Farmarbeiter-Proteste in De Doorns eskalieren

„Intervention des Staates“ gefordert. Regierung ignoriert Geschehnisse. Polizei feuert Gummigeschosse

(2010sdafrika-Redaktion)

Die Lage am Western Cape ist am Brodeln. Nach neuesten Pressemeldungen hat die Polizei gegen 3 Uhr morgendlicher Ortszeit Gummigeschosse und Tränengas auf demonstrierende Farmarbeiter einsetzen müssen. Die Wut der für mehr Lohn streikenden Menschen hat einen Höhepunkt erreicht. Nun fordern der Gewerkschaftsdachverband COSATU, die Democratic Alliance als Regierungspartei am Western Cape und die als Vermittler tätige Kommission CCMA eine „Intervention des Staates“.

© Die Farmarbeiterproteste in De Doorns eskalieren. Nun fordern Landespolitik und Gewerkschaft eine "Intervention des Staates". Dies bedeutet in der Praxis den Einsatz von mehr Polizei und/ oder die Verlegung von Armeeeinheiten an den Westkap. Weder das Arbeitsministerium noch die Presidency in Pretoria reagieren auf die Entwicklungen in De Doorns. (Quelle: Helivac)

© Die Farmarbeiterproteste in De Doorns eskalieren. Nun fordern Landespolitik und Gewerkschaft eine „Intervention des Staates“. Dies bedeutet in der Praxis den Einsatz von mehr Polizei und/ oder die Verlegung von Armeeeinheiten an den Westkap. Weder das Arbeitsministerium noch die Presidency in Pretoria reagieren auf die Entwicklungen in De Doorns. (Quelle: Helivac)

Die Polizeikräfte sollen ihre Gangart gegenüber den Arbeitern verschärft haben. Zuvor hieß es, dass die Proteste an Intensität abgenommen hätten. Weitere Farmarbeiter sind heute Morgen festgenommen worden.

Die als Vermittler für arbeitsrechtliche Sachverhalte tätige „Commission for Conciliation, Mediation and Arbitration (CCMA)“ soll sich nun ebenfalls für eine Intervention ausgesprochen haben. Die verhärteten Fronten erlauben keine weiteren Verhandlungen, hieß es.

Hingegen sollen die Farmarbeiter nach eigenen Informationen durchaus an einer sachlichen Verhandlung interessiert sein. Doch wollen die Demonstrierenden vielmehr mit der Arbeitsministerin Nelisiwe Mildred Oliphant persönlich in den Dialog treten.

Zudem erklärte der größte landwirtschaftliche Arbeitgeberverband AgriSA, dass die CCMA nicht als Repräsentant für die Verhandlung von Löhnen akzeptiert werde. Problematisch sei ebenfalls der Umstand, so AgriSA-Präsident Johannes Moller, dass die Proteste der Farmarbeiter „politisch motiviert“ seien. COSATU hingegen kritisierte den Arbeitgeberverband für die mangelnde Verhandlungsbereitschaft der Farmervertreter.

Seit Ende August 2012 demonstrieren die Farmarbeiter für bessere Lebensbedingungen, in erster Linie für mehr Lohn. Im November 2012 haben die Demonstrierenden einen Abschnitt der wichtigen Autobahnstrecke N1 blockiert. Detlev Reichel, Kap-Kolumnist von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“, erläutert die aktuellen Hintergründe zu den Lohnforderungen.

Während das Arbeitsministerium die Geschehnisse in De Doorns ignoriert, hat die Presidency heute ein Statement herausgegeben, wonach Präsident Jacob Zuma die Fußballnationalmannschaft Bafana Bafana anlässlich des anstehenden Africa Cups 2013 besuchen wird. Dementsprechend fühlen sich die Farmarbeiter von den Regierungsverantwortlichen in Pretoria seit mehreren Monaten im Stich gelassen.

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