Südafrika überdenkt Beziehungen zu Israel

Außenministerin Nkoana-Mashabane macht nach Iran-Meeting Palästina-Unabhängigkeit zur Staatsräson

(2010sdafrika-Redaktion)

Am 31. Oktober 2013 tagte in Pretoria zum elften Mal die südafrikanisch-iranische Kommission. Herzlich empfing Außenministerin Maite Nkoana-Mashabane ihren Amtskollegen Mohammad Javad Zarif. Pretoria dankte Teheran für die einstige Unterstützung beim Sturz der Apartheid. Gleichzeitig bekräftigte Nkoana-Mashabane dem Iran die regionale Bedeutung für den Nahen Osten zuzusprechen. Die Kritik richtet sich an den Westen im Hinblick auf das Recht auf ein ziviles Atomprogramm. Neu ist hingegen, dass Israel aufgrund der Besatzung der Palästinenser nun unter diplomatischem Beschuss aus Südafrika gerät.

© Südafrikanische Minister meiden Israel und die Beziehungen zum jüdischen Staat werden heruntergefahren, wird Außenministerin Maite Nkoana-Mashabane auf einem Gewerkschaftstreffen vom iranischen Auslandsrundfunk PressTV zitiert. Die Palästina-Besatzung wurde als Begründung herangezogen. (flickr/ IISD Reporting Services)

© Südafrikanische Minister meiden Israel und die Beziehungen zum jüdischen Staat werden heruntergefahren, wird Außenministerin Maite Nkoana-Mashabane auf einem Gewerkschaftstreffen vom iranischen Auslandsrundfunk PressTV zitiert. Die Palästina-Besatzung wurde als Begründung herangezogen. (flickr/ IISD Reporting Services)

Laut Angaben des staatlichen iranischen Auslandsfernsehsenders PressTV soll die südafrikanische Außenministerin auf einem Gewerkschaftstreffen in Pretoria gesagt haben: „Die Minister Südafrikas statten Israel aktuell keinen Besuch ab. Auch das Jewish Board of Deputies, mit dem wir in Kontakt stehen, weiß, warum unsere Minister nicht nach Israel gehen [Anmerkung der Redaktion: Das Jewish Board of Deputies (SAJBD) ist vergleichbar mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland].

Außenministerin Nkoana-Mashabane begründet den angekündigten Abbau der südafrikanisch-israelischen Beziehungen mit der anhaltenden Besatzung der Palästinenser, so PressTV weiter. Der Bau neuer Siedlungen im Osten Jerusalems, veranlasst durch Premierminister Benjamin Netanyahu und Innenminister Gideon Sa’ar , mache diesen Schritt notwendig.

Iran und Südafrika teilen in vielen wirtschafts-, innen- und außenpolitischen Standpunkten eine identische Position. Das Verhältnis zum jüdischen Staat macht die südafrikanische Regierung erstmals von der Palästina-Unabhängigkeit abhängig. Bereits in der Vergangenheit riefen wiederholt südafrikanische Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur zum Boykott Israels auf. Der ehemalige Erzbischof des Erzbistums Kapstadt und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu warf Israel vor, eine Politik der Apartheid zu betreiben.

3 Antworten zu “Südafrika überdenkt Beziehungen zu Israel

  1. Pingback: Waffenembargo gegen Israel gefordert | SÜDAFRIKA - Land der Kontraste

  2. Pingback: BDS – Kampagne gegen Besatzung – für Freiheit, Gerechtigkeit und Selbstbestimmung | Die Freiheitsliebe

  3. Inzwischen hat der ultrarechte israelische Politiker Lieberman (ehemals Außenminister) die jüdischen Bürger Südafrikas vor „Pogromen“ gewarnt und sie zum Verlassen des Landes aufgerufen. Diese Aufforderung wertete die Vorsitzende des Jewish Board of Deputies, Frau Mary Kluk, in einem Radio-Interview als absurd und dem Dialog nicht dienlich. Es gebe keine Pogrom-Gefahr für jüdische Mitbürger und Mitbürgerinnen. Auch der Minister im Präsidialamt, Collins Chabane, sagte am Donnerstag, die jüdischen Mitbürger in Südafrika hätten nichts zu befürchten (http://mg.co.za/article/2013-11-07-government-hasnt-imposed-israel-travel-ban-says-chabane).

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