Südafrika auf der Berlinale 2013

Zwischen Zwangsehe und Paranoia: Johannesburger Regisseure greifen soziale Missstände auf

(2010sdafrika-Redaktion)

Es ist wieder soweit, wenn Filme aus aller Welt bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin gezeigt werden. Auf der 63. Berlinale ist das Land Südafrika mit drei Produktionen vertreten: Elelwani (Sektion Forum), Fynbos (Sektion Forum) und Layla Fourie (Sektion Wettbewerb). Im letzten Jahr lief mit Man on Ground lediglich ein einziger Film vom Kap.

© Auf der Berlinale 2013 ist das Land Südafrika mit drei Produktionen vertreten: Elelwani vom Regisseur Ntshavheni Wa Luruli (Sektion Forum), Fynbos von Harry Patramanis (Sektion Forum) und Layla Fourie von Pia Marais (Sektion Wettbewerb).

© Auf der Berlinale 2013 ist das Land Südafrika mit drei Produktionen vertreten: „Elelwani“ vom Regisseur Ntshavheni Wa Luruli (Sektion Forum), „Fynbos“ von Harry Patramanis (Sektion Forum) und „Layla Fourie“ von Pia Marais (Sektion Wettbewerb).

Der Johannesburger Ntshavheni Wa Luruli ist spätestens seit seiner Tätigkeit als Regisseur der populären TV-Serie „Soul City“ landesweit bekannt. Der an der Witwatersrand-University studierte Schauspieler wollte schon früh in die Regie, sodass er eine diesbezügliche Ausbildung an der Columbia University in New York zusätzlich ablegte. Gegenwärtig ist Wa Luruli als Filmdozent an der University of Johannesburg tätig. 2012 führte er die Regie des sozialkritischen Dramas Elelwani, das die Geschichte eines verliebten jungen Akademikerpaares der südafrikanischen Ethnie Venda erzählt. Das Pärchen fährt in Elelwanis Heimatdorf, um von den eigenen Hochzeits- und Auswanderungsplänen zu berichten. Allerdings muss die junge Frau (gespielt von Florence Masebe) mit Erschrecken feststellen, dass ihre Eltern sie bereits dem Stammeskönig versprochen haben. Elelwani wehrt sich gegen die drohende Zwangsehe und muss wohl doch dieser Heirat einwilligen. Sie erduldet die Venda-Traditionen und die Verpflichtung, ihrer Familie zu gehorchen. Die Liebe des Paares steht unter einer gewaltigen Belastung und droht zu zerbrechen.

Trailer Elelwani (2012)

Der teilweise in Südafrika lebende griechische Filmemacher Harry Patramanis ist am Kap nicht bekannt. Mit Fynbos betritt der Regisseur kinematografisches Neuland. Im besagten Spielfilm möchte Meryl (gespielt von Jessica Haines) ihre Identität verschleiern. Richard, ihr Ehemann, ist ein Immobilienhändler am Westkap, der eine Fynbos-Villa zu verkaufen versucht. Diese Villa steht auf einem Hügel zwischen Himmel und Erde – und ist somit für das menschliche Auge kaum erkennbar. Doch Meryl verschwindet und immer mehr Rätsel treten zum Vorschein. Mit der in Tunesien lebenden Jessica Haines spielt eine erfahrene Schauspielerin in Fynbos mit, die aus dem Drama „Schande“ unter der Regie von Steve Jacobs international bekannt wurde.

Trailer Fynbos (2012)

Außerdem ist die 1971 ebenfalls in Johannesburg geborene Regisseurin Pia Marais mit ihrem Politthriller Layla Fourie auf der Berlinale repräsentiert. Die aktuelle Produktion aus diesem Jahr thematisiert die schwierige Lage der alleinerziehenden Mutter Layla (gespielt von Rayna Campbell), die sich und ihr Sohn nur mit Aushilfsjobs über Wasser halten kann. Nachdem sie in einer Johannesburger Sicherheitsfirma beschäftigt wird, ereignet sich ein Unfall, der Laylas Leben komplett verändern wird. Sie ist inmitten eines Umfeldes, das auf Misstrauen und Paranoia gestützt ist. Die in Berlin lebende Marais versucht mit Layla Fourie die vorherrschende Ethnienproblematik im Post-Apartheids-Südafrika aufzuzeigen.

© Screenshot zum Politthriller Layla Fourie (2013)

© Screenshot zum Politthriller Layla Fourie (2013)

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