Südafrika – Einreisemagnet sondergleichen

254.714 Deutsche kamen aus Freude, 2.363.806 Simbabwer aus Verzweiflung im Jahr 2011 ans Kap

(Autor: Ghassan Abid)

Die südafrikanische Regierung veröffentlicht jedes Jahr das Statistische Jahrbuch, um Entwicklungen innerhalb der Gesellschaft, auf dem Arbeitsmarkt, in der Wirtschaft und bei den Preisen mit Zahlen aufzeigen zu können. Hieraus leiten sich in der Regel wirtschafts-, arbeitsmarkt- und finanzpolitische Maßnahmen des Staates ab. Aus der Publikation „South African Statistics 2012“ gehen auch Zahlen mit Deutschlandbezug hervor – und eine starke Diskrepanz zur Einreise von Millionen Menschen.

    © Südafrika zählt zu den beliebtesten Einreiseländern weltweit. Arbeitsmigranten, Flüchtlinge und Touristen suchen in großer Zahl das Kapland auf. 254.714 Deutsche bereisten im Jahr 2011 die Regenbogennation, meist für touristische Zwecke. (Quelle: flickr/ South African Tourism)

© Südafrika zählt zu den beliebtesten Einreiseländern weltweit. Arbeitsmigranten, Flüchtlinge und Touristen suchen in großer Zahl das Kapland auf. 254.714 Deutsche bereisten im Jahr 2011 die Regenbogennation, meist für touristische Zwecke. (Quelle: flickr/ South African Tourism)

Im Jahr 2011 reisten 12.495.743 ausländische Gäste in Südafrika ein. Erstmals wurde 2009 die 10 Millionen-Besuchergrenze geknackt, während im Jahr 2005 noch rund 7,5 Millionen Menschen die südafrikanische Grenze überquerten. Wie sich die Motivation dieser Ausländer  – entweder als Einwanderer mit längerfristigem Aufenthalt oder als Touristen mit kurzfristiger Verweildauer – konkret zusammensetzt, ergibt sich aus dem Jahrbuch nicht.

Hingegen ist die Einreiseart statistisch erfasst. Demnach kam nur ein Bruchteil der Eingereisten mit dem Flugzeug nach Südafrika. In 2011 sind rund 2,9 Millionen Menschen über den Luftweg, der Großteil von 9,5 Millionen Menschen über das Straßennetz ins Land gelangt.

Die meisten Besucher stammten aus dem bettelarmen Lesotho. Rund 3,2 Millionen Reisewillige verließen das autokratisch geführte Königreich in Richtung demokratische Republik, erfahrungsgemäß meist zu Arbeitszwecken. Gefolgt von der zweitgrößten Nationalität, den 2,3 Millionen Simbabwern – in vielen Fällen als Flüchtlinge oder Arbeitsmigranten am Kap ansässig. Die Angst vor erneuten fremdenfeindlichen Ausschreitungen sitzt vielen Flüchtlingen noch tief im Gedächtnis. Wer als Simbabwer nicht am Kap leben muss, der bleibe auch nicht. Zu groß seien die Repressalien von Staat und Gesellschaft, so die tendenzielle Aussage mehrerer NGOs.

    © Während US-Amerikaner, Europäer und Australier für einen touristischen Kurzaufenthalt nach Südafrika kamen, begaben sich die meisten afrikanischen Einwanderer ins Land, um entweder der Armut in der eigenen Heimat zu entgehen oder um nach Arbeit am Kap zu suchen. (Quelle: flickr/ Africa Renewal)

© Während US-Amerikaner, Europäer und Australier für einen touristischen Kurzaufenthalt nach Südafrika kamen, begaben sich die meisten afrikanischen Einwanderer ins Land, um entweder der Armut in der eigenen Heimat zu entgehen oder um nach Arbeit am Kap zu suchen. (Quelle: flickr/ Africa Renewal)

Hingegen kamen 1.456.666 Europäer in 2011 ans Kap, meist als Touristen. Die Briten führten mit 471.425 Personen den größten Besucheranteil aus Europa an, gefolgt von den Deutschen mit 254.714 Gästen. Bei den Nicht-Europäern dominierten lediglich die USA mit 333.249 Staatsangehörigen die nicht-afrikanischen Einreisezahlen. Ebenso besuchten 117.986 Australier und 112.444 Inder die junge Demokratie im südlichen Afrika.

Südafrika kann unumstritten als Einreisemagnet bezeichnet werden. Ein Land, das aus den unterschiedlichsten Gründen heraus Menschen aus aller Welt anzieht. Eine Nation, die von den Einen als Paradies, von den Anderen als Hölle auf Erden wahrgenommen wird. Der Gegensatz könnte nirgendswo größer sein als in Südafrika.

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Südafrika-Einreisezahlen nach Nation und Rangfolge für 2011
1.    Lesotho                3.184.522
2.    Simbabwe           2.363.806
3.    UK                            471.425
4.    USA                         333.249
5.    Deutschland           254.714
6.    Australien               117.986
7.    Indien                      112.444
(Quelle: South African Statistics 2012)

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