FNB-Bank entzürnt ANC

Werbekampagne provoziert Regierung und Partei. Zuschauer reagieren mit Unverständnis auf ANC

(2010sdafrika-Redaktion)

In Südafrika erhitzen sich die Gemüter manchmal schneller als sonst wo auf der Welt. Eine am 17. Januar 2013 gestartete Werbekampagne der First National Bank (FNB) unter dem Titel „You Can Help“, bringt die Hoffnung und Kritik mehrerer Schüler der Naledi-Oberschule in Soweto zum Ausdruck. Allerdings kam es nun anders als geplant.

© Die First National Bank (FNB), eine der größten Banken Südafrikas im Privatbesitz, hat am 17. Januar 2013 die Werbekampagne „You Can Help“ gestartet, in der Schulkinder aus Soweto ihren Unmut über die Politik im Lande zum Ausdruck bringen. Die ANC-Regierungspartei und das Präsidialamt kritisierten die Bank in scharfer Form. (Quelle: flickr/ Shine 2010 - 2010 World Cup good news)

© Die First National Bank (FNB), eine der größten Banken Südafrikas im Privatbesitz, hat am 17. Januar 2013 die Werbekampagne „You Can Help“ gestartet, in der Schulkinder aus Soweto ihren Unmut über die Politik im Lande zum Ausdruck bringen. Die ANC-Regierungspartei und das Präsidialamt kritisierten die Bank in scharfer Form. (Quelle: flickr/ Shine 2010 – 2010 World Cup good news)

Die nach eigenen Aussagen älteste Bank Südafrikas wolle mit dem Vorhaben in Erfahrung bringen, was die Kinder tatsächlich über Land und Zukunft denken: „We wanted to know how they feel about our country and our future“.

Konkret erläutern die Minderjährigen ihre Beschwerden im Hinblick auf die immense Arbeitslosigkeit, die Armut und die Streiks am Kap. Ebenso wird die von Korruption behaftete Regierung kritisiert. Letztendlich möchte die FNB mit dieser Werbekampagne auf ein stärkeres Engagement der Regierung drängen.

Die Regierungspartei ANC verurteilte unterdessen die FNB-Werbekampagne, da die Regierung und der ANC allein für Werbezwecke kritisiert werden. ANC-Pressesprecher Jackson Mthembu sagte, die Bank dürfe nicht Schulkinder für die Artikulation politischer Statements heranziehen: „FNB must desist from using school kids to make political statements in a manner that is disrespectful to elders…“. Zudem fügte Mthembu hinzu, dass die FNB mit ihrer Kampagne nicht zum Fortschritt des Landes beitrage.

Kurz darauf zeigte sich auch die Presidency über die FNB-Aktion enttäuscht. Collins Chabane – Minister für Leistungsfähigkeit, Monitoring und Evualation sowie Verwaltung im Präsidialamt – ermahnte die Bank und forderte eine konstruktive Zusammenarbeit zur Bewältigung der weltweiten Wirtschaftskrise.

Mittlerweile hat das FNB-Management sämtliche Videos der Werbekampagne, in denen die Kinder gezielt befragt worden sind, zum Schutz der Interviewten entfernen lassen. Der staatliche Rundfunk SABC, der unter der Kontrolle des ANC steht, verzichtet grundsätzlich auf die Ausstrahlung der kompletten Kampagne.

Gegenwärtig ist noch das Hauptvideo inklusive das Making-Of zur Kampagne im Internet zu sehen. Die Privatbank weist ungeachtet der negativen Reaktion jede Kritik von sich. Ebenso reagierten viele Zuschauer mit Unverständnis auf die Kritik des ANC.

FNB-Hauptclip zur Werbekampagne „You Can Help“

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2 Antworten zu “FNB-Bank entzürnt ANC

  1. Pingback: Kap-Kolumne: FNB und kein Ende? | SÜDAFRIKA – Land der Kontraste

  2. Es ist ein wenig wie mit dem „Spear“-Bild damals in der Johannesburger Galerie. Erst die harsche Reaktion des ANC macht die ganze Sache interessant. Ich denke auch, die Kritik der ANC-Führung hätte geschickter rüberkommen können. Das Florett ist manchmal effektiver als der Vorschlaghammer.
    Wie dem auch sei. Ich denke, diese Art kommerzieller Werbekampagne für eine Bank ist ein Fehlgriff. Es ist vergleichbar mit der Vermengung bzw. Verwechslung von PR und Journalismus. Es geht schließlich um Werbung für die Dienstleitungen eines Geldinstituts und nicht um eine Jugendstudie oder einen journalistischen Beitrag über die Jugend in Südafrika. Der FNB-Werbespot , der übrigens vor der Ausstrahlung täglich an der gleichen Stelle angekündigt wurde, dieser Webespot hat eine eindeutig politische Aussage, die nichts mit den zu bewerbenden Produkt zu tun hat. Oder bewirbt sich FNB darum, die Regierung in Pretoria zu übernehmen? Wohl kaum.
    Schade eigentlich. So wird nicht über die Aussagen der Kids diskutiert. Vielleicht sollte der ANC selbst mal mit der Jugend ins Gespräch kommen und dies enstprechend kommunizieren?

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