NSU als „abgekartetes Spiel“

Verfassungsschutz soll NSU-Opfer getötet haben, behauptet Rechtsextremist Nordbruch

(2010sdafrika-Redaktion)

Erneut macht der in Südafrika lebende rechtsextreme Publizist Dr. Claus Nordbruch von sich reden. In einem Interview auf seiner Homepage unter dem Titel „NSU: Rechtsstaatlichkeit und seriöse Medien“, dessen Veröffentlichungsdatum unbekannt ist und das von den Medien bislang kaum aufgegriffen wurde, leugnet er im Grunde genommen die Existenz „einer Terrororganisation namens NSU“. Er stellt eine solche Vereinigung in Frage und beruft sich auf Indizien, die seines Erachtens auf einen „inszenierten Schwindel“ hindeuten.

    © Das NSU-Trio Uwe Böhnhardt, Beate Zschäpe und Uwe Mundlos sollen einer Intrige zum Opfer gefallen sein, behauptet Dr. Claus Nordbruch. Der in Südafrika lebende rechtsextreme Publizist beschuldigt die deutschen Inlandsnachrichtendienste, die zehn Opfer des NSU ermordet zu haben. Seine "Indizien" kann er nicht hinreichend begründen. Nordbruch bedient sich einer Verschwörungstheorie, die gegen Staat und Medien gerichtet ist. (Quelle: Fahndungsplakat BKA)

© Das NSU-Trio Uwe Böhnhardt, Beate Zschäpe und Uwe Mundlos sollen einer Intrige zum Opfer gefallen sein, behauptet Dr. Claus Nordbruch. Der in Südafrika lebende rechtsextreme Publizist beschuldigt die deutschen Inlandsnachrichtendienste, die zehn Opfer des NSU selbst ermordet zu haben. Seine Indizien kann er jedoch nicht hinreichend begründen. Nordbruch bedient sich einer Verschwörungstheorie, die gegen Staat und Medien gerichtet ist. (Quelle: Fahndungsplakat BKA)

Den Medien und der Politik wirft Nordbruch vor, die Verbrechen nicht wahrheitsgetreu darzustellen und einem politischen Motiv nachzugehen. Immer wieder spricht er von Indizien, die seine These bekräftigen würden. In diesem Zusammenhang verweist er mehrfach auf die Terroranschläge des 9. Septembers 2001.

Das Comic-Video zu den sogenannten „Döner-Morden“ bewertetet Nordbruch als zu wenig beweiskräftig, um von Rechtsterrorismus sprechen zu können. Vielmehr stellt er in den Raum, dass die Opfer des NSU durch die deutschen Nachrichtendienste ermordet wurden: „Da hieß es sinngemäß, daß alles daraufhin deute, daß es sich hier offenbar um Geheimdienstmorde handeln würde.“ Mitarbeitern des Verfassungsschutzes wirft er in verleumderischer Form vor, die zehn Personen – meist Bürger mit Migrationshintergrund – getötet zu haben.

Darüber hinaus beruft sich Nordbruch auf einen Artikel von Spiegel Online vom 15.11.2011, wonach laut Aussagen eines Beamten des Thüringer Landeskriminalamts die NSU-Beschuldigte Beate Zschäpe „für den Verfassungsschutz spioniert haben könnte“. Seine Anschuldigungen gehen sogar noch weiter und er gibt den deutschen Sicherheitsbehörden die Schuld, dass das Trio rund zehn Jahre untertauchen konnte: „Ohne behördliche Hilfe dürfte das unmöglich sein!

Gleichzeitig grenzt sich Dr. Claus Nordbruch von terroristischen Aktivitäten ab und erklärt: „Im politischen Kampf, gerade in Deutschland, wirkt sich die Anwendung von Gewalt, von Terror gar, als kontraproduktiv aus, da sie niemals zum Rückhalt im Volk führt, sondern immer nur abschreckend wirkt. Ich stehe auf Seiten derjenigen, die die geistig-politische Auseinandersetzung führen.“ Zum Schluss des „Zwiegesprächs“ greift Nordbruch mehrere Presseartikel auf und benennt Journalisten, die seiner Meinung nach falsch recherchieren bzw. falsche Behauptungen aufstellen würden.

Mit diesem Artikel versucht sich Nordbruch ganz klar von den Anschuldigungen im Zusammenhang mit dem NSU-Terror zu verteidigen. In mehreren Verfassungsschutzakten taucht er namentlich auf und wird mit dem NSU eindeutig in Verbindung gebracht. Nordbruch widerspricht der Existenz eines NSU, aber nicht dem möglichen Kontakt zum Umfeld Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt. Auch bleibt er die Begründung seiner angeblichen Indizien schuldig. Aus deutschen Sicherheitskreisen heißt es, Extremisten bedienten sich gerne der Verschwörungstheorien, um von sich selbst abzulenken.

Unterdessen hat die Bundesanwaltschaft am 08.11.2012 vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts München Anklage gegen das mutmaßliche NSU-Mitglied Zschäpe sowie vier mutmaßliche Unterstützer und Gehilfen des „NSU“ erhoben. „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ hat mehrfach über den deutschen Rechtsextremismus am Kap und darauf aufbauend über die Verbindungen Nordbruchs zum NSU, zur südafrikanischen Rassistenszene und zur NPD berichtet. Wie nun bekannt wurde, hat Nordbruch am Tag der Beerdigung des rechtsextremistischen AWB-Führers Eugène Terre’Blanche, der Witwe Martie Terre’Blanche ein Beileidstelegramm des damaligen Vorsitzenden der NPD, Udo Voigt, persönlich überreicht. Diese Information ist von mehreren Personen aus Südafrika bestätigt worden.

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