In Gedenken an Miriam Makeba

Heute vor 4 Jahren erlitt Mama Africa einen tödlichen Herzinfarkt. Ihre Enkelin fordert Rechte ein

(Autor: Ghassan Abid)

Zenzile Makeba Qgwashu Nguvama Yiketheli Nxgowa Bantana Balomzi Xa Ufun Ubajabulisa Ubaphekeli Mbiza Yotshwala Sithi Xa Saku Qgiba Ukutja Sithathe Izitsha Sizi Khabe Singama Lawu Singama Qgwashu Singama Nqamla Nqgithi ist der vollständige Name von Miriam Makeba, der bekanntesten Sängerin Südafrikas aller Zeiten. Die Komplexität des Namens ist ein Abbild dessen, wie umfangreich und vielfältig das Leben von Makeba alias Mama Africa war. Vor vier Jahren, am 10. November 2008, verstarb die Musiklegende außerhalb Südafrikas. Die nationale sowie internationale Öffentlichkeit hält inne und gedenkt Makeba – so wie sie es wollte – mit Freude, Fröhlichkeit und der Musik.

© Miriam Makeba erlitt heute vor genau 4 Jahren auf einem Benefizkonzert für den von der italienischen Mafia auf die Todesliste gesetzten Schriftsteller Roberto Saviano einen Herzinfarkt. Einen Tag später, in den Morgenstunden des 10. Novembers 2008, starb Mama Africa im Krankenhaus. Makeba ist eine bemerkenswerte Frau, die einen hohen Preis für die Freiheit Südafrikas zahlen musste. Sie ist die erfolgreichste südafrikanische Musikerin aller Zeiten. (Quelle: flickr/ Dedica Festival)

© Miriam Makeba erlitt heute vor genau 4 Jahren auf einem Benefizkonzert für den von der italienischen Mafia auf die Todesliste gesetzten Schriftsteller Roberto Saviano einen Herzinfarkt. Einen Tag später, in den Morgenstunden des 10. Novembers 2008, starb Mama Africa im Krankenhaus. Makeba ist eine bemerkenswerte Frau, die einen hohen Preis für die Freiheit Südafrikas zahlen musste. Sie ist die erfolgreichste südafrikanische Musikerin aller Zeiten. (Quelle: flickr/ Dedica Festival)

Miriam Makeba ist am 4. März 1932 in einem Township bei Johannesburg geboren. Sie stammte aus einfachen Verhältnissen und arbeitete zunächst als Hausmädchen. Doch im Laufe der Zeit entdeckte sie eine Vorliebe für die Musik und wurde Mitglied von verschiedenen Bands, etwa der Cuban Brothers und Manhattan Brothers. Im Anschluss gründete sie die weibliche Jazzband The Skylarks. Mit Hilfe des US-Musikers Harry Belafonte konnte Makeba in den USA musikalisch durchstarten und somit international aufsteigen. Mit ihrem im Jahr 1967 veröffentlichten Song Pata Pata, der in der südafrikanischen Klicksprache Xhosa gesungen wurde, erreichte sie ihren künstlerischen Höhepunkt. 1959 trat sie im Anti-Apartheid-Film Come Back, Africa auf.

Als Konsequenz wurde Makeba ins Exil verbannt. Den Tod ihrer Mutter konnte die Musikikone nur von der Ferne aus begleiten – es war der Preis für den Kampf für die Freiheit. Fortan nutzte sie ihren Prominentenstatus, um die Verbrechen am Kap gegen die schwarze Mehrheitsbevölkerung wiederholt öffentlich anzuprangern. Seit den 1960er-Jahren forderte Makeba von der internationalen Gemeinschaft die Verhängung von Sanktionen gegen das Apartheidsregime in Pretoria.

Mehrfach war Makeba verheiratet. Vor allem die 10-jährige Ehe mit dem in den USA lebenden Black-Panther-Aktivisten Stokely Carmichael, den sie 1968 zum Ehemann nahm, brachte die Südafrikanerin ins Visier der US-Bundespolizei FBI. Um der Überwachung zu entgehen, entschlossen sich Makeba und Carmichael nach Guinea auszuwandern. Allerdings stammt ihre einzige Tochter, Sibongile Angela Makeba, vom ersten Ehemann Gooli Kubay ab. 1950 ist ihr Kind auf die Welt gekommen und starb im jungen Alter von 35 Jahren unter ungeklärten Umständen. Nach dem Ende der Apartheid engagierte sich Makeba nicht nur für benachteiligte Mädchen und Frauen, sondern auch für internationale Persönlichkeiten wie des von der italienischen Mafia auf die Todesliste gesetzten Schriftstellers Roberto Saviano. Während eines Anti-Mafia-Konzerts am 9. November 2008, heute vor vier Jahren, erlitt Makeba bei einer Zugabe-Performance einen Herzinfarkt, der am nächsten Tag tödlich endete.

Gestern fand sich die Enkelin von Miriam Makeba, Zenzi Makeba Lee, in der südafrikanischen Botschaft in Berlin ein, um das heute stattfindende Makeba-Gedenkfestival in Berlin zu zelebrieren. Die Idee sollte bereits 2010 umgesetzt worden, doch scheitere die Umsetzung dessen an den schwierigen rechtlichen Hürden im Hinblick auf die Namensnutzung von Miriam Makeba. Denn vorherige Konzerte zu Makeba wurden stets unter der alternativen Namensnennung Mama Africa angeboten. Zenzi Makeba Lee, die Tochter von Sibongile Angela Makeba, hielt fest, dass ihre Oma in ganz Afrika populär war und überall auftrat.

© Zenzi Makeba Lee, die Enkelin von Miriam Makeba [im Bild mittig], findet es unerträglich, dass viele Personen aus dem Namen Miriam Makeba Profit schlagen und gleichzeitig die Enkel der Diva leer ausgingen. Die Miriam Makeba Foundation, der Zenzi als Direktorin vorsteht, kämpft bisweilen um die Wahrung des geistigen Eigentums. Die Gewinne sollen in gemeinnützige Vorhaben fließen, betont die Stiftungschefin in der südafrikanischen Botschaft in Berlin.

© Zenzi Makeba Lee, die Enkelin von Miriam Makeba [im Bild mittig], findet es unerträglich, dass viele Personen aus dem Namen Miriam Makeba Profit schlagen und gleichzeitig die Enkel der Diva leer ausgingen. Die Miriam Makeba Foundation, der Zenzi als Direktorin vorsteht, kämpft bisweilen um die Wahrung des geistigen Eigentums. Die Gewinne sollen in gemeinnützige Vorhaben fließen, betont die Stiftungschefin in der südafrikanischen Botschaft in Berlin.

Miriam Makeba musste viel Schmerz in Kauf nehmen, nachdem sie öffentlich die Apartheid kritisierte. Ihre Familie hat stark gelitten. Und umso trauriger ist es, so Zenzi, dass die Rechte am geistigen Eigentum Makeba´s von Dritten missbraucht würden. Es sei unerträglich, dass viele Personen mit dem Namen Makeba ihr Geschäft machen und gleichzeitig die Enkel der Diva leer ausgingen. Jene, die am meisten gelitten haben, würden keinen Cent erwirtschaften. Aus diesem Grund ist die Familie mit der Miriam Makeba Foundation rechtlich gegen die Profiteure vorgegangen. „Es handelt sich um eine neue Apartheid“, die das Ansehen von Makeba „zerstört“ und die die „Verwertungsrechte von schwarzen Südafrikanern gestohlen hat“. Der Kampf sei noch nicht ausgestanden, hielt die ebenfalls als Sängerin in Erscheinung getretene Zenzi mit emotionaler Stimme fest: „Makeba ist nicht nur meine Großmutter, sondern die aller Menschen“.

Miriam Makeba und ihr in Xhosa gesungener Hit „Pata Pata“

In Berlin trat Miriam Makeba bereits öfters auf. Sämtliche Konzerte waren ausgebucht. Die Berliner Gotzkowsky-Grundschule hat sich anlässlich der Personenehrung vor Kurzem in Miriam-Makeba-Grundschule umbenannt. Mit dem heutigen Konzert in der UNIVERSAL HALL, Gotzkowskystr. 22 in 10555 Berlin-Mitte, wird an diese Tradition angeschlossen.

4 Antworten zu “In Gedenken an Miriam Makeba

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