20 Boeremag-Mitglieder zu Haftstrafen verurteilt

Südafrikanischer Staat zeigt Härte gegen burische Rechtsextremisten: Bis zu 35 Jahre Haft

(2010sdafrika-Redaktion)

Im Juli 2012 sind die Mitglieder der rechtsextremistischen Boeremag-Organisation (zu Deutsch: Burenmacht) vom zuständigen Strafrichter am North High Court in Pretoria, Eben Jordaan, für schuldig erklärt worden. Nun ist am 29. Oktober 2013 unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen das Strafmaß gegen 20 Buren bekannt gegeben worden: Bis zu 35 Jahre Haft. Die Urteile zeigen auf, dass der südafrikanische Staat keinen rechtsextremistischen Terrorismus am Kap dulden werde.

© Am 29. Oktober 2013 ist das Strafmaß gegen die 20 Mitglieder der rechtsextremistischen Boeremag-Organisation verkündet worden: Bis zu 35 Jahre Haft. Der Vorsitzende Strafrichter am North Gauteng High Court in Pretoria, Eben Jordaan, hat nach rund 10-jähriger Prozessdauer das Verfahren zum Abschluss gebracht. Ihm wird "Prozessverschleppung" vorgeworfen. (Quelle: flickr/ Michael Thurm)

© Am 29. Oktober 2013 ist das Strafmaß gegen 20 Mitglieder der rechtsextremistischen Boeremag-Organisation verkündet worden: Bis zu 35 Jahre Haft. Der Vorsitzende Strafrichter am North Gauteng High Court in Pretoria, Eben Jordaan, hat nach rund 10-jähriger Prozessdauer das Verfahren zum Abschluss gebracht. Ihm wird „Prozessverschleppung“ vorgeworfen. (Quelle: flickr/ Michael Thurm)

Rund zehn Jahre saßen die mittlerweile verurteilten Buren in Untersuchungshaft. Viel zu lange zog sich das öffentlichkeitswirksame Strafverfahren hin. Von „Prozessverschleppung“ ist wiederholt die Rede gewesen. Neun Verurteilte konnten daher unmittelbar nach der Urteilsverkündung direkt in die Freiheit entlassen worden, da diese ihre Haftzeit bereits abgegolten hatten. Der Hauptangeklagte Mike du Toit muss hingegen für insgesamt 35 Jahre in Haft, wovon 10 Jahre bereits abgesessen und weitere 10 Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurden.

Das „Document 12“, in der Presse auch als „Kriegsplan“ beschrieben, nahm in der Urteilsfindung eine zentrale Bedeutung ein, da die Namen aller Verurteilten auf dieser vorzufinden waren. Ohne dieses Dokument wäre der Ausgang des Strafverfahrens wohl anders verlaufen. Ebenso ergibt sich aus diesem Plan die terroristische Herangehensweise: Die gezielte Liquidierung von Schwarzen, der Abschuss eines Boeing-Passagierflugzeuges über dem Township Khayelitsha, die Nutzung von Massenvernichtungswaffen gegen die Mehrheitsbevölkerung, die Ermordung von Nelson Mandela und die Kappung der Energieversorgung.

Während die englischsprachigen Medien und der öffentliche Rundfunk kaum Zweifel an der Rechtssprechung zu erkennen gaben, sind die afrikaanssprachigen Medien deutlich kritischer gegenüber den Staat und verständnisvoller gegenüber den Rechtsextremen eingestellt. Das populäre „Volksblad“ zeigte beispielsweise in einem Artikel auf, welche finanziellen und gesundheitlichen Folgen das Verfahren für die Verurteilten und ihre Familien hatten.

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