Spezialeinsatzkräfte des STF

Südafrikas Elitepolizisten: Geiselbefreiung, Anti-Terror-Kampf und VIP-Personenschutz

(Autor: Ghassan Abid)

Schon in den 1970er Jahren, während der Apartheid, etablierte die südafrikanische Polizei eine Einheit, die für „riskante Operationen“ zuständig war. Die scheinbar unsichtbaren Männer dieser Spezialeinheit wurden auch in Rhodesien – dem heutigen Simbabwe – eingesetzt, um unter anderem gegen Befreiungsbewegungen vorzugehen. Das Spezialkommando GSG 9 der heutigen Bundespolizei soll die Südafrikaner inspiriert haben. Heute gilt die „South African Special Task Force (STF)“ mit ihren rund 200 Mitgliedern als international anerkannte Einheit.

© Die Spezialeinsatzkräfte des STF sind mit rund 200 Elitepolizisten an den Standorten Pretoria, Kapstadt und Durban vertreten. Ihr Auftrag ist es, die schweren Jungs am Kap festzunehmen und Einsätze mit "hohem Risiko" zu erledigen. Gegründet wurde dieses Spezialteam bereits durch das Apartheidsregime. (Quelle: SAPS)

© Die Spezialeinsatzkräfte des STF sind mit rund 200 Elitepolizisten an den Standorten Pretoria, Kapstadt und Durban vertreten. Ihr Auftrag ist es, die schweren Jungs am Kap festzunehmen und Einsätze mit „hohem Risiko“ zu erledigen. Gegründet wurde dieses Spezialteam bereits durch das Apartheidsregime. (Quelle: SAPS)

Die STF ist an den Standorten Pretoria, Kapstadt und Durban vertreten. Rund 1.700 Bewerber aus allen Ethnien bewerben sich jedes Jahr für diesen Dienst. Lediglich 10 Prozent der Bewerber kommen allerdings ins nähere Auswahlverfahren, heißt es Polizeikreisen. Wer der Spezialeinheit der Polizeibehörde SAPS angehören will, der muss mindestens zwei Jahre als Streifenpolizist gedient haben, 21 Jahre alt sein, psychisch und physisch fit sein. Quereinsteiger werden nicht gesucht.

Für die erforderliche Fitness sind folgende Maßstäbe gesetzt worden: Innerhalb von 21 Minuten müssen 5 Kilometer gerannt werden, 95 Sit-Ups sind in 2 Minuten zu schaffen und in 56 Sekunden sind 25 Meter zu sprinten. Wer dies nicht schafft, fliegt sofort raus. Frauen soll es innerhalb der aktiven STF-Einsatzkräfte bislang noch nicht geben. Zu hoch seien die notwendigen Anforderungen.

Eingesetzt werden die Kräfte zu Lande, in der Luft und zur See. Helikopter gehören zu ihren gängigen Fortbewegungsmittel und Schafschützengewehre zu ihrer Grundausstattung, sofern es der Einsatz erfordert. Vor allem Waffen des deutschen Rüstungskonzerns Heckler & Koch werden gerne genutzt. Organisatorisch wird das STF vom „Division for Operational Response Services“ der SAPS kontrolliert, das wiederum vom Polizeiminister gelenkt wird.

Dokumentation zum STF (in Englisch)

Dennoch erweist sich ein solch ehrenvoller Einsatz für die Familien der Polizeispezialkräfte als absolute seelische Belastung. Am 23.03.2007 starb der Elitepolizist H.R. Cedras, am 25.07.2006 J.J. Blom und am 03.06.2003 T. Terblanche bei verschiedenen Einsätzen des STF. Zuletzt waren die Männer im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft 2010 öffentlichkeitswirksam zu sehen. Seither ist von den Mitgliedern der STF wieder kaum etwas zu hören. Die Elitepolizisten wirken scheinbar unsichtbar, sind aber in der Verbrechensbekämpfung präsenter denn je. Gegenwärtig soll das Spezialkommando schwerpunktmäßig gegen mit Drogen handelnde Gangs in den Townships eingesetzt werden.

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