Südafrika-Lyrik am Sonntag

Ingo Baumgartner mit seinem Gedicht „Das Nashorn“

(Autor: Ingo Baumgartner)

© Baumgartners Südafrika-Gedicht: Das Nashorn. (Quelle: flickr/ to.wi)

© Baumgartners Südafrika-Gedicht: Das Nashorn. (Quelle: flickr/ to.wi)

Das Nashorn

Der Tag schickt sich an, neues Licht einzubringen,
noch zögert die Nacht, ihre Nebel zu lichten.
Im Zweigwerk beginnt schon das Morgenbesingen,
ein Laut zwingt das Auge, sich buschwärts zu richten.

Weit hörbares Schnauben aus mächtigen Lungen,
von Tonnen belasteter Tritt derber Zehen,
sind lang vor dem Tier aus dem Dickicht gedrungen.
Nun lässt sich ein Wesen aus Urzeiten sehen.

Das doppelte Spitzhorn verrät seinen Träger,
ein Vogel hackt Maden aus ledrigen Falten.
Des Nashorns verlässlicher, reitender Pfleger
begleitet des Dickhäuters Tagesgestalten.

Das spielende Ohr hört selbst leiseste Töne,
Betrachter tun gut daran, Abstand zu setzen.
Die Größe erlaubt, aus der Ferne das Schöne
des mächtigen Wesens gebührend zu schätzen.

_______________________________________________________

© Ingo Baumgartner

© Ingo Baumgartner

Ingo Baumgartner ist pensionierter Volksschuldirektor aus der Umgebung von Salzburg. Der Österreicher hat eine große Vorliebe für die Lyrik. Seine Erkundungsreisen durch Südafrika haben die Dichtung geprägt. An 23 Sonntagen wird jeweils ein Südafrika-Gedicht Baumgartners auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ veröffentlicht.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s