Bundestagswahlkampf in der Südafrika-Presse

SPD-Bundeskanzlerkandidat Peer Steinbrück kaum ein Thema, dafür jedoch die Eurokritiker AfD

(2010sdafrika-Redaktion)

Am heutigen 22. September 2013 wählen rund 62 Millionen Bundesbürger zum 18. Mal die Mitglieder des Deutschen Bundestages. Um die Erst- und Zweitstimmen der Wähler buhlen die fünf etablierten Parteien CDU/ CSU, FDP, SPD, Bündnis 90/ Die Grünen und DIE LINKE. Meinungsforschungsinstitute gehen von einem knappen Rennen aus. Die Regierung unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) könnte abgewählt werden. Auch vom Kap aus schaut man ins politische Berlin. Allerdings entsteht eine verzerrte Wahrnehmung vom Parteiensystem Deutschlands, die auf Merkel und die AfD reduziert wird.

© Die südafrikanische Presse schaut mit großem Interesse auf die Bundestagswahlen 2013. Allerdings unterscheidet sich die Berichterstattung der Kap-Journalisten im deutlichen Maße voneinander. Angela Merkel und die Eurokritiker AfD stehen im Mittelpunkt, die SPD und Peer Steinbrück dafür im redaktionellen Abseits. (Quelle: Bundestag/ Simone M. Neumann)

© Die südafrikanische Presse schaut mit großem Interesse auf die Bundestagswahlen 2013. Allerdings unterscheidet sich die Berichterstattung der Kap-Journalisten im deutlichen Maße voneinander. Angela Merkel und die Eurokritiker AfD stehen im Mittelpunkt, die SPD und Peer Steinbrück dafür im redaktionellen Abseits. (Quelle: Bundestag/ Simone M. Neumann)

Interessant ist, dass sich die südafrikanische Presse für die Arbeit der eurokritischen Partei „Alternative für Deutschland (AfD)“ unter dem Vorsitz von Professor Bernd Lucke interessiert zeigt. Die finanzielle Belastung Deutschlands im Rahmen der Europäisierung begünstige den AfD-Zulauf, doch seien die Deutschen mehrheitlich Pro-EU-Anhänger, so der BusinessReport. Der staatliche Rundfunk SABC hält dafür fest, dass der mögliche Einzug der AfD die dritte Amtsperiode Merkels verhindern würde.

Hingegen beschäftigt sich News24 mit dem deutschen Verhältniswahlrecht, der Fünf-Prozent-Regel und der Bedeutung von Überhangmandaten. Dafür hinterfragt der Privatsender eNCA die Wiederwahl Merkels. In einer personalisierten Analyse wird die CDU-Vorsitzende in der ausländischen Berichterstattung als „herzloser Sparkurs-Champion mit Hitler-Schnurrbart“ karikiert, während im Inland ihr Führungsstil geschätzt wird. Das Imageproblem des SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück wird ebenfalls angesprochen. Generell hätten die Sozialdemokraten Probleme ihre Wähler zu mobilisieren.

Überraschenderweise entdeckt Independent Online die Satiriker von „Die PARTEI“ als Thema zu den Bundestagswahlen 2013. Diese Bewegung unter dem Vorsitz des TITANIC-Redakteurs Martin Sonneborn wolle wieder die Mauer errichten; für südafrikanische Leser durchaus eine befremdliche Forderung mit Humorfaktor.

Unabhängig davon wie unterschiedlich die verschiedenen südafrikanischen Medien die Bundestagswahlen unter die Lupe genommen haben, so werden die Journalisten gewiss mit großer Aufmerksamkeit auf die deutschen Wahlergebnisse blicken. Nächstes Jahr erwartet die Republik Südafrika ihre eigenen Wahlen, bei welcher der Afrikanische Nationalkongress unter dem Vorsitz von Präsident Jacob Zuma bisweilen eine Dominanz im Parteiensystem entfaltet.

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