Für die Liebe nach Deutschland ausgewandert

Im Interview mit Ronni Zettner, südafrikanische Grafik-Designerin und Künstlerin aus Schweinfurt

(2010sdafrika-Redaktion)

© Die aus Südafrika stammende Grafik-Designerin Ronni Zettner lebt bereits seit vielen Jahren im bayerischen Schweinfurt. Ihre beeindruckende Kunst und ihr soziales Engagement verhalfen ihr zu einem hohen Bekanntheitsgrad in Unterfranken. Neben Porträt Arbeiten, wie die der Person Nelson Mandelas, widmet sich Zettner dem Thema "Das Tier im Menschen".

© Die aus Südafrika stammende Grafik-Designerin Ronni Zettner lebt bereits seit vielen Jahren im bayerischen Schweinfurt. Ihre beeindruckende Kunst und ihr soziales Engagement verhalfen ihr zu einem hohen Bekanntheitsgrad in Unterfranken. Neben Porträt-Arbeiten, wie die der Person Nelson Mandelas, widmet sich Zettner dem Thema „Das Tier im Menschen“.

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Frau Ronni Zettner, studierte Grafik-Designerin und Künstlerin. Sie stammen aus Südafrika und leben nun in Schweinfurt. Wie kam es dazu, dass Sie in Deutschland Ihre neue Heimat gefunden haben?

Antwort: Der einzige Grund für die sicher nicht leichte Entscheidung, seine Heimat und seine Familie zu verlassen, ist die Liebe. Da es meinem Mann nicht möglich war, sich von Deutschland zu trennen, habe ich den Schritt gewagt, und bin von Südafrika mit ihm nach Deutschland gegangen, das für mich eine zweite Heimat geworden ist.

© Fränkischer Weiber nach der "Mess", Pigmente auf Papier, je 80 cm x 100cm, Besitz: Marienstift Schweinfurt

© Fränkischer Weiber nach der „Mess“, Pigmente auf Papier, je 80 cm x 100cm, Besitz: Marienstift Schweinfurt

2010sdafrika-Redaktion: Was studierten Sie und wofür steht „South African Arts“ überhaupt?

Antwort: Ich studierte am Technikon in Pretoria Grafikdesign und mein Hauptfach war Kunst, da Zeichnen und Malen schon immer mein Metier war. Für mich steht „South African Arts“ besonders für Veränderung, immens viel Rhythmus und eine archaische Ausdruckskraft.

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© Antilope, Savanna, 3 Bokkies Pigmente auf Papier, je 100 cm x 80 cm

2010sdafrika-Redaktion: Ihre Kunst nimmt Südafrika in den Fokus. Emotional und ausdrucksstark wirken ihre Bilder auf den Betrachter. Was wollen Sie mit ihrer Kunst konkret vermitteln?

Antwort: Ein Künstler wendet in seinen Werken sein Inneres nach Außen und macht so seine Gefühlswelt sichtbar. Die Themen, die mich interessieren und beschäftigen, wechseln immer wieder, und so verkörpern meine Bilder auch immer einen Teil meines aktuellen Gemütszustandes und meiner Emotionen. Die Wirkung auf den Betrachter liegt natürlich in dessen Augen und seinen Assoziationen.

© Ethik für Managers, Keramik und Buchlein aus Papier, je ca. 8 cm x 15 cm x 12 cm

© Ethik für Managers, Keramik und Buchlein aus Papier, je ca. 8 cm x 15 cm x 12 cm

2010sdafrika-Redaktion: Vor allem Ihre Vorliebe für die südafrikanische Tierwelt ist mir aufgefallen. In einem Bild hält ein auf einem Sessel sitzender Gorilla eine Kugel, in einem anderen Werk ist ein Schimpanse mit einem Buch zu sehen. Warum diese menschlichen Wesenszüge bei den Affen?

Antwort: Mein Hauptthema und der rote Faden in meiner Kunst ist das Tier im Menschen. Ich beobachtete mehr beiläufig, dass sich Affen und Menschen in ihrem Verhalten oft ähnlich sind. Mit diesem Thema habe ich mich dann intensiver auseinandergesetzt und auch Bücher von Frans de Waal gelesen. Die Erkenntnis, dass Menschen und Affen so unterschiedlich nicht sind, habe ich dann in meinen Bildern und Skulpturen umgesetzt.

© Chief, Pigmente auf Papier, 120 cm x 100 cm

© Chief, Pigmente auf Papier, 120 cm x 100 cm

© Monkey Business, Pastel auf Papier, je 29 cm x 42 cm

© Monkey Business, Pastel auf Papier, je 29 cm x 42 cm

© Löwe Offset Lithografie, partiell handkoloriert, Auflage 300, 50 x 70 cm

© Löwe Offset Lithografie, partiell handkoloriert, Auflage 300, 50 x 70 cm

2010sdafrika-Redaktion: Ebenfalls sind Sie in Schweinfurt für die Sommerkunstschule bekannt, die Sie organisieren und betreuen. Junge Menschen werden gezielt angesprochen, sich künstlerisch zu entfalten. Welches Anliegen verfolgen Sie mit diesem sozialen Projekt?

Antwort: Vorrangige Ziele der Sommerkunstschule ist die Vermittlung von Kunst durch Erleben und dass dies den Kindern und Jugendlichen Spaß machen sollte. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Stärkung des Selbstbewusstseins. Kreativität und die Fähigkeit der eigenen Gestaltungsmöglichkeiten sind elementare Voraussetzungen für die Entwicklung junger Menschen. Dieses Potential nimmt im Zeitalter des Internets und von PC-Spielen leider kontinuierlich ab.

2010sdafrika-Redaktion: Sie malten ebenfalls Nelson Mandela. Welche Bedeutung nimmt Madiba Ihrer Meinung nach im heutigen Südafrika ein und was kostet dieses Kunstwerk?

Antwort: Eine Ikone wie Nelson Mandela ist nicht nur in Südafrika, sonder auf der ganzen Welt ein Symbol für Vergebung, Toleranz und Geduld. Madibas Ausstrahlung verkörpert etwas mystisches, und diese Ausdruckskraft hält in mir und auch Südafrika immer noch an. Ich bin sehr stolz, dass ich seinen unermüdlichen Einsatz für Demokratie und Versöhnung miterleben durfte.

Madibas Bild strahlt seinen unerschütterlichen Frohsinn aus und verkörpert seine Vorliebe für afrikanische Muster, die ich mit Blattgold angelegt habe. Das Bild hat eine Größe von 80 x 100 cm und kostet 800 Euro.

© Kunstwerk der südafrikanischen Künstlerin Ronni Zettner: Mandela.

© Kunstwerk der südafrikanischen Künstlerin Ronni Zettner: Mandela.

2010sdafrika-Redaktion: Anfang Oktober 2013 fliegen Sie zurück nach Pretoria. Was vermissen Sie an Deutschland, wenn Sie in Südafrika sind und was vermissen Sie an Südafrika, wenn Sie wieder zurück sind?

Antwort: Sowohl in Südafrika als auch in Deutschland vermisse ich immer wieder meine Familie, meine Freunde, in beiden Ländern. Aber das Besondere an Südafrika im Vergleich zu Deutschland ist natürlich die Tierwelt: wild und frei.

2010sdafrika-Redaktion: Ronni Zettner, südafrikanische Künstlerin aus Schweinfurt, vielen Dank für das Interview!

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