Spielergebnis zum arabischen Bruderspiel

Tunesiens Mittelfeldspieler Youssef Msakni bezwingt die Algerier mit einem Last-Minute-Tor

(Autor: Ghassan Abid)

– Afrika-Cup 2013-Spezial –

Um 19 Uhr MEZ ist das „arabische Bruderspiel“ zwischen Algerien und Tunesien im südafrikanischen Rustenburg vom gambischen Schiedsrichter Bakary Papa Gassama angepfiffen worden. In der sogenannten „Todesgruppe D“, in der auch die Elfenbeinküste als großer Favorit des Afrika Cups 2013 ist, waren beide Mannschaften bemüht, das erste Spiel zu gewinnen.

© Der beim katarischen Profiverein Lekhwiya Sports Club unter Vertrag stehende tunesische Mittelfeldspieler Youssef Msakni schoss in der 90. Minute das Führungs- und Siegestor für Tunesien. Obwohl die algerische Mannschaft in der ersten Halbzeit stärker überzeugte als die Tunesier, gehen die Wüstenfüchse mit einer Niederlage in ihr Quartier zurück. (Quelle: flickr/ orange_sn)

© Der beim katarischen Profiverein Lekhwiya Sports Club unter Vertrag stehende tunesische Mittelfeldspieler Youssef Msakni schoss in der 90. Minute das Führungs- und Siegestor für Tunesien. Obwohl die algerische Mannschaft in der ersten Halbzeit stärker überzeugte als die Tunesier, gehen die Wüstenfüchse mit einer Niederlage in ihr Quartier zurück. (Quelle: flickr/ orange_sn)

1. Halbzeit: Gute Torchancen für Algerien

In den ersten Minuten sind die Tunesier in die eigene Hälfte zurückgedrängt worden. Doch die Innenverteidigung der „Adler von Karthago“ stoppte die Angriffe der algerischen „Wüstenfüchse“. In der 6. Minute dann verletzte sich der tunesische Mittelfeldspieler Issam Jemâa. Ein kurzer Angriff Tunesiens mündete schnell in einen algerischen Konter, doch war zu erkennen, dass beide Teams keine Struktur in ihrem Spielverlauf entwickeln konnten.

In der 11. Minute dann die erste große Chance für die Algerier. Der Stürmer Islam Slimani (Trikotnummer 9) versuchte einen Ballschuss von rechts kommend mit dem Kopf ins gegnerische Tor zu versenken. Doch Tunesiens Keeper Moez Ben Chérifia überzeugte mit einer Parade.

In der 15. Minute ließ Tunesiens Trainer Sami Trabelsi den verletzten Mittelfeldspieler Issam Jemâa durch Hamdi Harbaoui vom belgischen Erstligisten KSC Lokeren austauschen. Die anschließenden Freistöße und Torversuche beider Teams verliefen ins Leere.

Dann die nächste Chance für Algerien in der 29. Minute. Ein toller Kopfball des Stürmers Islam Slimani vom Proficlub CR Belouizdad aus Algier traf die Latte des tunesischen Tors. Tunesien Torwart Moez Ben Chérifia vom Profiverein Espérance Tunis hätte diesen kraftvollen Ball nicht gehalten. Auch in der 30. Minute dann die nächste Torchance Algeriens, jedoch ist diese von der tunesischen Abwehr gestoppt worden.

Tunesien versuchte im weiteren Verlauf das algerische Tor unter Druck zu setzen, doch scheiterten die Karthager durch Ballannahme-Schwierigkeiten. Vor allem Stürmer Hamdi Harbaoui fand nicht sein Gefühl zum Ball und erhielt in der 38. Minute zusätzlich die gelbe Karte. In den letzten Minuten der ersten Halbzeit zogen sich die tunesischen Mittelfeldspieler zunehmend zurück und unterstützten die eigene Abwehr.

Plötzlich die erste tunesische Torchance in der 41. Minute. Der in Gabès geborene Saber Khelifa vom französischen Club FC Évian Thonon Gaillard glänzte mit einem gefährlichen Schuss, der den algerischen Keeper Raïs M’Bolhi erstmals in Bedrängnis brachte.

© Im Royal Bafokeng-Stadion waren die algerischen Fans zahlenmäßig überlegen und somit besser zu hören. Riesige algerische Fahnen (im Bild) prägten die Begegnung zwischen Algerien vs. Tunesien. (Quelle: Facebook/ Équipe Nationale Algérienne)

© Im Royal Bafokeng-Stadion waren die algerischen Fans zahlenmäßig überlegen und somit besser zu hören. Riesige algerische Fahnen (im Bild) prägten die Begegnung zwischen Algerien vs. Tunesien. (Quelle: Facebook/ Équipe Nationale Algérienne)

2. Halbzeit: Tunesier in der Offensive und siegen

Anpfiff zum Beginn der zweiten Spielzeit. Oussama Darragi vom zwölffachen Schweizer Cup-Sieger FC Sion kam für den tunesischen Mittelfeldspieler Mejdi Traoui aufs Spielfeld. Tunesien in den ersten Minuten deutlich aktiver als in der ersten Halbzeit. Doch die andauernden Ballannahme-Probleme, zu langsamen Pässe und die fehlende Passgenauigkeit manövrierten die Karthager nicht zum erhofften Führungstreffer. Dagegen hatten die Algerier deutlich an Kraft abgenommen. Der Ballbesitz verschob sich deutlich zugunsten der Tunesier.

In der 60. Minute versuchte das Team des aus Sfax stammenden Trainers Sami Trabelsi mit besseren Pässen eine Offensivstrategie umzusetzen. Doch wiederholt wurden die Mittelfeldspieler durch gegnerische Spieler an diesem Vorhaben gehindert. Dann versuchten es die Tunesier mit langen Schüssen zum Stürmer Khelifa.

In der 72. Minuten fiel Sofiane Féghouli im Strafraum Tunesiens. Ein möglicher Elfmeter für Algerien, der aber umstritten bleibt. Schiedsrichter Bakary Papa Gassama ließ weiterspielen. Dann zwei Minuten später die Chance für Tunesien. Hamdi Harbaoui stürmte auf das algerische Tor und verfehlte es. Die algerischen Fußballspieler und Fans im Stadion atmeten auf.

Nun wurden die Wüstenfüchse schneller beim Abspielen. Das Mittelfeld-Gespann Kadir, Féghouli und Guédioura erhöhte das Tempo. Der bei Olympique Marseille spielende Kadir war sichtlich bemüht, das erste Tor für Algerien einzuleiten. Tunesien konnte den Attacken bislang standhalten.

In der 85. Minute tauschte Algeriens aus Bosnien und Herzegowina stammender Trainer Vahid Halilhodzic erstmals im Mittelfeld aus. Ungeachtet dessen waren die Algerier im Vergleich zur ersten Halbzeit deutlich schwächer in der Verteidigung und im Angriff.

Und dann die SENSATION in der 90. Minute! Mittelfeldspieler Youssef Msakni schoss äußerst kraftvoll in die obere rechte Ecke des algerischen Tors. Tunesien führte mit einem 1:0. Der beim katarischen Profiverein Lekhwiya Sports Club unter Vertrag stehende Fußballer wurde wie ein Star im Royal Bafokeng-Stadion gefeiert. Die anschließende Ecke konnten die Algerier nicht für sich nutzen. Das Spiel wurde abgepfiffen. Es steht 1:0 für Tunesien.

Highlights zum Match Algerien vs. Tunesien

Fazit: Algerien die bessere Mannschaft, Tunesien der Sieger

Obwohl die algerische Fußballnationalmannschaft spielerisch besser als Tunesien war, gehen die Wüstenfüchse mit einer Niederlage ins Quartier zurück. Die Karthager haben in der zweiten Spielhälfte deutlich an Tempo zugelegt. Dennoch sah es so aus, als würde das Spiel zwischen Algerien und Tunesien mit einem Unentschieden zu Ende gehen. Letztendlich siegt Tunesien dank ihres Mittelfeldspielers Youssef Msakni und kassiert drei Punkte in der Gruppentabelle D.

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