Mordfall Anni Dewani

Verteidiger des Briten Shrien Dewani verhindern erneut eine Auslieferung an die südafrikanische Justiz

(2010sdafrika-Redaktion)

Lange hat man nichts von Shrien Dewani gehört. Nun hat der Brite indischer Abstammung in dieser Woche einen Erfolg verbucht und der Auslieferung an die Justiz Südafrikas erneut entgehen können. Das Gericht begründete seine Entscheidung mit der notwendigen Klärung offener juristischer Sachverhalte. Dem Geschäftsmann aus gutem Hause wird vorgeworfen, während der Flitterwochen in einem Slum bei Kapstadt im Jahr 2010 seine frisch Angetraute Anni ermorden lassen zu haben. Er soll südafrikanische Auftragsmörder angeheuert haben.

© Der Brite Shrien Dewani wird beschuldigt, während der Flitterwochen in Südafrika seine Ehefrau Anni Dewani, Geburtsname Hindocha, ermorden lassen zu haben. Drei Südafrikaner sind bereits verurteilt worden. Die Verteidiger von Shrien Dewani konnten mittlerweile seit drei Jahren eine Auslieferung an Südafrika verhindern.

© Der Brite Shrien Dewani wird beschuldigt, während der Flitterwochen in Südafrika seine Ehefrau Anni Dewani, Geburtsname Hindocha, ermorden lassen zu haben. Drei Südafrikaner sind bereits verurteilt worden. Die Verteidiger von Shrien Dewani konnten mittlerweile seit drei Jahren eine Auslieferung an Südafrika verhindern.

Dewani gab in diesen Tagen bekannt, dass sein Verteidigerteam weiterhin vor dem High Court in London gegen das Auslieferungsersuchen der südafrikanischen Strafverfolgungsbehörden vorgehen werde. Bislang war aufgrund der schlechten gesundheitlichen Verfassung des Angeklagten die Entscheidung zur Auslieferung vertagt worden. Dewani befand sich lange in einer psychiatrischen Anstalt in England. Nun stehen rechtliche Bedenken im Vordergrund, bevor ein Urteil durch die drei zuständigen Richter gefällt werden kann.

Der Justizfall Dewani wird seit drei Jahren in Großbritannien, in Südafrika und in Indien heiß diskutiert. Mehrere Politiker kommentierten bereits diese Angelegenheit. Immer wieder kamen Zweifel über die Leistungsfähigkeit und die Unbefangenheit der südafrikanischen Justiz auf. Hingegen betonte die britische Regierung, dass sich der Angeklagte für den mutmaßlichen Auftragsmord an seiner Ehefrau in Südafrika stellen müsse. Sollte Dewani eines Tages doch ausgeliefert werden, so ist ein Gang zum Obersten Gerichtshof in Großbritannien, dem Supreme Court in London, oder zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg zu erwarten. Eine weitere Verzögerung der Auslieferung gilt somit als sicher.

Unterdessen zeigte die Justiz am Kap einen harten Kurs gegen die Beteiligten im mutmaßlichen Mordkomplott gegen Anni Dewani. Der Taxifahrer Zola Robert Tongo, der das Paar in den Slum fuhr, ist zu einer 18-jährigen Haftstrafe verurteilt worden. Die beiden Auftragsmörder Mziwamadoda Qwabe und Xolile Mngeni müssen für 25 Jahre bzw.  lebenslang hinter Gittern.

Shrien Dewani streubt sich gegen eine Auslieferung an Südafrika, da er nach eigenen Aussagen einerseits sexuelle Übergriffe durch Mitgefangene befürchte und andererseits von keinem fairen Prozess ausginge. Die Familie des Mordopfers hat wiederholt in der Presse die britische Justiz dafür kritisiert, eine Entscheidung zur Auslieferung des Angeklagten bewusst hinauszuzögern.

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