Hells Angels-Mitglied von INTERPOL gesucht

Kanadischer Rocker David Macdonald Carroll alias der „Wolf“ in Südafrika vermutet

(2010sdafrika-Redaktion)

© Wanted: David Macdonald Carroll, kanadisches Top-Hells Angels-Mitglied vom Québec Nomads Chapter, wird in Südafrika vermutet. Der als gefährlich eingestufte Rocker soll nach Angaben kanadischer Ermittler an 13 Mordfällen beteiligt sein. (Quelle: Ermittlungsfoto/ Kanadische Polizei)

© Wanted: David Macdonald Carroll, kanadisches Top-Hells Angels-Mitglied vom Québec Nomads Charter, wird in Südafrika vermutet. Der als gefährlich eingestufte Rocker soll nach Angaben kanadischer Ermittler an 13 Mordfällen beteiligt sein. (Quelle: Ermittlungsfoto/ Kanadische Polizei)

Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung des Artikels „Hells Angels in Südafrika untergetaucht?“ vom 7. August 2013 erhielt die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ mehrere Zuschriften, die die deutsch-südafrikanischen Hells Angels-Beziehungen thematisierten. Einige Leser gaben den „Rat“, vielmehr die staatliche Korruption aufzugreifen. Andere empfanden die eigenen Recherchen als notwendig und richtig.

In einer Mail, dessen Ursprung mit einer Verschwiegenheit verbunden ist, kommen interessante Erkenntnisse ans Licht. Sie verdichten nach dem Fall um den deutschen Rocker Rudolf K. den Eindruck, dass sich das Kap längst für Hells Angels aus aller Welt zu einem beliebten Rückzugsgebiet etabliert hat.

David Macdonald Carroll alias der „Wolf“ gehört dem Québec Nomads Charter der Hells Angels in Kanada an. In Sicherheitskreisen gilt der Rocker als extrem gefährlich. Ihm werden mehrere Straftaten vorgeworfen: Mord, versuchter Mord, Anstiftung zum Mord, Drogenhandel und illegaler Waffenbesitz. Vor allem mit seinen Aktionen gegen rivalisierende Rockergangs verschaffte sich der am 1. April 1952 geborene Kanadier einen Ruf, der über die Landesgrenzen hinaus seine Verbreitung fand.

© Die in Lyon ansässige internationale Polizeienvereinigung INTERPOL sucht im Auftrag der kanadischen Strafverfolgungsbehörden den Québecer Rocker der "Wolf". Mit einem Büro in Pretoria ist INTERPOL auch am Kap vertreten. Südafrika trat am 1. Januar 1948 dieser internationalen Organisation bei. (Quelle: Massimiliano Mariani/ Wikimedia)

© Die in Lyon ansässige internationale Polizeienvereinigung INTERPOL sucht im Auftrag der kanadischen Strafverfolgungsbehörden den Québecer Rocker der „Wolf“. Mit einem Büro in Pretoria ist INTERPOL auch am Kap vertreten. Südafrika trat am 1. Januar 1948 dieser internationalen Organisation bei. (Quelle: Massimiliano Mariani/ Wikimedia)

Seit 2011 vermuten kanadische Kriminal- und Justizbeamte, dass der 1,82 Meter große Rocker in Südafrika untergetaucht ist. In seiner Ermittlungsakte werden 13 Mordfälle aufgeführt, an denen Carroll beteiligt sein soll. Im Rahmen einer Razzia gegen die Hells Angels in Québec im Jahr 2001, sollte der Rocker endgültig festgenommen werden. Allerdings griffen ihn die eingesetzten Polizisten nicht auf.

Zu den Hintergründen in Kanada: Die Hells Angels begannen in den 90er Jahren ihren Einfluss im nordamerikanischen Drogenhandel im großen Stil auszubauen. Immer mehr kleinere Rockerklubs mussten sich ihnen unterordnen. Die Bandidos hingegen widersetzten sich den Hells Angels und kooperierten mit Mitgliedern des Klubs Rock Machine, die sich mit einem „Patch Over“ im Jahr 2000 den Bandidos angeschlossen hatten. Somit sollte der Übermacht der Hells Angels begegnet werden. Allerdings führte dieser Schritt zu einem erbitterten Rockerkrieg zwischen Hells Angels und Bandidos. Am 8. April 2006 eskalierte mit dem sogenannten Shedden-Massaker in Ontario die Rivalität, nachdem acht Bandidos von den eigenen Brüdern hingerichtet wurden. Dieser Vorfall gilt als die größte Schande in der Geschichte der Bandidos. In Rockerkreisen wird eine Einflussnahme der Hells Angels am Massaker nachgesagt, da mehrere Bandidos den Höllenengeln nahestanden und teilweise übertraten.

Nun sucht auch INTERPOL im Auftrag Kanadas mit der „Operation INFRA-RED“ nach dem „Wolf“. Diese INTERPOL-Initiative schreibt extrem gefährliche Personen mit den Tatbeständen Mord, Kindesmissbrauch, Drogenschmuggel und Geldwäsche international zur Fahndung aus. Die Mitgliedsstaaten der in Lyon ansässigen Polizeienvereinigung sind zum Informationsaustausch, zur Aufenthaltsbestimmung und zur Festnahme verpflichtet. Im vergangenen Jahr wurden 509 Personen in die Operation aufgenommen. 59 mutmaßliche Kriminelle konnten bereits festgenommen werden, so eine INTERPOL-Publikationen.

Offizielles INTERPOL-Informationsvideo zur „Operation INFRA-RED“

David Macdonald Carroll ist nun seit 12 Jahren auf der Flucht. Neueste Gerüchte, wonach das Hells Angels-Mitglied mittlerweile in Australien leben soll, werden in Kanada bezweifelt. Die Spur führe weiterhin ans Kap, heißt es.

4 Antworten zu “Hells Angels-Mitglied von INTERPOL gesucht

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