Deutsch-südafrikanische Kameradschaften

Eine Parallelgesellschaft der Weißen, die das Projekt „Regenbogennation“ ablehnt

(Autoren: Ghassan Abid, 2010sdafrika-Redaktion)

Südafrika ist das Rückzugsgebiet deutscher Rassisten und Rechtsextremer. Diese These kann mittlerweile als bestätigt gelten, nachdem weitere Recherchen in Deutschland und Südafrika offenbarten, dass die bilateralen Beziehungen im rechten Milieu sorgsam und äußerst konspirativ gepflegt werden. Es wird in eine Welt eingeblickt, die für die Öffentlichkeit verschlossen bleibt.

© Deutsche und Südafrikaner aus dem rechten Milieu unterhalten gute Kontakte untereinander. Mehrere Bundesbürger mit rechtsextremistischer Gesinnung leben mittlerweile am Kap und sind fester Bestandteil der Rassistenszene Südafrikas. In Nigel, einer Großstadt in Gauteng, treffen sich Mitglieder des „Boerevolk“, dem Burenvolk, welchem auch Deutsche angehören [im Bild]. Sie lehnen nicht-weiße Südafrikaner ab und damit verbunden das Projekt "Regenbogennation".

© Deutsche und Südafrikaner aus dem rechten Milieu unterhalten gute Kontakte untereinander. Mehrere Bundesbürger mit rechtsextremistischer Gesinnung leben mittlerweile am Kap und sind fester Bestandteil der Rassistenszene Südafrikas. In Nigel, einer Großstadt in Gauteng, treffen sich Mitglieder des „Boerevolk“, dem Burenvolk, dem auch Deutsche angehören [im Bild]. Sie lehnen nicht-weiße Südafrikaner ab und damit verbunden das Projekt „Regenbogennation“.

In der Vergangenheit berichtete „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ exklusiv von Dr. Claus Nordbruch, einem deutsch-österreichischen Publizist, der vom Bundesamt für Verfassungsschutz und anderen Sicherheitsbehörden beobachtet wird. Den eigenen Erkenntnissen nach hat Nordbruch gute Kontakte zum NSU-Umfeld, zum NPD-Bundesparteivorstand Jens Pühse und zu führenden südafrikanischen Rassisten wie Willem Ratte. Willem Ratte & seine Familie hingegen unterhielten in der zweiten Hälfte der 90er-Jahre ein nachhaltiges Vertrauensverhältnis zu einzelnen Diplomaten an der Deutschen Botschaft Pretoria.

Nun konnte festgestellt werden, dass mehrere Bundesbürger das Kapland für rechtsextreme Aktivitäten nutzen oder ihren Wohnsitz nach Südafrika verlegten. So zum Beispiel Tom aus Düren, der seit dem Frühjahr 2012 am Kap lebt. In Nigel, einer Großstadt in Gauteng, treffen sich Mitglieder des „Boerevolk“, dem Burenvolk, welchem auch Deutsche angehören. Ein weiterer deutscher Rechtsextremer heißt Adolf R., der mit seiner Familie in Rustenburg in der Provinz North West wohnhaft ist. Adolf R. nimmt eine wichtige Rolle in ideologischen Aktivitäten im rechtsextremen Milieu ein. Ferner kommuniziert André H. aus dem brandenburgischen Strausberg äußerst intensiv mit südafrikanischen Rassisten; man tauscht sich über die Entwicklungen der rechten Szenen in beiden Staaten aus. Auch ein anderer Rechtsextremer, Ben. G., lebt mittlerweile auch nicht mehr in Deutschland und gehört der Rassistenszene am Kap an. David M., ein Südafrikaner aus Pretoria, verfügt über militärisches Material, rechtsextremes Propagandamaterial und ein Kontaktnetzwerk zu mehreren Gegnern der multikulturellen Gesellschaft. Diese Aufzählung ließe sich um weitere Personen problemlos fortsetzen.

Fest steht, dass tausende rassistische Buren und dutzende deutsche Rechtsextreme enge Verbindungen untereinander pflegen. Die meisten mit den südafrikanischen Rassisten liebäugelnden Deutschen leben bereits im südlichen Afrika. Eine ganze Parallelgesellschaft hat sich mittlerweile, rund 18 Jahre nach dem Ende der Apartheid, etabliert. Hervorzuheben ist der signifikant hohe Anteil an südafrikanischen Frauen, die aktiv im rechten Milieu mitwirken. Die einstigen Apartheidsprofitierer, etwa Militärs und Geheimdienstagenten, sind vornehmlich in der Unternehmensberatung oder in privaten Sicherheitsfirmen tätig. Andere verdienen ihr Geld in der freien Wirtschaft als Angestellte, vor allem im IT-Bereich. So gut wie kein Rassist ist in einem Staatsunternehmen oder in der öffentlichen Verwaltung untergebracht – wohl aus Überzeugung und Protest gegen das Neue Südafrika. Die Bildung von terroristischen Gruppierungen, etwa nach dem Vorbild des Nationalsozialistischen Untergrunds in Deutschland oder der Boeremag in Südafrika, können nicht ausgeschlossen werden. Denn gewaltorientierte Äußerungen kursieren ganz selbstverständlich in diesen Kreisen.

2010sdafrika-Artikel zum deutschen Rechtsextremismus am Kap

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Eine Antwort zu “Deutsch-südafrikanische Kameradschaften

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