millionen Wirtschaftseinheiten – ein gravierendes Ungleichgewicht zu verzeichnen. Denn nur ein Drittel der Unternehmen ist steuerpflichtig und zahlt, ein weiteres Drittel deckt gerade die eigenen betriebswirtschaftlichen Kosten und das letzte Drittel verzeichnet Verluste.

SARS betreibt zurzeit mehrere IT-basierte Projekte zur Steuerermittlung und -festsetzung. Mit dem Einsatz von IT-Verfahren sollen die Effizienz gesteigert und die Korruption begrenzt werden.

Im Land wird die These vertreten, dass die SARS die Steuerkontrolle vor allem auf das Einkommen von natürlichen Personen „abwälzt“ und die Unternehmen im Gegensatz im Rahmen von Betriebsprüfungen weitgehend vernachlässigt werden. Tatsächlich verfügt die SARS über wenig Expertise auf dem Gebiet von firmenbezogenen Steuerkontrollen, sodass die Beamten dieses Defizit mittels internationaler Kooperationen zu schließen versuchen.

Oupa Magashula, aktueller SARS-Chef, gilt als harter Verfechter einer Effizienzsteigerung der Finanzverwaltung Südafrikas. In politischen Kreisen ist bekannt, dass der ehemalige  Leiter der Personalabteilung des Telekommunikationsunternehmens Telkom vor allem die Einstellung von jungen Menschen als Steuerbeamte anstrebt, um der Behörde die notwendige Modernisierung zu ermöglichen. Darüber hinaus setzt er auf eine verstärkte Anwendung von IT-Verfahren zur Steuerermittlung und -festsetzung.

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