US-Botschaft in Pretoria in der Kritik

Ex-Wohnungsbauminister Tokyo Sexwale in USA inhaftiert. Südafrika sauer über Terroristenbehandlung

(2010sdafrika-Redaktion)

Während in Deutschland der öffentliche Zorn groß ist, dass das Handy von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) offenbar durch die US-Geheimdienste CIA und NSA ausspioniert wurde, entsteht gegenwärtig auch in Südafrika eine massive Kritik an den Amerikanern. Die Vergangenheit der USA im Hinblick auf ihre einstigen Beziehungen mit dem Apartheidsregime holt Washington in diesen Tagen ein. Die US-Botschaft in Pretoria schweigt und verzichtet auf eine öffentliche Erklärung. Die Südafrikaner sind sauer und fordern Antworten.

© Die US-Botschaft in Pretoria, wie hier im Bild zu sehen, steht gegenwärtig in der öffentlichen Kritik durch südafrikanische Regierungsvertreter. Der ANC ist mittlerweile dermaßen erboßt, dass der Zwischenfall von der Inhaftierung des Ex-Wohnungsbauministers Tokyo Sexwale in den USA an die Presse herangetragen worden ist.

© Die US-Botschaft in Pretoria, wie hier im Bild zu sehen, steht gegenwärtig in der öffentlichen Kritik durch südafrikanische Regierungsvertreter. Der ANC ist mittlerweile dermaßen erboßt, dass der Zwischenfall von der Inhaftierung des Ex-Wohnungsbauministers Tokyo Sexwale in den USA an die Presse herangetragen worden ist.

Der ehemalige südafrikanische Wohnungsbauminister Tokyo Sexwale befand sich in der letzten Woche auf einer US-Visite und reiste hierfür über den John F. Kennedy International Airport in New York ein. Die Sicherheitskräfte am Flughafen registrierten, dass der Minister a.D. auf der US-Terrorliste stand. Dementsprechend ist Sexwale inhaftiert und wie ein Terrorist behandelt worden, heißt es aus dem politischen Pretoria.

Die Regierungspartei Afrikanischer Nationalkongress (ANC) ist dermaßen erboßt über das Verhalten amerikanischer Sicherheitsbeamter, sodass dieser Zwischenfall an die Presse herangetragen worden ist. In einer heutigen Erklärung hält ANC-Pressesprecher Jackson Mthembu mit ungewohnt scharfen Worten fest: „Der Afrikanische Nationalkongress verurteilt die Inhaftierung des Genossen Tokyo Sexwale durch die Behörden der Vereinigten Staaten von Amerika … Genosse Tokyo Sexwale ist ehemaliger Minister der demokratischen Republik Südafrikas, ein angesehener Freiheitskämpfer, Aktivist und Führer unserer Befreiungsbewegung; und kein Terrorist.

Hintergrund der Eintragung des ehemaligen Wohnungsbauministers auf der US-Terrorliste ist der Umstand, dass die US-Regierung – ähnlich wie Deutschland – zu den treuesten Verbündeten des Rassentrennungsregime zählte. Mehrere ANC-Befreiungskämpfer sind durch das US-Außenministerium auf die Liste gesetzt worden, so auch Nelson Mandela, der erst im Jahr 2008 von diesem Dokument entfernt wurde.

4 Antworten zu “US-Botschaft in Pretoria in der Kritik

  1. Pingback: Sexwale for President? | SÜDAFRIKA - Land der Kontraste

  2. Pingback: USA über Südafrika-Vizeminister verärgert | SÜDAFRIKA - Land der Kontraste

  3. aber dass nun mal die USA sich überall ihre eigenen gesetze machen, dass jedwede Art von freundschaftbekundung nur noch geheuchelt werden kann, um nicht der stärksten Wletmacht ausgeliefert zu sein, scheint ja inzwischen selbst den größten Amerika-Fansn icht merh zu entgehen.Und wie viele Amerikaner, die damals für Vietnam verantwortlich waren oder wieviele, die In Chile den Militärputsch mit organsiert haben oder den unerlaubten Irakkrieg begonnen haben, stehen eigentlich auf der Liste anderer Länder? das wäre doch mal an der Zeit mit diesem so demokratischen Land ebenso „demokratisch“ zu verfahren.Irgendwann ist einfach dieser Spruch nicht mehr glaubhaft, was die USA alles für die Menschheit getan haben..Sie tun alles und immern ur für sich elbst, egal ,wie schlimm es für andere ist …Aufwachen wäre für Europa und alle anderen Nationen jetzt mal wichtig,aufwachen und sich nicht mehr rumschubsen lassen

  4. Was soll diese Heuchelei — natürlich hat die ANC damals nicht den Weg Ghandis gewählt, sondern sich für den Terror entschieden, um die Apartheid zu bekämpfen. Und dann die Wortwahl „treuester Verbündendeter“ — die Sanktionen gerade der US-amerikanischen Firmen haben im Gegensatz zu Volkswagen zu Co. auch zum Umdenken De Klerks beigesteuert. Und nein, die USA waren nicht Fans der Apartheid, sondern auch *nicht* Fans des Kommunismus, den die ANC zweifelsohne einführen wollte. Erst Nelson Mandela hat auch die ANC wiederum zum Umdenken bewegt — und wird gerade deshalb von vielen überzeugten Black-Power-Fans bis zum heutigen Tage gehasst. Könnt ihr nicht mal etwas differenzierter berichten, gerade was den Sinneswandel und die daraus resultierende, fulminante Rolle Nelson Mandelas im friedlichen Wandel Südafrikas betrifft, ihr Südafrika-„Experten“..

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