Kreatives Unternehmertum aus Limpopo

Jungunternehmer Ludwick Marishane macht aus der Not eine Tugend: Waschen ohne Wasserhahn

(Autor: Ghassan Abid)

Ludwick Marishane erinnert sich noch gut an seine Jugend, als er noch in der nördlichsten Provinz Südafrikas lebte. Als Siebzehnjähriger fragte er sich bereits, dass bedingt durch die extreme Hitze und den eingeschränkten Wasserzugang in Limpopo ein Waschen doch möglich sein müsse.

© Der aus der Provinz Limpopo stammende Ludwick Marishane hat DryBath mit Unterstützung der Universität Kapstadt entwickelt. Es ist für Menschen gedacht, die keinen Wasserzugang haben, sich aber dennoch waschen möchten. Die deutsche Airline Lufthansa testet bereits die Lotion. Eine Zulassung des Produkts mit der geheimen Formel steht bisweilen aus.

© Der aus der Provinz Limpopo stammende Ludwick Marishane hat DryBath mit Unterstützung der Universität Kapstadt entwickelt. Es ist für Menschen gedacht, die keinen Wasserzugang haben, sich aber dennoch waschen möchten. Die deutsche Airline Lufthansa testet bereits die Lotion. Eine Zulassung des Produkts mit der geheimen Formel steht bisweilen aus.

Er recherchierte und informierte sich. Die Erkenntnis, dass rund 5 Millionen Menschen am Kap keinen Zugang zu sauberem Wasser haben, verstärkte seine Motivation einer Lösungsfindung. Allmählich verstand er, dass bei unzureichendem Wasserzugang gravierende gesundheitliche Folgen eintreten können. Krankheiten wie Trachom, eine Augenentzündung die durch mangelnde Hygiene verursacht wird, könnten vermieden werden. Seine unternehmerische Idee nahm zunehmend mehr Gestalt an.

Marishane verfasste ein etwa 40-seitiges Dokument. Mit Unterstützung der Universität Kapstadt entwickelte der vom Ehrgeiz getriebene Jungunternehmer die Lotion DryBath. Diese ermögliche das Waschen ohne Wassernutzung, sagt er heute. Rund 50ml der Lotion reichen bereits aus, um den gesamten Körper zu reinigen. Man reibe es einfach auf die Haut ein und schon sei man sauber.

Das Militär, einige Airlines und Hotels sollen DryBath bereits für Testzwecke erhalten haben. Auch die deutsche Lufthansa zählt zu den interessierten Airlines, die die Idee des aus Limpopo stammenden Mannes im Praxistest über ihre Flugpassagiere testen lassen wollen. Bis zu zwei Jahre bleibe die Wirkung der Lotion erhalten. Der Preis einer kleinen Menge soll bei 5 Rand, also umgerechnet rund 40 Cent liegen.

Der Südafrikaner verbindet mit seinem Produkt die Vision, dass Millionen Menschen ohne Wasserzugang Hygiene-Standards ermöglicht und das Auftreten von Krankheiten somit vermieden werden können. Marishane verriet, dass DryBath aus bis zu 80 Prozent aus Wasser bestünde. Doch die genaue Formel seiner Erfindung, die er über die von ihm gegründete Firma Headboy Industries vertreibt, bleibt geheim. Die Zeit wird zeigen, inwieweit diese Idee marktfähig gemacht werden kann. Die Zulassung dessen steht hingegen bisweilen noch aus. Interessant ist DryBath als South African Innovation allemal.

Ludwick Marishane bei der Vorstellung seiner Geschäftsidee

4 Antworten zu “Kreatives Unternehmertum aus Limpopo

  1. Pingback: “Jeder wird genug Wasser haben” | SÜDAFRIKA - Land der Kontraste

  2. Detlev Reichel

    Brilliante Idee! Bin gespannt, ob das greift, dort, wo es wenig oder kein sauberes Wasser gibt.
    Und doch – nichts ist so erfrischend und gesund wie eine kalte Dusche am Morgen. Sommers wie winters, übrigens, ob mit Brause oder Eimer. Das habe ich von meinen Eltern und Großeltern gelernt.

  3. Ich hoffe er hat einen guten Berater der ihm hilft diese Erfindung, wenn es wirklich funktioniert, rechtzeitig patentieren zu lassen bevor die Großkonzerne es iihm „klauen“ !!!

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