Engagement gegen Rassismus

Von Neo-Nazis in Deutschland zu Rassisten in Südafrika. Ein Weckruf zum Handeln

(Ein Exklusiv-Gastbeitrag von Schauspieler Björn Harras)

Redaktionelles Vorwort: Deutsche Rechtsextreme und südafrikanische Rassisten unterhalten enge Beziehungen zueinander. Mehrere Recherchen unserer Redaktion verdeutlichten die intensiven bilateralen Beziehungen. Björn Harras möchte mit diesem Gastbeitrag auf die Gefahr von Rechts hinweisen.

    © Schauspieler Björn Harras verfasste für "SÜDAFRIKA - Land der Kontraste" einen Gastbeitrag zum Engagement gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Hintergrund sind deutsch-südafrikanische Verbindungen des politischen Extremismus. Der Berliner ist mit seiner einstigen Rolle als "Patrick" in der RTL-Soap "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" national bekannt worden. Zurzeit widmet sich Harras dem Theaterschauspiel. (Quelle: Gerlind Klemens)

© Schauspieler Björn Harras verfasste für „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ einen Gastbeitrag zum Engagement gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Hintergrund sind deutsch-südafrikanische Verbindungen des politischen Extremismus. Der Berliner ist mit seiner einstigen Rolle als „Patrick“ in der RTL-Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ national bekannt worden. Zurzeit widmet sich Harras dem Theaterschauspiel. (Quelle: Gerlind Klemens)

Eigentlich sollte ich einen Artikel über den Zusammenhang von Neo-Nazis in Deutschland und Rassisten in Südafrika schreiben. Allerdings war mir bis zu dem Zeitpunkt, als ich diese Anfrage bekam, ein solcher Zusammenhang völlig unbekannt. Nach vielen Recherchen und einigen schockierenden Momenten wurde mir klar, dass dieses Thema so komplex ist, dass ich keinesfalls in der Lage bin etwas Fundiertes dazu zu schreiben.

Viel zu schockierend sind die Zusammenhänge zwischen südafrikanischen Rassisten und deutschen Rechtsextremisten. Die Rechtsextremen ziehen mordend und plündernd durchs Land. Der Rassismus tritt alltäglich auf. Nicht erst seit der Aufdeckung des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU). Deshalb habe ich beschlossen etwas über die prinzipiellen Probleme von Rassismus zu schreiben.

Die Zahlen von getöteten Menschen in Deutschland durch rechte Gewalt, in den letzten 20 Jahren, schwanken je nach Quellenangabe zwischen 50 und 180 Opfern. Diese Zahl ist erschreckend genug. Allerdings ist dies nur ein Teil des Rassismus. Ob in Frankreich, Schweden, Norwegen, China, Kambodscha, Russland, in der Türkei, in den USA, in Südafrika oder Deutschland – rassistische Ideologien sind ein weltweites Problem.

Es gibt immer wieder Vereinigungen, welche durch Rassentheorien Menschen hinter sich scharen, um Sündenböcke für Probleme auszumachen. Nicht nur in Deutschland, sondern überall. Natürlich ist es viel einfacher jemanden an den Pranger zu stellen, als sich mit komplexen Problematiken auseinanderzusetzen.

Aber ist es nicht langsam an der Zeit sich von solchen Vorurteilen zu verabschieden? Sollten wir nicht langsam versuchen an einem Strang zu ziehen und gemeinsam eine Erde aufzubauen, die für jeden Menschen lebenswert ist? Doch wie ist solch eine Vorstellung überhaupt möglich?

Es sollte ein intensiver Austausch stattfinden, denn Rassismus fängt im Kleinen an. „Der um die Ecke wohnende Neger“, „der faule Türke“ und „der dreckige Jude“ sind immer noch umgangssprachliche Ausdrucksformen und festigen sich wieder im normalen Sprachgebrauch. Struktureller Rassismus, auch bei Behörden, sind keine Einzelfälle.

Man muss sich von der Angst anders zu sein endlich entledigen. Jene Lebensgewohnheiten und Kulturen, die man persönlich kennt, sind viel schwerer zu hassen. Und Menschen mit denen man Kontakt hat, sind viel schwerer zu ermorden und auszubeuten. Mein Plädoyer an die Menschheit und mein Einsatz gilt dem Gleichheitsgrundsatz für alle Menschen. Kein Mensch kann wählen wo er geboren wird oder wie er aussieht. Sich gegen Rassismus zu engagieren, egal wo auf der Welt, bedeutet immer, ihm mit Informationen und Austausch entgegenzutreten.

4 Antworten zu “Engagement gegen Rassismus

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  3. Wenn man von Rechtsextremismus spricht, dann sollte man auch die Linke Szene erwähnen: im Jahr 2012 gab es in Deutschland 7.100 gewaltbereite Linksextremisten, davon waren 6.400 Autonome.

    • @ Ludyga
      Ach, herrje! Links gleich rechts – eine sowas von abgelatschte und untaugliche Mantra. Dieser Unsinn wird nicht sinniger, auch wenn er immer wieder widerholt wird.
      Der Autor weist gerade daraufhin, dass Rassismus nicht nur von der rechtsextremen Szene gepachtet ist, sondern eine Haltung ist, die in der Mitte der Gesellschaft beginnt. „Rassismus fängt im Kleinen an“ und „Struktureller Rassismus, auch bei Behörden, sind keine Einzelfälle“. Dem nachzugehen lohnt.

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