Rocker schaffte Vermögen nach Südafrika

Exklusiv: Thomas Möller, einstiger Präsident der Hells Angels in Schweden, „verarscht“ die Behörden

(2010sdafrika-Redaktion)

Thomas Möller ist im Grunde genommen das schwedische Gegenstück zu Frank Hanebuth, dem damaligen Charter-Chef von Hannover und gleichzeitigem Präsidenten der Hells Angels in Deutschland. Möller leitete von 1990 bis 2003 das Hells Angels-Charter in Malmö, den ersten Klub in Schweden. Er schaffte es, sich weltweit als Präsident der schwedischen Höllenengeln zu etablieren. Doch während Hanebuth sich nach Mallorca absetzte und nun in U-Haft sitzt, flüchtete Möller nach Südafrika und lebt bisweilen als freier Mann. Schwedische und südafrikanische Ermittler versuchen seit rund einem Jahrzehnt, den Rocker dingfest zu machen. Bislang ohne Erfolg. Erstmals in der deutschsprachigen Presselandschaft beleuchtet „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ diesen Fall.

© Thomas Möller, einstiger Präsident der Hells Angels in Schweden, trickst seit Jahren den schwedischen Staat aus. Der mittlerweile 49-jährige Rocker hat sein Vermögen in Südafrika längst in Sicherheit gebracht, während dieser dem schwedischen Staat rund 105 Millionen Euro schuldet. Die Ermittler kommen an sein Reichtum am Kap nicht ran. Ebenso fehlen handfeste Beweise für ein Anklageverfahren.

© Thomas Möller, einstiger Präsident der Hells Angels in Schweden, trickst seit Jahren den schwedischen Staat aus. Der mittlerweile 49-jährige Rocker hat sein Vermögen in Südafrika längst in Sicherheit gebracht, während dieser dem schwedischen Staat rund 105 Millionen Euro schuldet. Die Ermittler kommen an sein Reichtum am Kap nicht ran. Ebenso fehlen handfeste Beweise für ein Anklageverfahren.

Respektierter Präsident der Hells Angels Schwedens

Der heute 49-jährige Möller war stets bemüht, bei den Hells Angels in Schweden das kriminelle Image abzuwenden. Einst war er Gründer des schwedischen Rockerklubs „Dirty Dräggels“, erkannte jedoch die Chancen, die mit der Globalisierung und der internationalen Vernetzung der Rockerwelt einhergingen. Er wechselte mit dem Klub über und erhielt fortan Leibwächter. In seiner Funktion als Hells Angels-Chef gab Möller viele Interviews, tauchte in zahlreichen Talkshows auf und präsentierte sich der Öffentlichkeit als Saubermann. Doch Revierkämpfe mit den Bandidos torpedierten seine PR-Bemühungen. Seine Verurteilungen wegen schwerer Körperverletzung, Bedrohung von Polizeibeamten und anderen Delikten rückten immer wieder ins Bewusstsein der Medien.

Vermögen in Südafrika in Sicherheit gebracht

Der Schwede siedelte sich Ende der 90er Jahre in Südafrika an. Sein „extravaganter Lebensstil“ fiel vor Ort auf. Er verfügt über ein protziges Anwesen im Kapstädter Nobelvorort Llandudno, welches für den tollen Blick auf den Atlantik bekannt ist. Seine auf einer Klippe für 5,5 Millionen schwedische Kronen (umgerechnet rund 630.000 Euro) erbaute Villa ist von Gitterzaun und Überwachungskameras umgeben. Die Eingangstür wurde mit zwei riesigen Schwertern verziert. Toller Strand auf der einen und prächtige Berge auf der anderen Seite. In lokalen Immobilienkreisen wird Llandudno gerne als jenes Wohngebiet bezeichnet, das die teuersten Grundstückspreise im gesamten Land beherbergt.

Ein Rocker wird zum Unternehmer am Kap

Um die Jahrhundertwende herum trat Thomas Möller dann in Südafrika als „Geschäftsmann“ auf. Er verfügt über mehrere Unternehmen, Golfplätze und einen Hubschrauber-Servicedienst, wie es in schwedischen Pressekreisen heißt. Südafrikanische und schwedische Ermittler sind davon überzeugt, dass Möller auch am Kap mehrere Straftaten im Bereich der Wirtschaftskriminalität begangen hatte. Auf vier Konten bei der First National Bank, stets auf die Namen dritter Personen gelaufen, befanden und befinden sich weiterhin Millionenbeträge. Gleichzeitig hat er hohe Steuerschulden in Schweden nicht abbezahlt und bezog zugleich Krankengeld aus der Heimat.

© Schwedens einstiger Hells Angels-Präsident Thomas Möller verfügt im Kapstädter Nobelvorort Llandudno über eine Villa [im Bild zu sehen] im Wert von 630.000 Euro. (Quelle: Privat)

© Schwedens einstiger Hells Angels-Präsident Thomas Möller verfügt im Kapstädter Nobelvorort Llandudno über eine Villa [im Bild zu sehen] im Wert von 630.000 Euro. (Quelle: Privat)

© Zwei große Schwerter verzieren den Eingang zur Kapstadt-Villa von Thomas Möller. (Quelle: Privat)

© Zwei große Schwerter verzieren den Eingang zur Kapstadt-Villa von Thomas Möller. (Quelle: Privat)

Schwedische Behörden machen Druck

Die schwedischen Behörden erhöhten den Druck und setzten Thomas Möller auf die „Alcatrazlistan“, eine behördeninterne Fahndungsliste mit den hundert kriminellsten schwedischen Staatsbürgern. Polizei, Nachrichtendienste, Staatsanwaltschaft, Finanzamt, Zoll und das Amt zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität stellen diese Liste regelmäßig zusammen. Möller musste nachgeben und schaltete eine Anwaltskanzlei ein. Bisweilen läuft das Verfahren gegen die Zwangsbeschlagnahmung von Vermögen in Schweden.

Einige Besitztümer Möllers, etwa sieben Gemälde Adolf Hitlers, konnten bereits vor wenigen Monaten für eine halbe Million Kronen (umgerechnet rund 60.000 Euro) versteigert werden. An das Geld auf den südafrikanischen Konten und an sein Vermögen am Westkap werden die Schweden, weil diese nicht auf den Namen von Thomas Möller laufen und außerhalb der EU liegen, schwer rankommen. Zudem kann ein schwedischer Gerichtsvollzieher nicht ohne Weiteres in Südafrika vollstrecken. Ferner erschwert der Umstand die Tatsache, dass die Beweispflicht bei Delikten im Bereich der Wirtschaftskriminalität jeden Ermittler vor großen Schwierigkeiten stellt. Für ein offzielles Anklageverfahren durch die südafrikanische Staatsanwaltschaft fehlen handfeste Beweise.

Möller „verarscht“ den Staat

Laut Angaben der schwedischen Zeitung „Expressen“ beläuft sich die gegenwärtige Steuerschuld Möllers auf etwa 927 Millionen Kronen, welche umgerechnet rund 105 Millionen Euro ausmachen. Unbeeindruckt reist der reiche Hells Angel regelmäßig nach Schweden ein, wie zuletzt im April 2013 nach Malmö, als er sich mit einem Porno-Unternehmer getroffen hatte. Der Check-In erfolgte standesgemäß in einem Luxushotel. Dennoch sind den schwedischen Behörden die Hände gebunden. Ein Polizeibeamter äußerte sich einmal gegenüber einem Journalisten mit den Worten, dass Möller den schwedischen Staat „verarscht“ und dies „leider mit Erfolg„. Neuesten Gerüchten zufolge soll der Rocker ein weiteres Domizil auf Mauritius gekauft haben, weit weg von der schwedischen Heimat und somit von jeglichem staatlichen Zugriff.

Südafrika hat sich nach Recherchen der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ längst zum sicheren Betätigungsfeld und beliebtem Fluchtziel internationaler und deutscher Hells Angels-Mitglieder entwickelt. Vor allem der Einfluss deutscher Rocker am Kap steht im Mittelpunkt der eigenen Berichterstattung.

7 Antworten zu “Rocker schaffte Vermögen nach Südafrika

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  7. Tja manchmal gewinnen eben die Bad Boys ! Die 105 Mio Euro hätte der Staat aber doch genommen egal von wo es kommt , Fazit : mach was du willst aber gibt dem Staat… Staatliche Doppelmoral ?! Nie , ein Schelm wer Arges dabei denkt !

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