Marke Mandela

Wie mit einer politischen Ikone viel Geld gemacht wird. Ein öffentlicher Familienstreit ist entbrannt

(Autor: Ghassan Abid)

Mandela-Bücher kann man kaufen, Mandela-Klamotten ebenfalls und Mandela-Souvenirs sowieso. Längst ist der erste schwarze Präsident Südafrikas zu einem beliebten Kaufprodukt geworden. Eine politische Ikone, die im Interesse vieler Unternehmer steht. Wenn der Vater der Nation stirbt, so dürfte der Wettbewerb um die besten Business-Ideen um ein weiteres schärfer werden.

    © Nelson Mandelas Kind Makaziwe [im Bild rechts] betreibt mit ihrer Tochter Tukwini [im Bild links] die Firma „House of Mandela“, die Mandela-Weine vertreibt. Längst wird mit dem Namen Mandela Geld gemacht, sei es mit Mandela-Büchern, Mandela-Klamotten oder Mandela-Souvenirs. (Quelle: House of Mandela)

© Nelson Mandelas Kind Makaziwe [im Bild rechts] betreibt mit ihrer Tochter Tukwini [im Bild links] die Firma „House of Mandela“, die Mandela-Weine vertreibt. Längst wird mit dem Namen Mandelas Geld gemacht, sei es mit Mandela-Büchern, Mandela-Klamotten oder Mandela-Souvenirs. (Quelle: House of Mandela)

Ganze 27 Jahre opferte Mandela seine eigene Freiheit, um diese der schwarzen Mehrheitsbevölkerung zu ermöglichen. Leidtragende waren der Inhaftierte selbst und seine Familie. Die Zeit in der Haft hat den heute 94-Jährigen sehr geprägt. Man hätte annehmen können, dass er Rache verspüren würde. Doch entschied er sich, auch während seiner Präsidentschaft von 1994 bis 1999 für eine Politik der Versöhnung. Dieser Kurs verschaffte dem ehemaligen politischen Gefangenen unermesslichen Respekt im In- und Ausland. Seit dem Ende der WM 2010 lebt Mandela vollkommen zurückgezogen bei seiner Familie im Dorf Qunu. Doch genau diese steht  seit einigen Tagen in der öffentlichen Kritik.

Der Mandela-Clan besteht aus rund 40 Familienangehörigen, darunter 17 Enkeln und 14 Urenkeln. Einige sind bereits verstorben, etwa seine Eltern oder beiden Söhne Madiba Thembekili Mandela und Makgatho Mandela. Dreimal war der Friedensnobelpreisträger bereits verheiratet. Mit seiner ersten Frau Evelyn Ntoko erblickten vier Kinder und mit seiner zweiten und langjährigen Ehefrau Winnie Madikizela die Töchter Zenani Dlamini und Zindzi Mandela das Licht der Welt. Aus der seit 1998 bestehenden Ehe mit Graça Machel sind keine Kinder entsprungen.

Nelson Mandelas Töchter Makaziwe aus erster Ehe und Zenani aus zweiter Ehe sollen, so heißt es in südafrikanischen Presseberichten, mehr Einfluss in den Geschäftsangelegenheiten ihres Vaters eingefordert haben. Mehr Einfluss deshalb, weil beide Töchter bereits Profit aus der Marke Mandela für sich ziehen. Makaziwe Mandela beispielsweise betreibt mit ihrer Tochter Tukwini die Firma „House of Mandela“, die Mandela-Weine vertreibt.

Nelson Mandela soll nun sogar juristisch gegen beide Töchter vorgegangen sein, um ihnen jegliche Mitsprache zu entziehen. Bisher ist es so, dass Nelson Mandela drei Weggefährte als sogenannte Vermögensverwalter eingesetzt hatte, die die Geschäftsangelegenheiten betreuen. Sämtliches Vermögen Mandelas ist bislang in den beiden Fonds Harmonieux Investment Holdings und Magnifique Investment Holdings untergebracht. Mindestens eine Million Euro sollen auf diesen investiert worden sein. Makaziwe und Zenani wird nachgesagt, sich ebenfalls als Mittelverwalterinnen einsetzen lassen zu wollen.

Auch andere Nachfahren südafrikanischer Persönlichkeiten machten öffentlich einen Anspruch geltend, wonach sie als Leidtragende zumindest einen ökonomischen Vorteil für sich ziehen dürften. Zenzi Makeba Lee, Enkelin der Musiklegende Miriam Makeba, fand es bei einer Veranstaltung in Berlin unerträglich, dass viele Geschäftsleute – meist aus dem Westen – mit dem Namen Miriam Makeba Profit schlagen und gleichzeitig die Enkel der Diva leer ausgingen.

4 Antworten zu “Marke Mandela

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