Kap-Kolumne: Mandela im Heart Hospital

Journalisten belagern Pretoria. TV-Kamerateams aus aller Welt kampieren vor dem Hospital

(Autor: Detlev Reichel ist der Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals. Als Missionskind, Sozialist und einstiger Westberliner Anti-Apartheids-Aktivist berichtet er aus und zu Südafrika.)

Update vom 23.06.2013: Das Präsidialamt Südafrikas informierte am heutigen Abend, dass der Zustand Mandelas „kritisch“ sei. Sein Gesundheitszustand habe sich in den letzten 24 Stunden erheblich verschlechtert. Präsident Jacob Zuma und ANC-Vizepräsident Cyril Ramaphosa besuchten Mandela im Krankenhaus. Die u.a. Eindrücke stammen vom 17.06.2013.

Vor dem Mediclinic Heart Hospital in Pretoria ist relative Ruhe eingekehrt. Seit dem 8. Juni liegt Nelson Mandela dort mit einer rezidivierenden Lungeninfektion, wie es offiziell heißt.

    © Eindrücke vom Herzkrankenhaus in Pretoria vom 17. Juni 2013.

© Eindrücke vom Herzkrankenhaus in Pretoria vom 17. Juni 2013.

Während der ersten Tage entwickelte sich vor dem Dienst- und Kfz-Eingang des Krankenhauses hektische Aktivität. Eine Vielzahl von Journalisten sowie TV-Kamerateams aus aller Welt begannen dort zu kampieren. Bis heute stehen dort die Übertragungswagen mit ihren „Schüsseln“ auf den Dächern. Dieselgeneratoren knattern mal leise, mal laut, vor sich hin. Die wartenden Kollegen von der elektronischen Zunft wärmen sich in der Sonne, die Luft ist ziemlich kalt in diesen Wintertagen. Geschäftstüchtige Anwohner vermieten ihre Toiletten und Badezimmer sowie den einen oder anderen Balkon für eine bessere Sicht. So wird jeder Krankenbesuch, sei es von Familienmitgliedern oder Politikern, genau beobachtet und registriert.

Die Polizei kontrolliert jedes Fahrzeug, das auf den Parkplatz fährt.
Am Zaun des Hospitalgrundstücks hängen Grußkarten, kleine selbstgemalte Plakate, Blumen und Luftballons. Sie wünschen dem liebevoll TaTa – Vater – genannten ersten demokratisch gewählten Präsidenten Südafrikas gute Besserung und preisen seine historische Rolle und Leistung.

Es ist der sechste Krankenhausaufenthalt des Alt-Präsidenten seit Januar 2011. Mandela habe uns, so schreibt die Chefredakteurin der City Press, Ferial Haffajee, „auf seinen Abgang jahrelang vorbereitet.“ Und sie verwendet das Bild vom Abstillen eines wachsenden Säuglings durch eine liebevolle Mutter. „He has weaned us well, like a loving parent.“ Südafrika müsse nun, so Haffajee, den Weg in die Freiheit zuende gehen, den Madiba durch sein Leben des Dienens und Gebens gezeigt habe. „It is ours to do, to serve, to give and to complete the work of freedom.

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