Commerzbank gibt Warnung raus

Exklusiv: Abschwächung der südafrikanischen Rand-Währung begünstigt soziale Unruhen

(2010sdafrika-Redaktion)

Banken beobachten in regelmäßigen Abständen die Entwicklungen von Unternehmen, Branchen und Volkswirtschaften. Analysten werten Datenmaterial auf, damit Investoren und Anleger bei ihren Entscheidungen auf ein diesbezügliches Wissen zurückgreifen können. Die Commerzbank stellt der südafrikanischen Volkswirtschaft ein katastrophales Zeugnis aus. Neue Unruhen sind zu erwarten und das Land stecke in einer ernsten Krise. Der interne Börsenkompass der Commerzbank ist als klarer Alarmruf zu verstehen.

© Die Commerzbank gibt eine Warnung raus. Südafrika befinde sich in einer ernsten Krise. Soziale Unruhen sind zu erwarten und die Regierung bleibe untätig, heißt es in dem internen Börsenkompass der Analysten aus Frankfurt am Main.

© Die Commerzbank gibt eine Warnung raus. Südafrika befinde sich in einer ernsten Krise. Soziale Unruhen sind zu erwarten und die Regierung bleibe untätig, heißt es in dem internen Börsenkompass der Analysten aus Frankfurt am Main.

Der Kapitalabzug aus dem Schwellenland, der seit Anfang Mai 2013 zu beobachten ist, bringt Südafrika in eine Extremsituation.  Die Rand-Währung ist fortwährend im Abwärtstrend, minus 14 Prozent zum Euro seit Mai. Ferner ist der Bondmarkt – der Markt, an dem verzinsliche Wertpapiere gehandelt werden – eingebrochen. Dies dürfte negative Effekte für Rentenpapieranleger und Hypothekennehmer mit sich bringen.

Ebenfalls sei das Leistungsbilanzdefizit von über 6 Prozent zum BIP ein weiteres Problem, das auf Dauer nicht getragen werden kann. Dies bedeutet im Klartext, dass Südafrika mehr Güter, Dienstleistungen und Kapitalerträge importiert als exportiert. In der Volkswirtschaftslehre wird die These vertreten, dass bei einem solchen Defizit die Importe nicht kostendeckend finanziert werden können.

Die Commerzbank kritisiert die südafrikanische Regierung. „Weder von der Geld- noch von der Finanzpolitik sind bisher stabilisierende Maßnahmen eingeleitet worden“, heißt es aus Frankfurt am Main. „Südafrika lässt jegliches pragmatisches Handeln vermissen, da Politik und Geldpolitik in ideologischen und machterhaltenden Mustern verstrickt sind“, bemängeln die Bank-Analysten  weiter.

Letztendlich müsste die Notenbank die Zinsen erhöhen, um die Rand-Währung zu stützen. Dies bedeutet, dass Banken, die Geld üblicherweise von der Zentralbank leihen, dieses zu einem verteuerten Preis beschaffen müssen. Die Mehrkosten werden dann an die Bankkunden weitergegeben. Zudem verteuern sich Kredite und Unternehmen müssen bei Investitionen sparsamer vorgehen. Vorteil einer Zinserhöhung ist die Eindämmung der Verbraucherpreise, etwa für Lebensmittel und Waren. Auch Anleger profitieren von steigenden Zinsen. Doch für die Volkswirtschaft dürfte eine solche Notenbank-Entscheidung im Großen und Ganzen eine Belastung darstellen.

Die Commerzbank sieht zusätzlich ernste Bedenken bei der fortbestehenden Rivalität zwischen den Gewerkschaften und beim vorherrschenden Kaufkraftverlust. Immer mehr Menschen haben immer weniger Geld zum Ausgeben, so die Interpretation dessen. Streiks, Produktionsausfälle und soziale Unruhen seien zu erwarten. Daher empfiehlt das Kreditinstitut den Anlegern zum Verkauf der Rand-Währung. „Kapital für neue Investitionen im Bergbau steht ohnehin nicht zur Verfügung“, hält die Bank im Kompass abschließend fest.

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