Peinlicher Zwischenfall am Flughafen Frankfurt

Exklusiv: Bundespolizisten halten Südafrikas Innenministerin Naledi Pandor bei Passkontrolle fest

(Autoren: 2010sdafrika-Redaktion, Susanne Zeckler, Ghassan Abid)

Am 11. September 2013 ereignete sich am Flughafen Frankfurt am Main ein bislang einmaliger Zwischenfall in der Geschichte der Bundespolizei. Südafrikas Innenministerin Naledi Pandor, zuständig für Einwanderungsangelegenheiten, reiste zwecks Veranstaltung zweier Handelskammern in Kapstadt über den deutschen Flughafen. Allerdings ist der einflussreichen Ministerin im Zuma-Kabinett bei der Passkontrolle die Weiterreise verwehrt worden. Eine kuriose Geschichte, die aus interner Quelle an die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ herangetragen wurde.

© Am 11. September 2013 ereignete sich am Flughafen Frankfurt am Main ein Zwischenfall mit hoher politischer Brisanz: Südafrikas Innenministerin Naledi Pandor ist bei einer Passkontrolle der Bundespolizei an der Weiterreise gehindert worden. Ihr Hinweis, wonach sie über einen diplomatischen Pass verfügt, soll von den Beamten schlichtweg ignoriert worden sein. (Quelle: flickr/ Nelson Mandela Centre of Memory)

© Am 11. September 2013 ereignete sich am Flughafen Frankfurt am Main ein Zwischenfall mit hoher politischer Brisanz. Südafrikas Innenministerin Naledi Pandor ist bei einer Passkontrolle der Bundespolizei an der Weiterreise gehindert worden. Ihr Hinweis, wonach sie über einen diplomatischen Pass verfügt, soll von den Beamten schlichtweg ignoriert worden sein. (Quelle: flickr/ Nelson Mandela Centre of Memory)

Die Bundespolizisten warfen der südafrikanischen Ministerin vor, kein Visum in ihrem Pass zu besitzen und dementsprechend über keinen rechtmäßigen Aufenthalt zu verfügen. Ihr Hinweis, wonach sie einen Diplomatenpass besitzt, soll von den zuständigen Polizeibeamten schlichtweg ignoriert worden sein. Daraufhin wollte sie den leitenden Bundespolizisten am Flughafen sprechen. Rund eine halbe Stunde musste die Politikerin in einer Ecke stehen und auf den Beamten warten.

Für die Innenministerin war das Warten nicht nur eine seelische, sondern auch eine körperliche Tortur, da sie aufgrund ihrer gesundheitlichen Verfassung nicht lange auf den Beinen stehen kann. Im Anschluss ist die 59-Jährige ohne Gespräch mit der Bundespolizei-Führung am Airport einfach durchgewunken worden. Eine Entschuldigung oder gar eine Erklärung erfolgte nicht.

Unterdessen ist aus einer zweiten internen Quelle bekannt geworden, dass die ANC-Politikerin in hohen politischen Kreisen am Kap über die „peinlichen deutschen Behörden“ geflucht haben soll. Ob eine Beschwerde an die Deutsche Botschaft Pretoria oder an das Auswärtige Amt im Rahmen einer sogenannten Verbalnote versandt wurde, ist nicht anzunehmen. Die Südafrikaner scheinen einen diplomatischen Affront mit Berlin vermeiden zu wollen.

Bereits am 12. September 2013 ist „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ über den Zwischenfall informiert worden. Daraufhin ist das Innenministerium Südafrikas vergeblich um eine schriftliche Stellungnahme gebeten worden. Eine weitere Anfrage an die Bundespolizeidirektion Flughafen Frankfurt am Main konnte nicht beantwortet werden. In der Rückmeldung der Bundespolizei heißt es: „Der von Ihnen geschilderte Vorfall ist mir bis dato nicht bekannt und kann leider aufgrund der fehlenden Informationen (Reisedatum, Flugrouting, Flugnummer etc.) so auch nicht nachgeprüft bzw. aufgeklärt werden.

Dem Flughafen Frankfurt am Main wird von mehreren Südafrikanern bereits seit den 90er Jahren nachgesagt, dass ein Teil der dort eingesetzten Beamten über xenophobe Einstellungen verfüge und schwarze Passagiere bei den Kontrollen bewusst diskriminiert, wenn nicht sogar schikaniert werden würden.

5 Antworten zu “Peinlicher Zwischenfall am Flughafen Frankfurt

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  4. Ich bin geschockt über diesen Vorfall, der kein gutes Licht auf Deutschland werfen dürfte. Aus meinem Bekanntenkreis kann ich nur bestätigen, dass die Polizei am Airport Frankfurt mit zweifelhaften Aktionen aufgefallen sind. Vor allem Afrikaner nehmen die Polizisten gerne ins Visier. Das muss sich ändern. Das Bundesinnnenministerium ist nun gefordert!

  5. sehr gute Bericht, Polizei im Flughafen waren auch mit uns sehr sehr streng bei Kontrolle- Weil ich Schwarzer… Rassismus noch da.

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