Kap-Kolumne: FNB und kein Ende?

Geldinstitut friert auf Druck der USA NGO-Konten ein. Sozialministerium Südafrikas sieht keinen Anlass

(Autor: Detlev Reichel ist der Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals. Als Missionskind, Sozialist und einstiger Westberliner Anti-Apartheids-Aktivist berichtet er aus und zu Südafrika.)

Die südafrikanische First National Bank hat die Konten der Al-Aqsa Foundation of South Africa (AFSA) eingefroren. FNB handele auf Druck des US-amerikanischen Finanzministeriums, heißt es in einer Erklärung der Al-Aqsa Stiftung. Danach begründe FNB seine „geschäftliche Entscheidung“ mit der Drohung, von ausländischen Finanznetzwerken ausgeschlossen zu werden, die den außenpolitischen Richtlinien der US-Regierung unterworfen sind. Es habe „keine Wahl“, argumentiere das Geldinstitut, weil AFSA auf einer schwarzen Liste des „Office of Foreign Assets Control (OFAC)“ erscheine – einer Exportkontrollbehörde des US-Finanzministeriums.

© Die südafrikanische First National Bank (FNB) hat die Konten der Al-Aqsa Foundation of South Africa (AFSA) auf Druck der USA eingefroren. AFSA ist eine rechtmäßige NGO, die vom Sozialministerium Südafrikas als solche voll akzeptiert wird. Die FNB steht erneut in der Kritik. (Quelle: flickr/ modenadude)

© Die südafrikanische First National Bank (FNB) hat die Konten der Al-Aqsa Foundation of South Africa (AFSA) auf Druck der USA eingefroren. AFSA ist eine rechtmäßige NGO, die vom Sozialministerium Südafrikas als solche voll akzeptiert wird. Die FNB steht erneut in der Kritik. (Quelle: flickr/ modenadude)

AFSA ist eine soziale Non-Profit-Organisation (NPO), die in Südafrika vom Sozialministerium registriert ist und alle gesetzlichen Voraussetzungen und Pflichten des NPO-Sektors erfüllt. Das Sozialministerium habe an AFSA nichts zu beanstanden und es gebe auch keinerlei Anlass, die Stiftung vom Geheimdienst des südafrikanischen Finanzministers, dem Finance Intelligence Centre, überwachen zu lassen.

Die Al-Aqsa Foundation unterstützt mit ihren Spendengeldern Wohltätigkeitsprojekte im palästinensischen Gaza und auf der Westbank, insbesondere Waisenkinder und Wasserprojekte. Die Stiftung erklärt, dass die Schließung ihrer südafrikanischen Konten nicht nur die Existenz der Stiftung selbst gefährde, sondern zu allererst das Wohlergehen von 1.500 Waisenkindern.

AFSA wertet das Einfrieren ihrer Konten durch die FNB als einen verfassungswidrigen Angriff auf die Zivilgesellschaft Südafrikas und fordert die Regierung des Landes auf, diese nun zu schützen.

Das Geldinstitut ist erst kürzlich in den Schlagzeilen wegen einer Anzeigenkampagne geraten, durch deren politischen Inhalt sich die südafrikanische Regierung direkt angegriffen sah. Die Bank entschuldigte sich öffentlich und nahm die Anzeigenvideos größtenteils zurück.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s