Lichtblick-Kolumne: Initiativen ausm Township

Der Ilizwi Photo Club aus dem Khayelitsha-Township in Kapstadt

(Autorin: Melanie Akerboom berichtet in ihrer Kolumne über innovative Projekte aus den Townships. Gegenwärtig ist sie als Fotografin tätig. Im Vorfeld studierte sie Social Entrepreneurship in London, verbunden mit Arbeitseinsätzen in Südafrika.)

Durch Zufall stieß ich auf Facebook auf den Ilizwi Photo Club. Selber Fotografin und durch meine Masterarbeit über Sozialunternehmen in Südafrika an sozialen Township-Initiativen interessiert, verabredete ich mich im Juli 2012 mit der jungen Gründerin Megan Sinesipho Daniels in Kapstadt. Die damals 19-Jährige sprühte vor Energie und man merkte sehr schnell, wie viel Spaß und Leidenschaft sie für Ilizwi hat. Sie erzählte mir, dass sie durch das Enke Youth Forum inspiriert wurde Ilizwi zu starten. Inzwischen studiert die Südafrikanerin und arbeitet erfolgreich mit anderen Unternehmen zusammen.

© Die damals 19-Jährige Megan Sinesipho Daniels aus Kapstadt gründete den Ilizwi Photo Club. Diese Initiative richtet sich an junge Menschen aus dem Khayelitsha-Township, die auf eine Aktivierung von bürgerlichem Engagement abzielt. Lichtblick-Kolumnistin Melanie Akerboom schaute sich das Projekt vor Ort an.

© Die damals 19-Jährige Megan Sinesipho Daniels aus Kapstadt gründete den Ilizwi Photo Club. Diese Initiative richtet sich an junge Menschen aus dem Khayelitsha-Township, die auf eine Aktivierung von bürgerlichem Engagement abzielt. Lichtblick-Kolumnistin Melanie Akerboom schaute sich das Projekt vor Ort an.

Der Ilizwi Photo Club ist eine kreative Initiative für junge Menschen aus dem Khayelitsha-Township in Kapstadt. Ilizwi wurde 2010 von Meghan gestartet, noch während sie selber zur High School ging. Das 10-wöchige Programm, das in einzelne Workshops unterteilt ist, richtet sich an Schüler im Alter von 16-18 Jahren. Fotografie wird dabei als ein Medium benutzt sich selber auszudrücken und über Themen zu sprechen, die den jungen Menschen wichtig sind. Die Workshops werden von Freiwilligen unterstützt, oft von ehemaligen Teilnehmern, Studenten der Universität von Kapstadt, Fotografen und Grafikdesignern.

Wenn man sich das Programm anschaut, wird einem schnell klar, dass der Ilizwui Photo Club mehr ist als nur ein Club, in welchem sich junge Menschen mit gemeinsamen Interesse treffen. Die Workshops sind unter anderem dafür gedacht, bürgerliches Engagement zu stiften und Dinge von verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Es geht in den Workshops um Themen wie Wahrnehmung, Erscheinung und Wirklichkeit, um zu erkennen dass nicht alles immer so ist wie es scheint. Den Teilnehmern soll bewusst werden, dass andere Menschen einen oft anders wahrnehmen als man sich selbst und dass man manche Sachen kritisch betrachten sollte. Auch Themen wie Fotojournalismus, Aktivismus, die Macht der Erzählkunst, Hoffnungen, Träume und Ängste werden diskutiert. Der erste Workshop beginnt meist mit einer Erkundungssuche, um die Geschichten der Menschen und die Umgebung in Bildern festzuhalten. Im August dieses Jahres wurde zudem diskutiert, welche Funktion die Fotografie in anderen Bereichen einnehmen kann und wie diese zur Entwicklung der Gemeinschaft und des Landes beiträgt.

Thobela Duma, ehemaliger Teilnehmer, berichtet zum Beispiel dass er durch das Programm viel engagierter in seiner Gemeinde geworden ist. Durch das Fotografieren sei er mehr involviert und weiß, dass auch er etwas zur positiven Entwicklung der Gemeinde beitragen kann. Meghan berichtet von manchen Teilnehmern, die erlernte Fähigkeiten Anderen beibringen wollen und hoffen, dass die negative Sicht, die viele Menschen vom Township-Leben haben, sich ändern wird. Um die Ergebnisse der Workshops zu präsentieren gibt es jeweils am Ende des Programms eine Ausstellung.

Wer bei dem Programm mitmachen will, muss zwar keine Gebühren zahlen, sich aber bewerben. Es kommt bei der Bewerbung hauptsächlich auf die Motivation der Schüler an, so Meghan. Die Schüler müssen selber zusehen wie sie zu Ilizwi kommen und es wird von ihnen erwartet, an allen Workshops teilzunehmen. Wer schon mal in Südafrika war weiß, dass so eine Verantwortung nicht selbstverständlich ist. Südafrikaner, besonders die aus den Townships, leben oft von einem Tag auf den anderen. Zudem kommt es immer wieder mal vor, dass sie zu spät oder gar nicht zu einem Termin auftauchen, was wir Deutschen schnell als unzuverlässig abwerten, ohne jedoch die Hintergründe zu kennen.

Obwohl der Ilizwi Photo Club immer wieder Unterstützung von verschiedenen Organisationen, wie zum Bespiel von Nikon, Futji und UnLtd Sout Africa bekommt, werden, wie so oft bei gemeinnützigen Initiativen, nicht alle Kosten gedeckt. Zur finanziellen Unabhängigkeit der Organisation können Ilizwi-Fotografen für fotografische Tätigkeiten gebucht und ausgestellte Fotos käuflich erworben werden. Ein Teil des Gewinnes geht dabei an Ilizwi und der andere an den Ilizwi-Fotografen.

© Melanie Akerboom berichtet als Lichtblick-Kolumnistin von "SÜDAFRIKA - Land der Kontraste" über innovative Projekte aus den Townships.

© Melanie Akerboom berichtet als Lichtblick-Kolumnistin von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ über innovative Projekte aus den Townships.

Meghans Plan ist es Ilizwi an weiteren Standorten aufzuziehen. Zudem würde sie Ilizwi gerne zu einer richtigen Kunstakademie weiterentwickeln, um Township-Künstlern zertifizierte Kurse anbieten zu können und deren Talente zu fördern. Das Wort „Ilizwi“ kommt übrigens aus der Xhosa-Sprache und bedeutet „Stimme“, was die Meinung und Mitsprache der jungen Bevölkerung andeuten soll.

Wer gerne mehr über Ilizwi erfahren möchte, kann sich auf der Webseite das genaue Programm anschauen und dort zusätzliche Informationen finden: http://www.ilizwiphotoclub.co.za/. Zudem ist der Ilizwi Photo Club auch auf Facebook und Twitter vertreten.

Eine Antwort zu “Lichtblick-Kolumne: Initiativen ausm Township

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