Scientology-Expansion in Südafrika

„Castle Kyalami“ als Ort der „perfekten Gehirnwäsche“, so europäischer Sektenkritiker

(2010sdafrika-Redaktion)

Yasmine M. ist etwa 35 Jahre alt und mit Jean Marc M. glücklich verheiratet, einem Mitarbeiter einer Johannesburger TV-Produktionsfirma. Beide zählen zum schwarzen Mittelstand Südafrikas. Gebildet, gut verdienend und selbstbewusst. Zudem glauben beide an Gott. So entschlossen sie sich, die „Scientology-Kirche“ zu kontaktieren. Puneet Dhamija, ein Inder der für die Liebe zu einer Südafrikanerin ans Kap zog, ist Direktor von Scientology in Johannesburg. Yasmine und Jean Marc M. erhielten von Dhamija eine Einladung, sich das von Scientology betriebene „Castle Kyalami“ anzuschauen. Sie taten es auch, ohne sich den Gefahren der Beeinflussung und Abhängigkeit bewusst gewesen zu sein.

© Mit dem „Castle Kyalami“ kaufte die Scientology-Organisation in Südafrika ein protziges Schloss, dass die Expansion der Sekte in Afrika beschleunigen soll. Bekannt ist diese Einrichtung als beliebter Tagungsort, der vor allem die Mittelschicht anzieht. (Quelle: flickr/ Liann Lin)

© Mit dem „Castle Kyalami“ kaufte die Scientology-Organisation in Südafrika ein protziges Schloss, dass die Expansion der Sekte in Afrika beschleunigen soll. Bekannt ist diese Einrichtung als beliebter Tagungsort, der vor allem die Mittelschicht anzieht. (Quelle: flickr/ Liann Lin)

Das „Castle Kyalami“ ist eines protziges Schloss in der Provinz Gauteng, unweit gelegen von den beiden Scientology-Standorten in Pretoria und Johannesburg. Bekannt ist diese Einrichtung für das Zelebrieren von luxuriösen Geburtstagsfeiern, Hochzeiten und Geschäftstreffen. Im März 2008 erwarb die in deutschen Geheimdienstkreisen als Sekte bezeichnete Scientology-Organisation diese Einrichtung. Bisweilen kommen viele kaufkräftige Leute zum Ort Kyalami, der auch bei Autofahrern wegen seiner Rennbahn sehr beliebt ist.

Das „Castle Kyalami“ wird nicht nur für Events genutzt, sondern auch für Scientology-Trainingskurse. Als sogenannte „New Advanced Organisation“ dient diese elitäre Einrichtung zur „Erreichung höherer Stufen“ und zum „Erlangen von spiritueller Freiheit“. Das von Scientology-Chef David Miscavige erarbeitete Konzept sieht vor, Lehreinheiten für Fortgeschrittene innerhalb eines Kontinents anzubieten.

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Solche „New Advanced Organisations“ untermauern den Geltungsrang von nationalen Scientology-Vertretungen. Entsprechende Institutionen finden sich beispielsweise in Kopenhagen, in Los Angeles und in Sydney wieder. In Deutschland reichte es für diese Gründung nicht aus, da die deutsche Öffentlichkeit zu kritisch gegenüber dieser US-Sekte eingestellt ist.

Im Schloss passen bis zu 1.000 Scientologen, die auf einem neun Hektar großen Terrain „geschult“ werden. Ein europäischer Scientology-Kritiker spricht auf Anfrage von „perfekter Gehirnwäsche„, die durch die harmonische Umgebung beschleunigt wird. Mittelalterliches Ambiente und luxuriöses Flair verstärken das eigene Bedürfnis, länger im „Castle Kyalami“ verweilen zu wollen. Den eigenen Erkenntnissen nach ist das Schloss vor allem in diesem Jahr gut besucht gewesen. Kritische Stimmen zu Scientology hört man in Südafrika so gut wie überhaupt nicht. Die Expansion schreitet ungehindert voran.

Das Online-Medium „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ beobachtet seit längerer Zeit die Scientology-Aktivitäten am Kap, etwa zur südafrikanischen Hauptstadt-Repräsentanz in Pretoria, die unweit von der Deutschen Botschaft Pretoria und vom Präsidialamt gelegen ist. Ebenso standen die Kontakte der Sekte mit hohen Vertretern des Staates im Mittelpunkt der eigenen Berichterstattung. Zudem wurde Wilfried Handl, einer der populärsten Scientology-Aussteiger im deutschsprachigen Raum, interviewt.

Scientology-Video zum „Castle Kyalami“

11 Antworten zu “Scientology-Expansion in Südafrika

  1. Pingback: Scientology baut Präsenz in Südafrika aus | SÜDAFRIKA - Land der Kontraste

  2. Kritikuebende
    Ich las mit Interesse die Überschrift „Scientology Expansion in Südafrika“. Nun wird da ein Ehepaar namens Jean-Marc D. und Yasmine D. erwähnt, die sich das Castle ansahen. Ich war gespannt auf ihr Urteil. Stattdessen wird von einem Kritiker gesprochen, der sich offensichtlich noch nicht einmal selbst ein Bild von Scientology gemacht hat , und dem gesamten Beitrag ist zu entnehmen, dass dies auch der Schreiber dieses Beitrages nicht gemacht hat. Was hat denn nun das Ehepaar D. für Erfahrungen gemacht? Wenn man schon Kritik übt – an wem und was auch immer – muss sie fundiert sein und aus eigener Erfahrung stammen. Ist dies nicht der Fall, ist der Kritikübende unglaubwürdig. – Natascha

  3. Interessant ist doch, dass der Artikel aufreißerisch mit irgendeiner Geschichte über ein Ehepaar beginnt, dass sich angeblich durch irgendeinen Trick in irgendeine Gefahr begibt – und dann wird einfach nur (inhaltlich schwach) über das Thema Scientology hergezogen.

    Wer sich tatsächlich über das Thema Scientology informieren möchte, der sollte dies bei Scientology tun, denn so macht man sich sein eigenes Bild!
    http://www.scientology.de ist ein gutes Beispiel.

  4. Dieses hier in einem Kommentar erwähnte Urteil geht auf das Betreiben einer intoleranten Gruppierung in Frankreich zurück, die versucht, die Rechte neuer religiöser Bewegungen massiv zu unterdrücken. Mehrere Urteile der französischen Justiz auf diesem Gebiet wurden bereits vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte beanstandet. Auch dieses Urteil wird vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte landen, da es einen schwerwiegenden Angriff auf das Recht der Religionsfreiheit darstellt.

  5. Es ist eine alt bekannte OSA-Taktik (dem Geheimdienst der Sekte) kritische Artikel zu diffamieren, zu verharmlosen oder vom Thema abzulenken!

    Der einzige Zweck, dass Scientology (Beobacher, Reinhard Rieder und einige werden noch folgen) hier etwas schreibt, ist nur der, dass sie für andere neutrale Leser hier einen Zweifel hereinbringen. Das heißt auf gut Deutsch, wenn nur Kommentare von Kritiker hier wären, dann hätten die liniengetreuen Scientologen automatisch schon an Boden verloren. So aber gibt es die Möglichkeit den Leser in eine Art Zweifel zu bringen, und das Negative über Scientology wenigsten zu neutralisieren.

    ABER bei Scientology darf es keinen Zweifel geben. Eine rechtskräftig verurteilte Gruppe (‚Organisierte Betrüger‘) die Bewusstseinskontrolltechniken einsetzt, um Menschen zu Gehorsam, Abhängigkeit und Konformität zu manipulieren.

    • Es bringt nichts mich schlecht zu machen; der Leser entscheidet.

    • Es ist eine altbekannte Anonymous-Taktik (einer teilweise kriminellen Hacker-Sekte) Scientologen zu diffamieren, zu kriminalisieren oder vom Thema abzulenken.

      Die einzige Absicht von Fanatikern ist es Voruteile und Hass zu fördern und zu verbreiten. Man erkennt es an der Kaltschnäuzigkeit ihrer Ausdrucksweise, sie verwenden diese Sprache weil sie glauben Scientology auf diese Weise für die Öffentlichkeit negativ zu brandmarken. Eigentlich ist es aber nur ein Versuch sich irgendwie Aufmerksamkeit zu verschaffen.

      Es ist für den neutralen Leser durchaus erkennbar, wer die Öffentlichkeit zu manipulieren versucht. Sie selbst glauben „an Boden zu verlieren“ wenn sie nicht jede Internetmeldung mit ihren Textbausteinen versehen, in denen sie die Alleingültigkeit ihrer Einheitsmeinung mit Sätzen wie „bei Scientology darf es keinen Zweifel geben“ zu beschwören versuchen.

      Tatsächlich ist dieses Verhalten ein Grund, diese immernoch merkwürdig extreme Ablehnung von Scientology in Frage zu stellen.

  6. Wer sich bei der Beurteilung von Scientology auf selbsternannte Sektenkritiker verlässt, der ist verlassen. Diese werfen in der Regel nur mit längst widerlegten Parolen wie Gehirnwäsche um sich und können nur ein völlig absurdes Zerrbild bieten, welches mit der Realität nichts zu tun hat. Dies kann man ja bestens an dem Kommentar der Gruppierung sehen, die hier ihr absurdes Zerrbild abgeliefert hat.

  7. Was ist eine Sekte überhaupt?

    Wurde früher das Wort „Sekte“ als eine kleine Gemeinschaft, die sich von einer großen Religion/Kirche abgespalten definiert, wird es heute als Kampfbegriff verwendet.

    Die Medien bedienen sich dem Wort Sekte regelmäßig. So titelt ein Artikel von manager magazin online vom 29.10.2004 MÜLLER-MILCH “Greenpeace ist eine Art von Sekte”.

    Aber auch die Weltklima-Bewegung schneidet nicht gut ab und wird als CO2-Sekte bezeichnet. Und die Firma Apple steht wegen der Bindung ihrer Kunden unter Sekten-Verdacht.

    Mehr Infos unter http://bit.ly/16CHWT6

  8. 1) Scientology + Expanison = Propagandalüge um ihre Mitglieder auf Linie zu halten.

    – Joburg Org ist trostlos
    – Pretoria “Ideal Org” ein Flop
    – Kyalami Castle ist leer.

    Nach dazu hat die prominenteste scientologische Familie, Gaye and Ernest Corbett, dass sinkinde Schiff verlassen.

    2) Nicht ‚Gehirnwäsche‘, sonder Bewusstseinskontrolle.

    Bewusstseinskontrolle sind spezifische Zusammenstellung an Methoden und Techniken, wie Indoktrination von Phobien, redefinierte Sprache, Erschaffung fiktiver Feinde, Hypnose oder Gedankenstopp, die eine Person beeinflusst wie sie denkt, fühlt und handelt. Destruktive Bewusstseinskontrolle will nichts weniger als eine einzelne Identität – Verhalten, Gedanken, Gefühle – zu zerstören und sie durch die Vorstellung des Kult-Anführers/der Gruppe zu ersetzen. Die Glaubenslehre der Gruppe wird der Person zum einzigen Anliegen.

    http://www.destruktive-gruppen-erkennen.com

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