Südafrika ein Rückzugsgebiet von Terroristen?

Nairobi-Anschlag wirft Fragen über die Gefahr des islamistischen Extremismus am Kap auf

(2010sdafrika-Redaktion)

Blutig war der Terroranschlag im Westgate-Einkaufszentrum in der kenianischen Hauptstadt Nairobi, bei welchem rund 70 Menschen starben. Mittlerweile ist klar, dass auch westliche Bürger bei der Vorbereitung und eventuell bei der Durchführung des Anschlages involviert waren. Die Britin Samantha Lewthwaite – in der Presse auch als “Weiße Witwe“ bezeichnet – soll von Johannesburg aus bei der Terrororganisation mitgewirkt haben.

© Der Fall um die britische Bürgerin Samantha Lewthwaite, die die Identität einer südafrikanischen Frau für terroristische Zwecke missbraucht haben soll, wirft Fragen auf. Wie gelang der mutmaßlichen Terroristin die Erlangung amtlicher Dokumente und inwieweit ist Südafrika ein Rückzugsgebiet von islamistischen Extremisten.

© Der Fall um die britische Bürgerin Samantha Lewthwaite, die die Identität einer südafrikanischen Frau für terroristische Zwecke missbraucht haben soll, wirft Fragen auf. Wie gelang der mutmaßlichen Terroristin die Erlangung amtlicher Dokumente und inwieweit ist Südafrika ein Rückzugsgebiet von islamistischen Extremisten.

Die internationale Polizeienvereinigung INTERPOL hat einen internationalen Haftbefehl ausgeschrieben, nachdem kenianische Behörden nach der Konvertierten fahnden. Ihr wird vorgeworfen, mit den somalisch-islamistischen Schabab-Milizen zusammengearbeitet zu haben. Erste Berichte, wonach die Europäerin in Nairobi gesehen wurde, sind mittlerweile von den staatlichen Stellen zurückgewiesen worden.

Unterdessen bestätigte das Innenministerium Südafrika, dass Lewthwaite unter Vorspiegelung falscher Tatsachen rechtmäßig einen südafrikanischen Pass ausgestellt bekam. In Durban soll das Personaldokument ausgestellt worden sein, ist jedoch im Februar 2011 für ungültig erklärt worden. Damals ist aufgefallen, dass die in Johannesburg lebende Britin sich der Identität der Südafrikanerin Natalie Faye Webb annahm. Erst nach INTERPOL-Hinweisen ist das Innenministerium auf diesen Identitätsklau aufmerksam geworden. Wie es zur Passausstellung kommen konnte, soll nun behördenintern geklärt werden. 

Die Investigativzeitung „Mail & Guardian“ hatte berichtet, dass die Hawks-Ermittler der südafrikanischen Polizei schon länger Hinweisen nachgehen, wonach die Schabab-Milizen auch in Südafrika aktiv sind. Inwieweit die somalische Gemeinde am Kap mit der Miliz in Verbindung steht, ist ebenfalls unklar. Der islamistische Terrorismus rückt erstmals ins Bewusstsein der südafrikanischen Öffentlichkeit. Am 22.09.2013 ist bekannt geworden, dass bei dem Nairobi-Anschlag auch der Kapstädter James Thomas starb.

In Südafrika leben rund 656.000 Muslime. Der Islam ist bereits seit dem 17. Jahrhundert in dieser Region verwurzelt. Muslime gelten in der südafrikanischen Gesellschaft als absolut integriert und werden voll akzeptiert. Mit der Nizamiye Moschee in Johannesburg ist eine 55 Meter hohe und somit das größte islamische Gotteshaus in der südlichen Hemisphäre entstanden. Religiös bedingte Spannungen sind äußerst selten.

4 Antworten zu “Südafrika ein Rückzugsgebiet von Terroristen?

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