ANC-Frauenliga: „Südafrika ist kein Schlachthaus“

Kampagne fordert Auslieferung des Briten Dewani an Südafrika – trotz labilem Gesundheitszustand

(Autor: Ghassan Abid)

Der Justizfall Shrien Dewani erreicht einen neuen Höhepunkt. Am 4. Dezember 2012 verkündete die ANC-Frauenliga (ANCWL), dass der Brite von Großbritannien an Südafrika ausgeliefert werden solle. Die ANCWL plane für den kommenden Montag einen Protestmarsch zur britischen Botschaft in Pretoria. Troy Martens, Pressesprecherin der ANCWL, erklärt in einer Erklärung, dass der internationalen Gemeinschaft klar sein müsse, dass Südafrika kein Schlachthaus sei und die Gerechtigkeit ihren Lauf nehmen müsse.

© Anni Dewani, Geburtsname Hindocha, ist im November 2010 während ihrer Flitterwochen in Kapstadt ermordet worden. Die südafrikanische Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass ihr Bräutigam Shrien Dewani einen Auftragsmord erteilt haben soll. Der britische Staatsbürger kämpft bis heute gegen seine Auslieferung an Südafrika. (Quelle: flickr/ Jay Kullar)

© Anni Dewani, Geburtsname Hindocha, ist im November 2010 in ihren Flitterwochen in Kapstadt ermordet worden. Die südafrikanische Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass ihr Bräutigam Shrien Dewani einen Auftragsmord an drei Südafrikaner erteilt haben soll. Der britische Staatsbürger kämpft bisweilen gegen seine Auslieferung an Südafrika. (Quelle: flickr/ Jay Kullar)

Ferner wird dem britischen Botschafter am Kap ein Schreiben zugestellt, in welchem der Wille der südafrikanischen Frauen zum Ausdruck gebracht wird, eine zügige Auslieferung durch die britische Justiz zu erwirken.

Am vergangenen Montag entschied ein englisches Gericht, eine Entscheidung zur Auslieferung Dewanis auf Juli 2013 zu vertagen. Bereits im März 2012 wurde ein solcher Beschluss verschoben. Nach Angaben französischer Pressekreise wird der schlechte Gesundheitszustand des Angeklagten als Folge des Mordfalls als Begründung angeführt. Dewani wird beschuldigt, im November 2010 einen Auftrag zur Ermordung seiner frisch getrauten Braut Anni Dewani in den Flitterwochen in Kapstadt erteilt zu haben. Die drei beteiligten Südafrikaner am Mordkomplett – Zola Tongo, Xolile Mngeni und Mzwamadoda Qwabe – wurden bereits zu Haftstrafen verurteilt. Die drei Personen belasteten den Briten.

Seither befindet sich der einstige erfolgreiche Geschäftsmann aus Bristol in einer psychiatrischen Anstalt in England. Depression und ein post-traumatisches Stresssyndrom sind nachweislich festgestellt worden. Eine Auslieferung könne solange nicht vollzogen werden, sofern der Gesundheitszustand nicht stabil ist, heißt es vom zuständigen Gericht.

Hochzeitsvideo aus glücklichen Tagen

Hingegen geht die Familie des ermordeten schwedischen Models indischen Ursprungs von einer grundsätzlichen Schuld des Angeklagten aus. Südafrikas Medien und Justiz stehen in der Kritik, beim Fall Dewani die Unschuldsvermutung zu missachten und diese juristische Angelegenheit zu einem Politikum avanciert zu haben.

Shrien Dewani kämpft weiterhin gegen eine Auslieferung. Er befürchtet, von den Mithäftlingen sexuell missbraucht werden zu können. Der Brite beharrt bis zum heutigen Tag auf seine Unschuld.

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