Hells Angels in Südafrika untergetaucht?

Flucht vor den deutschen Strafverfolgungsbehörden: Die Suche nach Rocker Rudolf K.

(2010sdafrika-Redaktion)

Am ersten August diesen Jahres starb im jungen Alter von 27 Jahren das südafrikanische Hells Angels-Mitglied Franco. In Deutschland dauerte es nicht lange, dass sich der Tod des „südafrikanischen Bruders“ umfassend verbreitete. Die Bestürzung des Verlustes war hierzulande genauso groß wie bei den Rockern am Kap. Dies stellt keine Überraschung dar, wenn man bedenkt, dass Südafrika seit den 90er Jahren von mehreren deutschen Hells Angels regelmäßig aufgesucht wird. Hinzu lässt sich eine Entwicklung beobachten, die eine fortwährende Wachsamkeit der Behörden erforderlich macht.

    © Die Hells Angels sehen sich durch Klubauflösungen und Klubverbote in mehreren Bundesländern durch den deutschen Staat unter Druck gesetzt. Mehrere deutsche Rocker sollen bereits in Südafrika untergetaucht sein bzw. vom Kap aus ihre Geschäfte betreiben. Die Hells Angels in Südafrika erfahren durch den Zuzug eine personelle und stukturelle Verstärkung, heißt es. (Quelle: Privat)

© Die Hells Angels sehen sich durch Klubauflösungen und Klubverbote in mehreren Bundesländern durch den deutschen Staat unter Druck gesetzt. Mehrere deutsche Rocker sollen bereits in Südafrika untergetaucht sein bzw. vom Kap aus ihre Geschäfte betreiben. Die Hells Angels in Südafrika erfahren durch den Zuzug aus Deutschland eine personelle und stukturelle Verstärkung, heißt es. (Quelle: Privat)

Die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ ist darüber informiert worden, dass mehrere deutsche Hells Angels in Südafrika untergetaucht sein sollen. Infolge der harten Maßnahmen des deutschen Staates fühlen sich die Rocker nur noch weit ab von der Heimat vor einer möglichen Strafverfolgung sicher. Die kürzliche Festnahmewelle auf Mallorca, bei welcher auch der Hannover-Präsident Frank Hanebuth aufgegriffen wurde, könnte die angespannte Lage der Hells Angels weiter verschärfen. Im Vorfeld dominierten Klubverbote und Klubauflösungen die Geschehnisse um den Hells Angels MC Germany.

Germans are our strongest brothers“, heißt es vor Ort. Die Präsenz deutscher Hells Angels in Südafrika habe seit 2012 spürbar zugenommen. Nur so lasse sich erklären, dass am 27. April 2013 in Witbank nahe Pretoria ein weiterer Klub der Hells Angels gegründet wurde. Insbesondere der Redaktion namentlich bekannte Hells Angels aus Hof, Kiel und Hamburg unterhalten zurzeit enge Kontakte ins südliche Afrika. Ebenso finden sich innerhalb der Unterstützergruppe „Support 81 Germany“ rund ein Dutzend Personen, sowohl Männer als auch Frauen, die Kontakte ins südafrikanische Rockermilieu pflegen.

Rudolf K. dürfte nach bisherigem Stand die wichtigste Persönlichkeit der deutschen Hells Angels in Südafrika sein. Der Rocker koordiniert rund 9.000 Kilometer Luftlinie von der Heimat entfernt, den lukrativen Kokainschmuggel von Lateinamerika in die deutsche Bundeshauptstadt Berlin. Um den Höllenengel festnehmen zu können, bedarf es in der Regel einer aufwendigen Zielfahndung deutscher Kripobeamte. Die Berliner Polizei wollte sich „aus datenschutzrechtlichen Gründen“ zur Person nicht äußern.

Andere Landeskriminalämter teilten auf Anfrage mit, dass ihnen keine Auswanderung von deutschen Hells Angels nach Südafrika bekannt seien und somit nach keinem Rocker am Kap gefahndet werden würde. Dieser Aussage schloss sich auch das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden an.

Bereits 1993 wurden in Johannesburg, 1994 in West Rand, 1997 in Durban und 1998 in Kapstadt die ersten Hells Angels-Klubs – im Rockerjargon als Charter bezeichnet – eröffnet. Zudem richteten die Rocker in den Jahren 2005 und 2011 die Klubs Nomads und Farside-Frozen ein. Aus BKA-Kreisen ist bekannt, dass die Charters in Johannesburg und West Rand auch durch deutsche Höllenengel mitaufgebaut wurden. In Witbank soll diese Unterstützung aus Deutschland nun ebenfalls zu beobachten gewesen sein, heißt es aus der Provinz Gauteng.

„SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ beobachtet seit längerer Zeit die deutsch-südafrikanischen Beziehungen im Rockermilieu. Für weitere Informationen ist eine Kontaktaufnahme mit der Redaktion unter der Mailadresse sdafrika2010@yahoo.de möglich. Die redaktionelle Verschwiegenheit und der Quellenschutz werden weiterhin garantiert. Die Mail ist nicht verschlüsselt.

Anmerkung der Redaktion: In einer vorherigen Version hieß es, dass Rocker Rudolf K. aus Berlin stamme. Bekannt ist allerdings nur, dass dieser den deutschen Hells Angels angehöre. Der Text ist entsprechend geändert worden.

16 Antworten zu “Hells Angels in Südafrika untergetaucht?

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  9. was ist mit den leuten mit anzug oder robe?nur weil ein kirchenmann ein kind angreift und das ist noch verhamlost,wird auch nicht die kirche als krimminele vereinigung eingestuft,leute wacht auf und denkt nach!
    ich habe alles klein geschrieben,weil einfach denken, einfach ist!

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  13. @ Hartwig So einfach kann man es sich nicht machen. Rockerbanden, die im Drogengeschaeft stecken und eine starke Affinitaet zu faschistischen Kreisen haben, sind sehr wohl ein Thema.

  14. Klasse Recherche! Bleibt zu hoffen, dass die Rocker unter Kontrolle gebracht werden können…

  15. Was für ein Schwachsinn verzapft Ihr den hier mal wieder. Gib es nichts wichtigeres als die Rocker ? Man sollte lieber mal bei den Politiker und anderen Saubermänner aufräumen . Meine Meinung das sind Verbrecher.

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