Abschluss des 5. BRICS-Gipfels

Keine Entwicklungsbank, keine Ratingagentur und kein Krisenfonds, aber dafür mehrere Eklats

(2010sdafrika-Redaktion)

Der 5. BRICS-Gipfel, welcher vom 26. bis zum 27. März 2013 zum ersten Mal im südafrikanischen Durban tagte, verlief eher ernüchternd ab. Vieles wurde gesprochen, aber nur weniges wurde beschlossen. Die großen Errungerschaften konnte der Gastgeber nicht realisieren. Stattdessen wird positiv in die Zukunft der BRICS-Staaten geblickt.

© Der 5. BRICS-Gipfel in Durban enttäuschte die Delegationen aus Brasilia, Moskau, Neu-Delhi, Peking und Pretoria. Wichtige Entscheidungen wurden aufgrund von Unstimmigkeiten nicht getroffen: Die Gründung einer Entwicklungsbank, einer Ratingagentur und eines Antikrisenfonds wurden auf unbestimmte Zeit verschoben. Stattdessen kam es hinter den Kulissen zu mehreren Eklats. Vor allem die Russen waren verärgert. (Quelle: flickr/ BRICS)

© Der 5. BRICS-Gipfel in Durban enttäuschte die Delegationen aus Brasilia, Moskau, Neu-Delhi, Peking und Pretoria. Wichtige Entscheidungen wurden aufgrund von Unstimmigkeiten nicht getroffen: Die Gründung einer Entwicklungsbank, einer Ratingagentur und eines Antikrisenfonds wurden auf unbestimmte Zeit verschoben. Stattdessen kam es hinter den Kulissen zu mehreren Eklats. Vor allem die Russen waren verärgert. (Quelle: flickr/ BRICS)

Größte Enttäuschung aller Beteiligter dürfte die fehlende Konsensfindung bei der Gründung einer BRICS-Entwicklungsbank sein. Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika debattierten lange, konnten allerdings keinen Kompromiss bei Mechanismus, Sitz, finanzielle Ausstattung und Kompetenzen einer solchen Finanzinstitution finden. Die Gründung der zur Weltbank und zum IWF in Konkurrenz stehenden BRICS-Bank wird somit auf unbestimmte Zeit verschoben. Ebenso verliefen die Verhandlungen zur Schaffung einer Finanzratingagentur und eines BRICS-Antikrisenfonds ins Leere.

Hingegen einigten sich die Staats- und Regierungschef auf die gemeinsame Finanzierung von Projekten im Infrastrukturbereich. Ein Geschäftsrat wird unter dem Vorsitz Südafrikas die Betreuung dieser Projekte koordinieren. Zusätzlich sprachen sich die Delegationen für die Etablierung eines Wirtschaftsrates aus, der die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den BRICS-Staaten ankurbeln soll.

Bisher erfolgt die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den BRICS-Staaten vor allem über bilaterale und nicht wie angestrebt über multilaterale Abkommen. So schloss Südafrika vor allem mit Russland mehrere Abkommen in den verschiedenen Bereichen ab.

Ungeachtet dieser ernüchternden Ergebnisse auf dem 5. BRICS-Gipfel, krachte es hinter den Kulissen gewaltig. Vor allem die russische Delegation konnte ihren Unmut über den südafrikanischen Gastgeber gegenüber der Presse nicht zurückhalten. So wurden nicht nur Außenminister Sergej Lawrow und der Putin-Sprecher Dmitri Peskow von südafrikanischen Sicherheitskräften gefilzt. Es kam sogar zum Handgemenge zwischen russischen Bodyguards und südafrikansichen Beamten, als den Russen der Zutritt zum Tagungsgebäude verwehrt wurde. In russischen Medien ist teilweise die Rede von „Schikanen“ gewesen.

Eklat zwischen russischen Bodyguards und südafrikanischen Beamten

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2 Antworten zu “Abschluss des 5. BRICS-Gipfels

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