Südafrika im Herzen-Kolumne

25.000 Euro für ein Austauschjahr im Ausland. Ein Schockerlebnis!

(Autor: Markus Hintze war Autor vom „Austausch-Log Südafrika“ auf Spiegel Online und ist neuer Kolumnist von “Südafrika im Herzen” auf “SÜDAFRIKA – Land der Kontraste”.)

November 2010: Ich habe es endlich geschafft und dieser turbulente Tag ist zu Ende. Turbulent, weil es heute sowohl Höhen als auch Tiefen gab und das bis ins Extreme. Als ich heute morgen in die Schule kam, erzählte uns Frau Schröder etwas über eine Messe für Austauschjahre und alles was dazugehöre. Ich war bis jetzt noch nie wirklich alleine von zuhause weg. Ich meine ohne meine Eltern. Wie das wohl sein mag so ganz alleine irgendwo auf der Welt zu sein und sein eigenes Ding zu machen. Doch zurück zum Thema.

© Markus Hintze hatte den Traum gehabt, ins Ausland zu gehen. Doch ein Austauschjahr ist teuer. Rund 25.000 Euro würde ein solches Vorhaben kosten, sagte eine Veranstalterin auf einer Messe in Berlin. Ein Schockerlebnis.

© Markus Hintze hatte den Traum gehabt, ins Ausland zu gehen. Doch ein Austauschjahr ist teuer. Rund 25.000 Euro würde ein solches Vorhaben kosten, sagte eine Veranstalterin auf einer Messe in Berlin. Ein Schockerlebnis.

Frau Schröder erzählte uns also von dieser Messe, die heute nach der Schule in einem Hotel im Herzen von Berlin stattfinden würde. Eigentlich hatte ich nicht wirklich Lust noch irgendetwas großartiges nach der Schule zu machen, aber immerhin ging es hier darum vielleicht mal etwas von der Welt zu sehen. Ausserhalb von Berlin, ausserhalb von Deutschland, irgendwo hinter den Grenzen Europas.

© Markus Hintze war Autor vom „Austausch-Log Südafrika“ auf Spiegel Online und ist neuer Kolumnist von “Südafrika im Herzen” auf “SÜDAFRIKA – Land der Kontraste”.

© Markus Hintze war Autor vom „Austausch-Log Südafrika“ auf Spiegel Online und ist neuer Kolumnist von “Südafrika im Herzen” auf “SÜDAFRIKA – Land der Kontraste”.

Ich meldete mich sofort für diese Messe und das ich dort in meiner Freizeit, nach der Schule, hingehen würde. Zwei weitere Mitschülerinnen meldeten sich ebenfalls. In Gedanken nur bei der Messe und was da so auf mich warten könnte, brachte ich diesen normalen Schultag so gut es ging zu Ende. Auf dem Weg in die Innenstadt dachte ich nur an all die Chancen, die sich dort vielleicht ermöglichen würden und welche Fragen ich stellen könnte. Wie teuer ist so ein Austauschjahr? Was macht man in einem Austauschjahr? Muss ich unbedingt in die U.S.A, nach England oder nach Kanada?

Ich war kurz davor mir im Bus alle Fragen aufzuschreiben, bevor ich sie wegen meiner Nervosität vielleicht noch vergessen würde.

Nach leichten Orientierungsschwierigkeiten fanden meine Mitschüler und ich das Hotel, in dem die Veranstaltung stattfinden sollte. An den Räumen war nicht wirklich etwas spektakulär. Man sollte sich das so ungefähr vorstellen, wie auf einer Messe, wo viele Konzerne vertreten sind und jeder einen eigenen kleinen Stand hat. Es waren ziemlich viele Menschen vor Ort und ich brauchte etwas Zeit, um mich durch den Raum zu kämpfen. Als ich endlich an einem Ende des Raumes angekommen war, konnte ich endlich beginnen mir einen Stand auszusuchen und die Verantwortlichen mit meinen Fragen zu durchlöchern – wie einen Schweizer Käse. Nun war es Nebensache, dass ich meine beiden Mitschüler, mit denen ich gekommen war, in der Menge verloren hatte.

Der erste Stand an dem ich mich wiederfand, hatte bunte Farben auf deren Logos und Flyern und doch begrüßte mich eine junge Dame in einem neutral gehaltenen Anzug. Etwas daran hatte mich sofort angesprochen, diese spielerisch, farbenfrohen Werbeplakate gemischt mit der doch souveränen und seriösen Eleganz der jungen Frau. Sie lächelte mich an und begrüßte mich sehr freundlich; wie auch sonst.

Die Dame im Anzug erzählte mir, dass ihre Organisation Austauschjahre für Schüler in die U.S.A. plane und die Schüler an örtliche Highschools vermittle. Ich würde dort drüben auch sehr gut betreut werden und müsste mir über nichts Gedanken machen, erzählte sie mir weiter. Aber nun habe ich genug geredet: „Was solle das Ganze den Kosten?“, fragte ich die Dame. „25.000 Euro“, antwortete die Dame, ohne auch nur eine Miene zu verziehen. „Wie bitte sollen meine Eltern denn mal eben 25.000 Euro aus dem Ärmel schütteln?“, dachte ich mir. Das Gefühl war niederschmetternd. Ich hätte nie gedacht, dass ein Austauschjahr so teuer wäre. Ich lief noch eine Weile dort herum, doch die anderen Veranstalter waren auch nicht viel billiger. Sogar diejenigen, die sich mir in ganz normaler Jeans präsentierten, waren dem Preise nach nicht angemessen bei einer solchen Präsentation. Ich musste mich wohl oder übel geschlagen geben.

Ich machte mich wieder auf den Rückweg nach Hause. Die Antworten auf meine Fragen hatte ich bekommen und doch war ich kein Stück weiter. Der Gedanke, dass es eine Lösung geben musste, ließ mich nicht los und doch konnte ich erstmal nichts mehr tun.

Als ich zu Hause angekommen war und mit meinen Eltern darüber redete, wieso ich so lange weg war, erzählte ich ihnen auch von meinen neuen Erkenntnissen und meinem niederschmetternden Ergebnis. Mir ging es immer noch nicht wirklich gut und jetzt auch noch darüber zu reden, machte es auch nicht besser. Ich glaube, gerade das haben meine Eltern gemerkt und so erzählte mir mein Vater von einem Flyer. Er hatte ihn auf Weg in der Stadt gesehen und sagte, dass es sich dabei um einen Sponsor handelte. Einen Sponsor, der Auslandsjahre finanzieren würde.

Im ersten Moment wusste ich gar nicht, wie ich auf dieses Statement reagieren sollte. Auf einmal war das niederschlagende Gefühl in dem Hintergrund gerückt und ich sah wieder eine neue Chance vielleicht doch ins Ausland zu kommen.

Und nun bin ich in meinem Zimmer und musste das alles einfach mal schnell aufschreiben, erzählen und einfach loswerden.

Morgen wird Frau Schröder bestimmt von mir verlangen allen davon zu erzählen, was bei der Veranstaltung rausgekommen ist.

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2 Antworten zu “Südafrika im Herzen-Kolumne

  1. Sehr interessant der Artikel, aber was hat das konkret mit südafrika zu tun?

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