Transportflugzeug A400M

Airbus-Industriepartnerschaft mit der Republik Südafrika: Flugzeuge herstellen, aber keine bestellen

(2010sdafrika-Redaktion)

Der A400M ist der gesamte Stolz des europäischen Flugzeugherstellers Airbus. Entworfen wurde dieses Modell der EADS-Tochter für militärische Einsätze, insbesondere für Friedensmissionen auf dem afrikanischen Kontinent. Dementsprechend entschloss man sich im Airbus-Management im französischen Toulouse, der Republik Südafrika den Status eines vollwertigen Industriepartners zuzusprechen. Dieses Privileg wurde an die Bedingung geknüpft, dass die südafrikanische Armee den A400M bestellt. Allerdings kam es ganz anders als erwartet, zum Ärgernis der Europäer.

© Der A400M ist das Aushängeschild der EADS-Tochter Airbus. Das militärische Transportflugzeug wird unter anderem in Südafrika ko-produziert. Die Südafrikaner sollten acht Flugzeuge kaufen, um an der Produktion partizipieren zu können. Bedingt durch die verzögerte Lieferung stornierte Südafrika seine Bestellung, zum Ärgernis der Europäer. (Quelle: Airbus)

© Der A400M ist das Aushängeschild der EADS-Tochter Airbus. Das militärische Transportflugzeug wird unter anderem in Südafrika ko-produziert. Die Südafrikaner sollten acht Flugzeuge kaufen, um an der Produktion partizipieren zu können. Bedingt durch die verzögerte Lieferung stornierte Südafrika seine Bestellung, zum Ärgernis der Europäer. (Quelle: Airbus)

Im Jahr 2005 erhielt Südafrika den Status eines vollen Airbus-Partners, nachdem das afrikanische Schwellenland am 15. Dezember 2004 acht A400M-Flugzeuge bestellt hatte. Bedeutet im Klartext, dass Südafrika mehrere A400M-Flugzeuge ko-produzieren und gleichzeitig kaufen sollte. In Rüstungskreisen wurde der Wert der geplanten Beschaffung mit 837 Millionen Euro beziffert. Den Südafrikanern ist zugesichert worden, dass diese Summe nicht erhöht werden wird.

Dann im November 2009 erreichte Airbus eine Hiobsbotschaft, die bis heute einen faden Beigeschmack in den Beziehungen zwischen Toulouse und Pretoria hinterlassen hat. Die Regierung trat von ihrem Kaufgesuch ab, nachdem es zu deutlichen Lieferverzögerungen gekommen war. Die internationale Presse fing an, vom„Pannenprojekt A400M“ zu sprechen. Gefürchtet wurde, dass auch andere Abnehmer wie Malaysia von ihren Kaufabsichten Abstand nehmen könnten. Letztendlich bestellte nur Südafrika das Transportflugzeug ab.

© Der südafrikanische Minister für öffentliche Unternehmen, Malusi Gigaba, und der Vorstandsvorsitzende des staatlichen Denel-Rüstungskonzerns, Riaz Saloojee, handelten den millionenschweren Kooperationsvertrag mit den Europäern aus. (Quelle: Airbus)

© Der südafrikanische Minister für öffentliche Unternehmen, Malusi Gigaba, und der Vorstandsvorsitzende des staatlichen Denel-Rüstungskonzerns, Riaz Saloojee, handelten den millionenschweren Kooperationsvertrag mit den Europäern aus. (Quelle: Airbus)

© Vertraglich wurde vereinbart, dass bestimmte Komponenten des A400M in Südafrika produziert werden: Flugzeugdecke, Flügel-Rumpf-Verkleidung, Flugspitzen, Kabinen- und Cockpit-Isolierung sowie Satelliten-Kommunikationsantennen. (Quelle: Airbus)

© Vertraglich wurde vereinbart, dass bestimmte Komponenten des A400M in Südafrika produziert werden: Flugzeugdecke, Flügel-Rumpf-Verkleidung, Flugspitzen, Kabinen- und Cockpit-Isolierung sowie Satelliten-Kommunikationsantennen. (Quelle: Airbus)

Ungeachtet des Kaufverzichtes ist den südafrikanischen Rüstungsunternehmen Denel Aerostructures, Aerosud und Cobham die Beibehaltung der Ko-Manufaktur zugesprochen worden. Flugzeugdecke, Flügel-Rumpf-Verkleidung, Flugspitzen, Kabinen- und Cockpit-Isolierung sowie Satelliten-Kommunikationsantennen des A400M werden bisweilen in Südafrika fertiggestellt.

Der südafrikanische Minister für öffentliche Unternehmen, Malusi Gigaba, und der Vorstandsvorsitzende des staatlichen Denel-Rüstungskonzerns, Riaz Saloojee, handelten den millionenschweren Kooperationsvertrag mit den Europäern aus. Allerdings wird diese Kooperation auf Dauer nicht bestehen bleiben, sofern die Regierung in Pretoria nicht bereit sein wird, in Zukunft eine erneute Kaufabsicht abzugeben und den A400M in die eigenen Streifkräfte zu übernehmen. Airbus wollte auf Anfrage von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ keine Stellungnahme zum Sachverhalt abgeben.

Eine Antwort zu “Transportflugzeug A400M

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