NASA-Studie warnt vor Klimawandel

Südafrika droht stärkere Trockenheit und weniger Regen. Ein Alarmruf aus Washington

(Autor: Ghassan Abid)

Am vergangenen Freitag veröffentlichte die US-Raumfahrtbehörde NASA eine Studie, die kaum mediales Interesse fand. Dabei sind die Erkenntnisse alarmierend wie noch nie zuvor. William Lau, leitender Forscher der NASA, untersuchte in einer Modellversuchsstudie den Zusammenhang zwischen Klimaerwärmung und Niederschlagswahrscheinlichkeit. Südafrika ist eine der Regionen, die es durch den Klimawandel besonders hart treffen wird.

© Eine im Mai 2013 veröffentlichte Studie der US-Raumfahrtbehörde NASA warnt vor den Folgen des Klimawandels. Demnach wird die Trockenheit in Südafrika weiter zunehmen. Bei bereits 1 Grad Fahrenheit mehr ist zu erwarten, dass die Regenwahrscheinlichkeit am Kap abnehmen wird. Stärkere Trockenheit ist die Folge. (Quelle: flickr/ NASA)

© Eine im Mai 2013 veröffentlichte Studie der US-Raumfahrtbehörde NASA warnt vor den Folgen des Klimawandels. Demnach wird die Trockenheit in Südafrika weiter zunehmen. Bei bereits 1 Grad Fahrenheit mehr ist zu erwarten, dass die Regenwahrscheinlichkeit am Kap abnehmen wird. Stärkere Trockenheit ist die Folge. (Quelle: flickr/ NASA)

Die NASA simulierte im Rahmen von 14 Modellversuchen mit einem Jahreszeitraum von 140 Jahren die Effekte der Klimaerwärmung auf die verschiedenen Regionen der Erde. In einigen Teilen der Welt komme es zu einer Zunahme an Regenperioden, in anderen Regionen hingegen zu stärkeren Trockenperioden. Die Kohlenstoffdioxidmenge (CO2) beeinflusse das Auftreten von Regen auf dem Planeten, heißt es im Papier.

In „feuchten Regionen“, jene am Äquator, ist mit noch mehr Regen zu rechnen. In „trockenen Regionen“ erwarten die Forscher umso weniger Niederschlag. Demnach wird bei einer Klimaerwärmung von 1 Grad Fahrenheit (0,556 Grad Celsius) mehr der „starke Regenfall“ auf der gesamten Welt um durchschnittlich 3,9 Prozent zunehmen. „Moderator Regenfall“ wird hingegen weltweit um 1,4 Prozent abnehmen.

Zudem werde in den „trockenen Regionen“ die Regenunwahrscheinlichkeit weltweit um 2,6 Prozent zunehmen. Für Südafrika bedeutet dies, dass die Trockenperioden länger andauern. Auch die Südstaaten der USA, Nordafrika, der Nahe Osten, Pakistan und der Nordwesten Chinas sind bei einer Klimaerwärmung um 1 Grad Fahrenheit mehr mit längeren Trockenperioden konfrontiert.

Europa und somit Deutschland haben nach der NASA-Studie kaum mit negativen Klimaeffekten zu rechnen, da die starken Regenfälle meist über den Ozean niedergehen würden. Auf den Anstieg des Meeresspiegels gehen Lau und sein Team nicht ein.

Fest steht nur, dass die Trockenheit am Kap einen unmittelbaren Einfluss auf die Gesellschaft haben wird. Konkret würde dies bedeuten, so die eigene Interpretation, dass Südafrika mit seinem ausgeprägten Landwirtschaftssektor auch ökonomische Einbußen zu erwarten hätte.

Zum Ende dieses Jahres findet der nächste Weltklimagipfel (COP 19) im polnischen Warschau statt. 2011 tagten die Klimaexperten im südafrikanischen Durban. Die Mitglieder der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC) sind bestrebt, bis 2015 ein Klimaschutzabkommen auszuhandeln, das eine weltweite Begrenzung der Klimaerwärmung auf 2 Grad Celsius vorsieht. Dafür müsste der weltweite Kohlenstoffdioxid-Ausstoß gesenkt werden.

NASA-Simulation zum Verhältnis Klimawandel und Niederschlag

Nach mehrheitlicher Auffassung von Klimaexperten ist die Erderwärmung nicht mehr zu verhindern. Nur das Ausmaß der Erwärmung sei noch beeinflussbar. Immer wieder werden das Wirtschaftswachstum und die Energieversorgung der Begrenzung des Kohlenstoffdioxid-Ausstoßes vorgezogen. Allein in Südafrika befinden sich zurzeit die größten Kohlekraftwerke auf dem gesamten afrikanischen Kontinent im Bau.

Der Energieversorger Eskom plant an den Standorten Medupi, 350 Kilometer nördlich von Johannesburg, und in Kusile, 150 Kilometer östlich der Metropole, die Inbetriebnahme von zwei Steinkohlekraftwerken mit einer Leistung von jeweils 4.800 Megawatt. Kohlekraftwerke stehen für ihren immensen CO2-Ausstoß in der Kritik und haben bei Umweltschützern den Ruf als „Umweltverschmutzer“.

2 Antworten zu “NASA-Studie warnt vor Klimawandel

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