Einlass nur für Zulu-Jungfrauen

Einmal im Jahr versammeln sich tausende Südafrikanerinnen zum Umkhosi woMhlanga

(Autoren: Ghassan Abid, 2010sdafrika-Redaktion)

Die Zulus sind mit Abstand die wichtigste Bantu-Ethnie im heutigen Südafrika. Mit geschätzten elf Millionen Volksangehörigen ist diese Bevölkerungsgruppe die größte Gemeinschaft des Landes. Mehrheitlich leben die Zulus in der Provinz KwaZulu-Natal, aus welcher auch der aktuelle Präsident Jacob Zuma stammt. Einmal im Jahr, im September eines jeden Jahres, lädt der König der Zulus in den KwaNyokeni-Palast nach Nongoma ein. Touristen aus aller Welt schauen begeistert zu, wenn ein ganzes Königreich seinen feierlichen Höhepunkt begeht.

© Einmal im Jahr, im September, versammeln sich rund 10.000 Jungfrauen im KwaNyokeni-Palast des Zulu-Königs Goodwill Zwelithini kaBhekuzulu. Sie werden auf ihre künftige Rolle als Ehefrau vorbereitet. Nicht-Jungfrauen dürfen hingegen nicht teilnehmen. (Quelle: flickr/ Retlaw Snellac)

© Einmal im Jahr, im September, versammeln sich rund 10.000 Jungfrauen im KwaNyokeni-Palast des Zulu-Königs Goodwill Zwelithini kaBhekuzulu. Sie werden auf ihre künftige Rolle als Ehefrau vorbereitet. Nicht-Jungfrauen dürfen hingegen nicht teilnehmen. (Quelle: flickr/ Retlaw Snellac)

Beim „Umkhosi woMhlanga“, einer königlichen Tanzzeremonie, die neuerdings auch als „King Reed Dance Festival“ bekannt ist, versammeln sich tausende Zulus. Hauptsächlich Jungfrauen werden gezielt eingeladen. Eingeladene Gäste fühlen sich geehrt, wenn sie zu den Auserwählten gehören. Ihre Familien schmücken sich in dieser Zeit mit Ehre und Stolz. Wenn ein Mädchen jedoch keine Jungfrau mehr ist, so hat diese keinen Anspruch mehr auf eine Teilnahme. So sieht es die Zulu-Tradition vor.

Die Jungfrauen werden mit dem Singen, dem Tanzen und der Perlenstickerei auf ihre künftige Rolle als Ehefrau vorbereitet. Während verheiratete Frauen unter kompletter Kleidung vor Ort zu sehen sind, treten die Jungfrauen deutlich freizügiger auf. Je weniger Kleidung eine Frau hat, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie eine der Jungfrauen ist. Unter der Führung einer Prinzessin erblüht das Königreich für ganze vier Tage in Freude. Der König gesellt sich dann zu den Frauen, um mit ihnen gemeinsam zu feiern.

Die Zeremonie soll auch zum Zusammenhalt der Zulus beitragen und die Bedeutung der eigenen Kultur untermauern. Vor allem die Errungenschaften des Königs Shaka werden bei dieser Zeremonie in Erinnerung gerufen. Er war es, der den Zulus zu einer starken militärischen Macht und zur territorialen Expansion verhalf. Seither gelten die Zulus als stolzes Kriegervolk.

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© Teilnehmer des  Umkhosi woMhlanga vom September 2010. Rund 10.000 Zulus wurden eingeladen, vor allem Jungfrauen aus allen Teilen der Provinz KwaZulu-Natal. (Quelle: flickr/ Retlaw Snellac)

Seit 1968 regiert der umstrittene König Goodwill Zwelithini kaBhekuzulu, Sohn seines Vorgängers und Vaters König Cyprian Bhekuzulu kaSolomon. Er ist dem Ministerpräsidenten unterstellt und übt keine politische Funktion aus. Dennoch hat sein Wort großes Gewicht. Aktuell ist er mit fünf Frauen verheiratet und Vater von 27 Kindern. Seine sechste Gemahlin verstarb im Mai 1996 infolge eines Angriffs. König Goodwill Zwelithini kaBhekuzulu wird für seinen prunkvollen Lebensstil kritisiert. Er gilt als Verfechter der Tradition des Umkhosi woMhlanga und betonte mehrfach, dass diese Zeremonie von Generation zu Generation weitergegeben werden müsse.

Zeremonie des Umkhosi woMhlanga von 2011

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