Wahlen in Simbabwe

1:0 für Wahlbetrüger Robert Mugabe. Die Talfahrt geht weiter!

(Ein Kommentar von Ralph M. Ertner, Into SA Pretoria)

Es ist dem Wahlbetrugs-Regime in Simbabwe erneut gelungen. Mit der Unterstützung der wenigen Stimmen des verblendeten Gefolges und unter Ausschluss von über einer Million Wahlzettel derer – daheim wie im Exil – die gerne für eine wirtschaftlich hoffnungsvolle Zukunft gestimmt hätten, setzt der kranke Tyrann des südlichen Afrikas sein unheilvolles Kasperletheater weiter fort, um auch noch die letzten Quäntchen Saft aus einem ruinierten Land zu pressen, das einst den Neid der afrikanischen Staatengemeinschaft an sich zog.

© Robert Mugabe hat die Wahlen in Simbabwe nach offzieller Darstellung der Regierung gewonnen. Ralph M. Ertner von der Beratungsgesellschaft "Into SA Pretoria" kommentiert die Entwicklung in Harare. (Quelle: flickr/ GovernmentZA)

© Robert Mugabe hat die Wahlen in Simbabwe nach offzieller Darstellung der Regierung gewonnen. Ralph M. Ertner von der Beratungsgesellschaft „Into SA Pretoria“ kommentiert die Entwicklung in Harare. (Quelle: flickr/ GovernmentZA)

Er kennt keine Scham und seinen Handlungen folgt entweder das Echo des Schweigens oder die geflüsterte Zustimmung der sogenannten Industrienationen, ein trauriges Bild vom „Was geht uns das denn an?“ – so weit weg von unserem Heim.

Viel näher an unserem Heim liegt Simbabwe, ehemals stolzes, jetzt blutleeres Land, verlassen von Fachkräften und ohne Mittel und ohne ernstzunehmende Wirtschaft, alles unter dem Banner der Nationalisierung (Indigenization). Weitere fünf Jahre Härte, Verfall und blinder Aktivismus liegen vor dem Land. Einem Staat, in dem Oppositionsführer Morgan Tsvangirai kaum noch die Kraft haben dürfte, dem Irrsinn weiter die Stirn zu bieten, wie er es über die letzten Jahre getan hat.

Wo ist der zivile Ungehorsam jetzt? Die Nachbarn schweigen und Präsidenten gratulieren zu einem Wahlsieg, der in die Geschichtsbücher als offensichtlichster Wahlbetrug des Jahrhunderts eingehen dürfte; selbst George W. Bush erschauert in Bewunderung, ist er doch nie auf die brillante Idee gekommen, verstorbenen Wählern eine Stimme zu geben und den ihm geneigten Gefolgsleuten jeweils bis zu vier.

Investoren im Rest der Welt, viele bereits seit Langem in den Startlöchern, um zur künftig größten Baustelle Afrikas aufzubrechen, müssen nun umdenken. Wie sicher sind weitere Investitionen in einer verstaatlichungsgeilen Vetternwirtschaft? Kann man sich darauf verlassen, dass der „Führer“ von seinen Geschlechtskrankheiten rechtzeitig genug abberufen wird? Oder müssen wir weiter – gemeinsam mit unseren stolzen Gästen, die erneut ihre Koffer auspacken und geduldig auf die Heimkehr in ihr Land warten – fünf Jahre einem Untergang ohne Ethik und ohne demokratisch legitimierte Staatsführung beiwohnen?

Es liegt weiter in der Hand der Bürger von Simbabwe zu erkennen, dass sich der Abgrund zwischen der Situation im eigenen Land und der in den Nachbarländern drastisch erweitert. Es ist ihr angeborenes Recht zu erkennen, dass die regierende Minderheit nur Wenigen hilft und es ist verdammt nochmal für jeden Einzelnen – nicht erst heute – zu erkennen, dass wenn die letzte Farm nichts mehr produziert, die letzte Mine geschlossen ist und die letzte Bank von Onkel Bob und seinem Gangsterstab verstaatlicht worden ist, dass man gefälschte Wahlzettel weder essen noch in den Tank stopfen kann.

Derweil in Südafrika ist die Enttäuschung allerorts zu spüren, sind wir doch umgeben von denjenigen Simbabwern, die ihrer Heimat vor langer Zeit den Rücken kehren mussten. Sie hatten gehofft, endlich wieder nach Hause zu dürfen, sie hatten gehofft am Aufbau ihrer Heimat mitwirken zu dürfen. Wie lange noch? Das ist die Frage, die in den ruhigen Büros, Werkshallen und Konferenzräumen hallt.

Wir würden unsere Kollegen aus Simbabwe natürlich vermissen, das ist klar, aber der Preis für unsere Eitelkeit ist zu hoch. Während die südafrikanische Regierung ihr scheinheiliges Leisetreterei weiter perfektioniert, dürfen wir uns dennoch freuen, weiter an ihrer Seite zu leben und zu arbeiten. Wir vergessen aber nicht, wo sie eigentlich herkommen und – eines Tages – auch wieder hingehen!

Heil Bob, heil dem weiteren Verfall, aber keine Sorge: die Welt schaut auf CNN zu, wenn auch nur zur Unterhaltung und weniger zum Verstehen!

2 Antworten zu “Wahlen in Simbabwe

  1. Liebe Frau Kerber

    Vielen Dank für Ihre konstruktive Kritik. Den bitteren und frustrierten Unterton des Artikels lesen wir hier jeden Tag an den Gesichtern unserer simbabwischen Freunde und Kollegen ab. Ein signifikanter Teil der Intelligenzia ist ausgewandert und wartet auf gepackten Koffern, um ins eigene Land zurückzukehren, es wieder aufzubauen und in Frieden mit Familie und Freundeskreis daheim zu leben.

    Ein Kommentar politischer Geschehnisse soll wach machen und nicht beschönigen was von vielen Pressequellen unter den Tisch gekehrt wird. Ich teile Ihre Auffassung zu den Punkten c) und d) und die Kürze des Beitrages konnte nicht alle Aspekte beleuchten. Zu a) muss ich jedoch erwidern, dass die Situation, gestern und heute, bereits nicht viel anders ist. Opportunitäts-Verhaftungen, gewaltsame Vertreibung von Haus und Hof, sowie die kilometerlangen Schlangen zur Beantragung von Asyl-Visa in den Nachbarländern sprechen eine deutliche Sprache. Es ist hier wieder eine persönliche Geschmacksache, ob lieber ein Schrecken ohne Ende, oder doch lieber ein Ende mit Schrecke zum Wohle einer friedlichen Zukunft? Zu genau diesem Ende gehört auch Punkt e), lediglich ein weiteres Mittel zum besagten Zweck!

    Ob Uncle Bob noch weitere 5 Jahre durchhält wissen die Sterne, aber andere gealterte Diktatoren gingen mit schlechtem Beispiel voran. In der Zwischenzeit nimmt der Indiginsation Prozess noch obskurere Formen an, den Banken droht Verstaatlichung und die landwirtschaftliche Produktivität liegt auf dem Niveau von Chad.

    Schweigen…..liegt mir nicht und ist keine Alternative mehr!

    Mit besten Grüßen aus Pretoria

    Ihr

    Ralph M Ertner

  2. lieber herr ertner,
    ich habe ihren kommentar nun merhmals gelesen. und er gefällt mir nicht. ihre worte klingen bitter und frustriert. ich stimme mit ihnen überein. die wahlen waren alles andere als fair. daran gibt es keinen zweifel. das sagten wahlbeobachter, zivilisten und politiker. ich glaube auch, dass mugabes zanu-pf das land weiterhin in den wirtschaftlichen ruin treiben wird, sollte die regierung nicht gekippt werden. die wahl war von anbeginn an eine farce und die auszählung der stimmen ebenso.
    allerdings glaube ich, dass sie einige wichtige aspekte in ihrem kommentar untschlagen. dazu gehört a) das interesse südafrikas (und anderen nachbarländern), gewalttätige ausschreitungen und die damit mögliche einhergehende flüchtlichgswelle zu unterbinden. b) die internen auseinandersetzungen in der zanu-pf. c) es ist immer noch die internationale gemeinschaft, die mugabe – zu unrecht – als präsidenten anerkennt. d) das wirtschaftliche interesse der EU und des rests des westens. wir wollen diamanten. und simbabwe will nicht, dass china alleine die regeln für den handel diktiert. e) „ziviler ungehorsam,“ der für die meisten geschäftsleute nicht in frage kommt; weil sie unternehmen haben, und familien… und ein offener streit mit der regierungspartei all dies zerstören würde. f) mugabe noch weitere fünf jahre?… i don’t think so.
    lg, anna kerber*

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s