Desinformationskampagnen zu Mangaung

Medien, Marktforschungsinstitute sowie konkurrierende ANC-Lager informieren und verwirren

(Autor: Ghassan Abid)

– ANC-Parteitag-Spezial –

Die folgende Nachrichtenmeldung wäre eine grandiose Überraschung für Südafrika: Kgalema Motlanthe ist der neue ANC-Parteivorsitzende. Wenn man aktuellen Umfragen Glauben schenken mag, dann genießt Motlanthe ein größeres öffentliches Vertrauen als Zuma. Das Marktforschungsinstitut TNS South Africa veröffentlichte heute exemplarische Umfrageergebnisse, wonach 52 Prozent aller 3.100 befragten Personen die Meinung vertraten, dass Zuma einen guten Job machen würde. Hingegen befanden über 70 Prozent der Umfrageteilnehmer eine Zustimmung für die Arbeit Motlanthes. Dies bedeutet, dass die Öffentlichkeit vordergründig hinter dem aktuellen Vizepräsidenten stehen würde. Ob dies tatsächlich so ist, kann bezweifelt werden.

    © Wenn man der südafrikanischen Presse Glauben schenken mag, dann ist nicht Jacob Zuma der große Favorit auf dem ANC-Parteitag in Mangaung, sondern der aktuelle Vizepräsident Kgalema Motlanthe. Marktforschungsinstitute bekräftigen in Umfrageergebnissen eine größere öffentliche Beliebtheit Motlanthes. Doch allein die 4.500 Delegierten werden über die Führungsstruktur der Partei entscheiden. Prof. Sipho Seepe, Politikredakteur der Zeitung Mail&Guardian und Direktor des privaten Wirtschaftsinstituts GIMT, bekräftigt diesen Standpunkt [hier Achivbild]. (Quelle: Facebook/ ANC)

© Wenn man der südafrikanischen Presse Glauben schenken mag, dann ist nicht Jacob Zuma der große Favorit auf dem ANC-Parteitag in Mangaung, sondern der aktuelle Vizepräsident Kgalema Motlanthe. Marktforschungsinstitute bekräftigen in Umfrageergebnissen eine größere öffentliche Beliebtheit Motlanthes. Doch allein die 4.500 Delegierten werden über die Führungsstruktur der Partei entscheiden. Prof. Sipho Seepe, Politikredakteur der Zeitung Mail&Guardian und Direktor des privaten Wirtschaftsinstituts GIMT, bekräftigt diesen Standpunkt [hier Achivbild]. (Quelle: Facebook/ ANC)

Die aktuelle Berichterstattung und einzelne Umfrageergebnisse von Instituten sind durchaus politisch motiviert angelegt. Südafrikanische Medien versuchen im Dialog mit namhaften politischen Kommentatoren die Geschehnisse in Mangaung nicht nur zu erörtern, sondern auch die Entwicklungen auf dem Parteitag in gewisser Weise zu beeinflussen. Interessant sind die Zuma-Statements beim privaten TV-Sender eNCA, die deutlich kritischer sind, als die des öffentlichen Rundfunks SABC.

Jacob Zuma ist nach wie vor im Visier der Presse. Seine Anhänger wissen diese Medienmacht einzuordnen und solidarisieren sich gezielt öffentlich mit ihrem 70-jährigen Favoriten. Unmittelbar vor der University of the Free State, dem Parteitagungsort, skandierten hunderte Zuma-Anhänger ihre Treue. Teilweise kam es zu Auseinandersetzungen mit Polizeibeamten. Innerhalb der Universität ereigneten sich turbulente Szenen, die in Streitigkeiten ausarteten. ANC-Generalsekretär Gwede Mantashe forderte die Delegierten wiederholt zur Disziplin auf.

Prof. Sipho Seepe, Politikredakteur der Zeitung Mail&Guardian und Direktor des privaten Wirtschaftsinstituts GIMT, erläuterte in einem TV-Interview, dass nicht die Medien den Vorsitzenden des ANC stellen werden, sondern allein die Delegierten. Nur die Stimmen dieser ANC-Repräsentanten würden über die Führungsstruktur der Partei entscheiden, führte Seepe fort.

Zuma kämpft für eine 5-jährige Verlängerung seines Amtes als Parteivorsitzender und damit verbunden das des Staatspräsidenten. Motlanthe will ihm diese politischen Mandate streitig machen. Heute haben Zuma und Motlanthe ihre Nominierungen für das Amt des Parteivorsitzenden angenommen.

Für das Amt des Vizepräsidenten stehen der Geschäftsmann Matthews Phosa, der Multimillionär Cyril Ramaphosa und Südafrikas Minister für den Wohnungsbau Tokyo Sexwale zur Wahl. Ramaphosa ließ hingegen bis zum Schluss offen, ob er überhaupt seine Nominierung annehmen und somit antreten wolle. Immer wieder tauchten Meldungen auf, dass er auf der Seite von Zuma oder Motlanthe stehen würde. Er gilt als schwer einzuschätzender Politiker. Das Amt des Generalsekretärs wird hingegen zwischen Gwede Mantashe und dem südafrikanischen Sportminister Fikile Mbalula ausgetragen. Auch andere Parteipositionen, wie die des Schatzmeisters, werden von den 4.500 Delegierten bestimmt.

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Zuma-Anhänger demonstrieren vor dem ANC-Parteitagungsort

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Eine Antwort zu “Desinformationskampagnen zu Mangaung

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