Filmkritik ELYSIUM

Südafrikas Top-Regisseur Neill Blomkamp überzeugt mit sozialkritischem Science Fiction

(Autor: Ghassan Abid)

© Der sozialkritische Science Fiction-Film "ELYSIUM" stand unter der Regie des südafrikanischen Regisseurs Neill Blomkamp. Seit dem 15. August 2013 ist dieser in den deutschen Kinos zu sehen. (Quelle: Sony Pictures)

© Der sozialkritische Science Fiction-Film „ELYSIUM“ stand unter der Regie des südafrikanischen Regisseurs Neill Blomkamp. Seit dem 15. August 2013 ist dieser in den deutschen Kinos zu sehen. (Quelle: Sony Pictures)

Offizielle Handlung:

Im Jahr 2154 gibt es zwei Sorten von Menschen: die Superreichen, die auf einer makellosen, von Menschen gebauten Raumstation namens Elysium leben, und den Rest, der auf der überbevölkerten, heruntergewirtschafteten Erde haust. Die Menschen auf der Erde setzen alles daran, der hohen Kriminalitätsrate und der großen Armut, die auf dem Planeten herrscht, zu entkommen. Und sie benötigen dringend den hohen Standard medizinischer Versorgung, den es nur auf Elysium gibt. Doch einige Leute auf Elysium schrecken vor nichts zurück, um rigide Anti-Einwanderungsgesetze durchzusetzen und den luxuriösen Lebensstil ihrer Elite zu bewahren. Der einzige Mensch, der die Chance hat, so etwas wie Gleichberechtigung in diese beiden Welten zu bringen, ist Max (Matt Damon), ein ganz normaler Mann, der verzweifelt versucht, nach Elysium zu gelangen. Während sein Leben an einem seidenen Faden hängt, übernimmt er widerwillig eine gefährliche Mission. Eine Mission, bei der er gegen Elysiums Ministerin Delacourt (Jodie Foster) und ihre Hardliner-Truppen antreten muss. Doch falls er gewinnt, kann er nicht nur sein eigenes Leben retten, sondern auch das von Millionen Menschen auf der Erde.

Kritik:

© Der am  17. September 1979 in Johannesburg geborene Regisseur Neill Blomkamp erlangte mit dem Film "DISTRICT 9" im Jahr 2009 internationale Berühmheit. Sein aktueller Film "ELYSIUM" setzt in vielerlei Hinsicht an seinem ersten großen Erfolg an. Blomkamp möchte mit seinem jüngsten Science Fiction-Film erneut auf die soziale Schiefflage in Südafrika und auf der Welt aufmerksam machen. Der Johannesburger lebt seit geraumer Zeit in Kanada. (Quelle: Sony Pictures)

© Der am 17. September 1979 in Johannesburg geborene Regisseur Neill Blomkamp erlangte mit dem Film „DISTRICT 9“ im Jahr 2009 internationale Berühmheit. Sein aktueller Film „ELYSIUM“ setzt in vielerlei Hinsicht an seinem ersten großen Erfolg an. Blomkamp möchte mit seinem jüngsten Science Fiction-Film erneut auf die soziale Schiefflage in Südafrika und auf der Welt aufmerksam machen. Der Johannesburger lebt seit geraumer Zeit in Kanada. (Quelle: Sony Pictures)

ELYSIUM erinnert in seiner Aufmachung an den Film DISTRICT 9. Beide weltbekannten US-amerikanischen Science Fiction-Produktionen standen unter der Regie des Südafrikaners Neill Blomkamp. Während in DISTRICT 9 die Landung und Abreise von Außerirdischen über der Johannesburger Metropole behandelt wurde, sind in ELYSIUM keine Aliens zu sehen.

Dafür bringen bereits die ersten Filmminuten den Zuschauer in eine Welt, die futuristisch, befremdlich und beeindruckend zugleich wirkt. Im Weltall ist eine Umgebung des Wohlfühlens zu finden, auf der Erde hingegen eine triste Lebenswirklichkeit. Die irdische Menschheit versucht, ähnlich den simbabwischen Flüchtlingen in Südafrika, ihrer Misere zu entkommen und illegal einzureisen. Die in Harmonie lebende Bevölkerung auf  der Raumstation  Elysium schottet sich unter Einsatz physischer Gewalt vor den Eindringlingen ab.

Moralische und gesellschaftspolitische Aspekte tun sich beim Betrachten des Filmes auf. Ausgangspunkt für ELYSIUM war ein persönliches Erlebnis in Mexiko, als der Südafrikaner gemeinsam mit einem Freund wegen des Trinkens von Alkohol in der Öffentlichkeit von Polizisten festgenommen wurde und zwecks Freilassung Schmiergeld zahlen musste. Mitten in der Nacht schlug sich Blomkamp mit seinem Freund im Slum von Tijuana durch und erlebte hautnah, wie die USA mit militärischen und bautechnischen Maßnahmen eine illegale Einwanderung aus Mexiko unterbinden.

Diese Eindrücke sind in ELYSIUM eingeflossen. Die Kluft zwischen Arm und Reich, die Umweltverschmutzung, die autokratische Regierungsführung und die immense Überbevölkerung bringen den Planeten Erde an seine Grenzen. Zudem erinnert die im Film zu beobachtende Ghettoisierung an die ärmlichen Verhältnisse in Blomkamps südafrikanischer Heimat, genauer gesagt an die Townships.

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Letztendlich überzeugt die Story mit einem interessanten Wir-Ihr-Schicksalskonstrukt, das im weiteren Filmverlauf zunehmend auf die Person Max übertragen wird. Diese Rolle repräsentiert einen starken Charakter, die mit Matt Damon einen überzeugenden Darsteller gefunden hat. Elitekämpfer Kruger, gespielt vom südafrikanischen Landsmann Sharlto Copley, tritt als böses Gegengewicht zu Max auf. Copley ist am Kap ebenfalls vielmehr als Regisseur bekannt, der eine enge Freundschaft zu Blomkamp unterhält. 

Die Kampfszenen zwischen den beiden Hauptprotagonisten Max und Kruger sind ein absoluter Augenschmaus für jeden Actionfilm. Neuartige Waffensysteme und die Symbiose von Körper und Technik ergänzen die Actionszenen. Es kommt eine packende Spannung auf. Dafür gehen andere Handlungen, wie die mögliche Liebesbeziehung mit der Max-Freundin Frey (gespielt von Alice Braga), komplett unter. Bedauerlicherweise erweist sich das Ende von ELYSIUM noch als ausbaufähig. Man könnte den Eindruck vermittelt bekommen, als wollte Regisseur Blomkamp den Film übereilt zum Abschluss bringen. Auch dürften die Handlungen zum Schluss den einen oder anderen Zuschauer enttäuschen. Der Endkampf gleicht keinem ehrwürdigen End Fight-Momentum.

Offizieller deutscher Trailer ELYSIUM

Fazit:

Der Spielfilm ELYSIUM (FSK 16) überzeugt ganz klar mit technischen und visuellen Effekten. Auch die akustischen Elemente werten den Film auf. Die Story ist originell, die Schauspieler Damon und Copley glänzen in ihren Rollen und die Kampfszenen fesseln das Publikum. Im Schlussteil tauchen einige Defizite in der Story und in den Handlungen auf. Doch im Großen und Ganzen kann ELYSIUM ganz klar empfohlen werden. Nicht wenige Zuschauer werden sich den sozialkritischen Blomkamp-Film nicht nur einmal anschauen.

Seit dem 15. August 2013 ist ELYSIUM auch in den deutschen Kinos zu sehen.

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