Vergewaltigungsskandal in Südafrika

Mitarbeiterin beschuldigt Gewerkschaftsboss Zwelinzima Vavi eines sexuellen Übergriffs

(2010sdafrika-Redaktion)

Zwelinzima Vavi ist seit 1999 der mächtigste Gewerkschaftsfunktionär in Südafrika. Als Generalsekretär des Dachverbandes COSATU hat er sich wiederholt gegen die Regierung geäußert und die Arbeitnehmer zu Protesten mobilisiert. Sei es gegen die Einführung des Mautsystems für Pkw-Fahrer oder im Hinblick auf die Verurteilung der Gupta-Affäre. Dieser Antagonismus verschaffte dem 50-Jährigen viel öffentliches Gehör. Umso schockierender zeigt sich die Presse, dass der im südafrikanischen Hannover geborene Vavi nun der Vergewaltigung beschuldigt wird.

© Zwelinzima Vavi, Generalsekretär des Gewerkschaftsdachverbandes COSATU, ist der Vergewaltigung beschuldigt worden. Eine Mitarbeiterin wandte sich mit einem Brief an die Sunday Times. Vavi dementiert den Vorwurf. (Quelle: flickr/ Abayomi Azikiwe)

© Zwelinzima Vavi, Generalsekretär des Gewerkschaftsdachverbandes COSATU, ist der Vergewaltigung beschuldigt worden. Eine Mitarbeiterin wandte sich mit einem Brief an die Sunday Times. Vavi dementiert den Vorwurf. (Quelle: flickr/ Abayomi Azikiwe)

Vavi soll auf dem OR Tambo International Airport im Jahr 2011 erstmal der besagten Frau begegnet sein. Sie half dem Gewerkschaftsboss bei aufgetretenen Komplikationen mit der Ticketausstellung. Dieser bedankte sich bei ihr und verschaffte seinem späteren Opfer einen Job bei COSATU. Beide sollen sich gut verstanden haben. Der Kontakt war „sehr intensiv„.

In diesem Jahr kam es dann zum sexuellen Übergriff im Gewerkschaftsgebäude, das im Johannesburger Stadtteil Braamfontein liegt. Vavi suchte das Büro seiner Mitarbeiterin auf. „Er ist ein großer Mann. Als ich aufstand, begrabschte er mich und dann küsste er mich. Schließlich schloss er die Tür ab“, erklärte sie in einem Brief an die Zeitung Sunday Times, dessen Inhalt veröffentlicht wurde. Gestern reagierte COSATU mit einer Presseerklärung ihres Generalsekretärs, der den Vergewaltigungsvorwurf eindeutig abstreitet. Vielmehr handelte es sich um eine Affäre, sagte der verheiratete Funktionär gegenüber der Presse.

© Printausgabe der heutigen City Press. Die Presse zeigt sich geschockt. Gewerkschaftsboss Vavi gestand eine sexuelle Affäre mit seiner Mitarbeiterin und entschuldigte sich öffentlich bei seiner Ehefrau. (Quelle: City Press)

© Printausgabe der heutigen City Press. Die Presse zeigt sich geschockt. Gewerkschaftsboss Vavi gestand eine sexuelle Affäre mit seiner Mitarbeiterin und entschuldigte sich öffentlich bei seiner Ehefrau. (Quelle: City Press)

Vavi erklärt, seine Anwälte auf den Fall angesetzt zu haben. Am Montag wird COSATU eigene Ermittlungen einleiten. Die Strafverfolgungsbehörden haben nach aktuellem Kenntnisstand noch keine Anklage erhoben. Im Jahr 2006 war auch der amtierende Staatspräsident Jacob Zuma wegen der mutmaßlichen Vergewaltigung einer Aids-Aktivistin vor Gericht, konnte das Strafverfahren mit einem Freispruch allerdings gewinnen. Pro Jahr werden 500.000 Frauen in Südafrika vergewaltigt.

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