Kapstädter Hells Angels-Boss ausgeliefert

Exklusiv: Südafrikanische Behörden entsprechen nach 7 Jahren einem Rechtshilfeersuchen Russlands

(2010sdafrika-Redaktion)

Updates vom 18./19.03.2013: Das Foto ist ersetzt worden. Zudem ist die Redaktion über Dritte darüber informiert worden, dass Alexander Bely kein führendes Hells Angels-Mitglied in Kapstadt gewesen sein soll, sondern für zwei bis drei Monate mit den Rockern im Charter West Rand in Verbindung stand. Bedingt durch sein Verhalten soll der Russe dann im Rahmen eines „Out in Bad Standing“ von den Hells Angels verbannt worden sein. Unsere Quelle in Kapstadt betont ungeachtet dieser Informationen den Einfluss von Alexander Bely auf die Hells Angels im Charter Cape Town

Die Organisierte Kriminalität kennt keine territorialen Grenzen. So überrascht es nicht, dass ein in der Rockerszene bekannter Drogenschmuggler durch die südafrikanischen Behörden verhaftet und an Russland ausgeliefert wurde. Die Presse am Kap berichtete zu diesem Fall bislang nicht. In internationalen Ermittlerkreisen hingegen dürfte dieser Coup unstrittig auf ein großes Echo gestoßen sein. Der Festgenommene ist nämlich gefährlich, einflussreich und unberechenbar.

© EXKLUSIV-Bild: Der Russe Alexander Bely war bis zu seiner Auslieferung an das Innenministerium Russlands ein bekanntes Hells Angels-Mitglied aus Kapstadt. Seit 2005 übernahm er die federführende Rolle im Drogenschmuggel von Südafrika nach Russland. Sieben Jahre lebte er in Kapstadt, bis die südafrikanischen Behörden einem Rechtshilfeersuchen aus Moskau entsprachen. Bely galt als feste Größe im Organisierten Verbrechen am Kap. (Quelle: Ermittlerkreise)

© EXKLUSIV-Bild: Der Russe Alexander Bely war bis zu seiner Auslieferung an das Innenministerium Russlands ein bekanntes Hells Angels-Mitglied aus Kapstadt. Seit 2005 übernahm er die federführende Rolle im Drogenschmuggel von Südafrika nach Russland. Sieben Jahre lebte er in Kapstadt, bis die südafrikanischen Behörden einem Rechtshilfeersuchen aus Moskau entsprachen. Bely galt als feste Größe im Organisierten Verbrechen am Kap. (Quelle: Ermittlerkreise)

In der zweiten Februarhälfte 2013 soll Alexander Bely im Rahmen eines Rechtshilfeersuchens des russischen Innenministeriums ausgeliefert worden sein. Bely wird vorgeworfen, von 2003 bis 2005 Drogen im Wert von 1,2 Millionen US-Dollar nach Sankt Petersburg als Bestimmungsort geschmuggelt zu haben. Er soll mit weiteren Personen, meist Russen, große Drogenmengen in südafrikanische Badesalz-Lieferungen versteckt und im Anschluss in Richtung Heimat verschickt haben. Im Gegenzug sind größere Geldsummen auf die südafrikanischen Konten Belys und weiterer Gefolgsleute überwiesen worden.

Bereits im Jahr 2005 soll sich der Russe in Südafrika abgesetzt haben, nachdem russische Behörden nach Bely fahndeten. Nach eigenen Recherchen ist der Russe bis zuletzt ein führendes Hells Angels-Mitglied im Charter Cape Town gewesen, der in ganz Südafrika eine respektierte Größe im Organisierten Verbrechen war. Ein Jahr später, im Jahr 2006, setzte das russische Innenministerium den Rocker auf die internationale Fahndungsliste. Im Zeitraum 2007 bis 2012 verliefen drei Rechtshilfeersuchen Russlands aus verschiedenen Gründen erfolglos. Erst im Februar 2013 konnte der einflussreiche Drogenschmuggler, der in Russland als „Drogenlord“ eingestuft wird, an Moskau überstellt werden. Ihm drohen nun bis zu 18 Jahre Haft.

Unklar ist, ob zwischen Südafrika und Russland überhaupt ein Auslieferungsabkommen besteht. Zudem kann bezweifelt werden, dass Alexander Bely einen fairen Prozess nach den Maßstäben eines demokratischen Rechtsstaates erwarten kann.

Südafrika ist seit den 90er-Jahren ein Rückzugsgebiet von vor allem deutschen und schwedischen Hells Angels-Mitgliedern, so die eigenen Recherchen. Jürgen Maurer, Vizepräsident beim Bundeskriminalamt (BKA), bestätigte in einem vergangenen Interview mit „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ die intensiven deutsch-südafrikanischen Hells Angels-Beziehungen: „Daher ist uns bekannt, dass die südafrikanischen Charter des Rockerclubs „Hells Angels“ in Johannesburg und Westrand Anfang der 90er Jahre Unterstützung von Hells Angels auch aus Deutschland erhalten bzw. beiderseitige Treffen durchgeführt haben. Solche Kontakte sind nicht ungewöhnlich, da die Hells Angels weltweit agieren.

2 Antworten zu “Kapstädter Hells Angels-Boss ausgeliefert

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